Die Causa Leroy Sané ist das große Transferthema dieses Sommers. Während der Spieler schweigt, gibt es in den Medien fast täglich ein Update. Doch viel Zeit bleibt nicht mehr: Das Transferfenster in England schließt bereits am 08. August. Sollte Leroy Sané in Manchester bleiben, hätte das noch drastischere Auswirkungen als befürchtet:


Der Vorstandsvorsitzende der ​FC Bayern München AG, Karl-Heinz Rummenigge, hatte jüngst Trainer Niko Kovac und Sportdirektor Hasan Salihamidzic kritisiert, dass sie öffentlich mit einem Transfer von Leroy Sané liebäugelten. Für ihn sei es unprofessionell, über Spieler anderer Vereine zu sprechen. 


Doch verdenken kann man Kovac und Brazzo irgendwie nicht: Die Bayern sind unter Zugzwang. Sollte sich Sané gegen einen Wechsel entscheiden, sieht die Kadersituation auf den Flügelpositionen des Rekordmeisters düster aus.

Pep Guardiola,Leroy Sane,Jurgen Klopp

Wer ist noch da?

Zwar ist mit Serge Gnabry ein herausragender Akteur in den eigenen Reihen und auch Kingsley Coman ist in fittem Zustand für jede Abwehr gefährlich. Da er aber äußerst verletzungsanfällig ist, muss sich der Blick auf die restlichen Verbliebenen richten: Die Last auf den Schultern der 19-jährigen, Königsklassen-unerfahrenen Spieler um Fiete Arp und Alphonso Davies zu verteilen, wäre zu riskant. Alt-Meister Thomas Müller hat zu Beginn seiner Karriere auch häufig im rechten Mittelfeld gespielt, doch auch er wird sich eher im Zentrum wiederfinden.


Es kann also keine zwei Meinungen geben, wenn man von weiteren Neuzugängen auf den Flügeln spricht. Am besten ein Linksfuß soll her, denn seit Robbens Karriereende ist Alphonso Davies der Einzige. Und selbst der soll bekanntlich zum Alaba-Backup umgeschult werden. Wer kommt nun also in Frage:


Steven Bergwijn:

Joao Victor,Steven Bergwijn

Der Flügelstürmer der PSV Eindhoven ist zwar Rechtsfuß, wäre aber mehr oder weniger ein Geheimtipp für die Bayern. Schnell und dribbelstark ist er. Sein Marktwert beläuft sich auf moderate 35 Millionen Euro. Selbst in der Champions League hat er schon gespielt. Ob er sich aber über einen längeren Zeitraum auf höchstem Niveau beweisen kann, bleibt abzuwarten. Sein Entwicklungspotential ist aber unverkennbar: Schließlich ist der Niederländer erst 21 Jahre alt.


Yannick Carrasco:

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Nach drei erfolgreichen Jahren bei Atlético Madrid zog es Yannick Carrasco vor rund eineinhalb Jahren nach Fernost zu Dalian Yifang. Der beidfüßige Flügelstürmer wurde bis dahin als großes Talent gehandelt, für das ein Wechsel nach China eher untypisch ist. Trotzdem wird er in China ein Gehalt überwiesen bekommen, das für Bayern nur schwer zu stemmen sein wird. Ob er trotzdem wechselt, bleibt abzuwarten. Sein Marktwert beläuft sich nämlich lediglich auf 25 Millionen Euro. Mit seinen 26 Jahren kommt er zudem gerade erst in seine besten Fußballerjahre und könnte den Münchnern sicherlich weiterhelfen.


Gareth Bale:

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Es klingt in der Tat etwas skurril, doch warum nicht Gareth Bale? Der Waliser wird unter Trainer Zinedine Zidane nicht mehr zum Zug kommen, ist in ​Madrid offensichtlich unzufrieden. Sein Marktwert liegt derzeit bei bezahlbaren 60 Millionen Euro. Unvergessen bleiben auch seine außergewöhnlichen Sprinteinlagen auf der rechten Außenbahn. Unvergessen bleibt aber leider auch der polarisierende Kabinen-Satz, dass er im Falle einer Suspendierung bei den Königlichen auch sein Gehalt absitzen könne, während er einfach Golf spiele. Das Gehalt von 15 Millionen Euro im Jahr sollte für die Bayern schwer zu stemmen sein. Bei einem Wechsel würde er wahrscheinlich Topverdiener werden. Und zudem: Auch wenn Bale Linksfuß ist, mit seinen 30 Jahren ist er nicht mehr der Jüngste. Auch wenn er eine direkte Verstärkung sein kann, wird man an der Säbener Straße eher langfristig denken.


Ousmane Dembélé:

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Der ​FC Barcelona hatte einem Transfer von Dembélé zwar erst kürzlich einen Riegel vorgesetzt, doch seit seinem Wechsel vom BVB nach Barcelona ist das mit den Verträgen so eine Sache bei dem Franzosen. Ein Ausnahmetalent ist er ohne Frage. Selbst Lionel Messi adelte ihn in der vergangenen Saison trotz häufiger disziplinarischer Fehltritte. Für Niko Kovac sollte das aber kein Problem sein. Schließlich hat er sowohl in Frankfurt, als auch mit Coman und Lewandowski in München trotz interner Raufereien immer wieder eine geschlossene Mannschaft stellen können. Dembélé sollte die Bayern zudem auch direkt verstärken. So ist er beidfüßig, schnell und torgefährlich. Sein Marktwert liegt bei 100 Millionen Euro, gleich wie der von Leroy Sané. Ob Dembélé aber wirklich seinen Herzensverein aus Barcelona verlassen möchte, bleibt abzuwarten.


Bei welchem Spieler die Bayern nun also zuschlagen werden, ist momentan völlig unklar. Wichtig wird es aber zweifelsohne sein, das Hauptaugenmerk weiterhin auf einem Transfer von Leroy Sané zu legen. Alternativen zu ihm sind zwar da, aber keine scheint so konkret und hilfreich, wie der Gelsenkirchener. Sané könnte außerdem das Gesicht einer neuen Bayern-Ära sein. Sollte man sich in Sachen Flügelspieler nicht doch noch böse verzocken.