Bei ​Borussia Mönchengladbach findet aktuell eine kleine Revolution statt. Nicht nur, dass ein neues Spielsystem implementiert werden soll, es findet auch die endgültige Ablösung einer alten favreschen Spielweise im Sturm statt. Statt beweglicher Halbstürmer kehren die wuchtigen Strafraumstürmer an den Niederrhein zurück.


Als Lucien Favre 2011 an der Hennes-Weisweiler-Allee die Arbeit aufnahm, konnte niemand ahnen, dass seine Spielidee beinahe acht Jahre hielt. Nachdem bereits im letzten Sommer vergangenes Jahr unter Ex-Trainer Dieter Hecking ein neues System forciert wurde, findet mit dem neuen Coach Marco Rose nun eine endgültige Emanzipierung und Abnabelung statt. Denn nachdem auch Hecking zunächst noch daran festhielt, eher spielstarke Offensivakteure aufzubieten, die nicht unbedingt Vollblutstürmer sind, hat der VfL mit dem Zukauf von Marcus Thuram und Breel Embolo endgültig einen Haken an die ehemalige Spielweise gemacht.


Sowohl Embolo als auch Thuram zeigen, dass die Fohlen zu klassischen Mittelstürmern zurückkehren. Mit Alassane Plea war im vergangenen Sommer bereits ein Anfang gemacht, auch wenn der Franzose Technik und Abschlussstärke in teils beeindruckender Manier paart. Mit dem Ex-Schalker und dem Sohn von Weltmeister Lilian Thuram aber kommt noch mehr Wucht und Körperlichkeit in die Offensive beim VfL hinzu.

Alassane Plea,Marcus Thuram,Denis Zakaria

Marcus Thuram (l.) jubelt mit Alassane Plea (m.) über dessen Treffer zum 2:0


Während Thuram vor allem in der ersten Hälfte mi Spiel gegen den ​FC Chelsea am vergangenen Wochenende zu gefallen wusste, auch wenn es offensichtlich war, dass es hier und dort noch nicht passt, kam auch Embolo in der Schlussviertelstunde zu seinem Debüt im Gladbacher Dress. Beide benötigen noch viel Zeit, denn Thuram machte gerade mal eine handvoll Einheiten mit den neuen Mannschaftskollegen und der Schweizer Embolo kehrt erst von einer langwierigen Verletzung zurück und muss daher erst einmal den nötigen Fitnessstand erreichen.


Dennoch zeigt es sehr gut die Richtung, in der man beim VfL gehen möchte. Sollte das neue System in den kommenden Wochen weiter reifen und beide Spieler den Anschluss an die Mannschaft finden, dürfen sich die gegnerischen Abwehrreihen jedenfalls auf eine Menge Arbeit und Gegenwehr einstellen. Denn mit der neuen bulligen Offensivreihe, die nicht nur Körperlichkeit, sondern auch eine Menge Tempo mitbringt, könnte den Fohlen eine neue Art von Offensivpower ins Haus stehen, wie man sie lange nicht gesehen hat.