Die bisherige Vorbereitung beim FC Bayern München sorgte für positive Eindrücke. Doch diese sind mit einer maßgeblichen Veränderung verknüpft, immerhin hat sich das System unter Trainer Niko Kovac nun erneut geändert. In seiner zweiten Saison plant er immer häufiger mit einem offensiven 4-3-3-System, was seinem Schützling Niklas Süle sehr gut gefällt. 


Über Jahre zeigte sich das Spiel der Bayern größtenteils unverändert. Mit Viererkette, Doppelsechs und einem Angreifer spielte man in Europa um die großen Titel. Doch Niko Kovac bringt in seinem zweiten Jahr als Trainer beim Rekordmeister nun seine lang geforderte Neuerung ein. Fortan wird es wahrscheinlich nur noch einen Sechser geben.


Damit stellt sich das System natürlich grundlegend um. Mit dem stärkeren Fokus auf die Offensive kommt mehr Verantwortung auf die Achter zu, die das Spiel gestalten müssen. Über die Außen sollen die Flügelspieler für noch mehr Tempo sorgen und das Zentrum entlasten. Genau diese Balance fand in den letzten Spielzeiten kaum Anwendung bei den Münchnern.


Der 47-jährige Niko Kovac konnte sich in dieser Sommerpause allerdings durchsetzen und kommt verspätet mit dem Umbruch daher. Bereits in der letzten Saison testete man das offensivere 4-3-3-System aus, doch nach der rasch einkehrenden Krise drängten Spieler und Offizielle auf eine Rückkehr zur alten Formation.


Süle erinnert sich an Nagelsmann


Nun wagen die Bayern allerdings einen neuen Versuch​ und sind deutlich zuversichtlicher. Denn die Profis zeigen sich extrem spielfreudig und konnten mit überzeugenden Ergebnissen Pluspunkte sammeln. Zudem ist Kovac mit der neuen Ausrichtung variabler, vor allem was das Mittelfeld betrifft. Auch das Pressing-Verhalten wurde durch die hochgezogenen Flügel deutlich effektiver und gefährlicher.

Niko Kovac

Kovac glaubt weiterhin an die Systemumstellung



Defensiv-Spieler Niklas Süle sprach bei Sport1 nun über die Umstellung und fühlt sich an seine ehemalige Zeit bei der ​TSG Hoffenheim erinnert: "Den vordersten Mann anspielen, der auf den Sechser oder Achter klatschen lassen kann und man dadurch wieder Tiefe ins Spiel bekommt. Dann ist es für eine gegnerische Abwehr voll schwer, das zu verteidigen. So haben wir es auch in Hoffenheim bei Julian Nagelsmann gespielt."


Der Verteidiger äußerte sich also sehr positiv und weiß, dass man mit dem neuen System überzeugen kann. Für ihn ist es allerdings auch wichtig, dass man die Taktik in den ersten Pflichtspiel-Wochen verfeinern kann. Eine erste Chance dafür gibt es im Supercup gegen Borussia Dortmund, wo die Bayern erstmals so richtig gefordert werden.


Insgesamt sehen sich die Bayern also gut gerüstet und sind vom neuen System überzeugt. Dieses macht die Bayern besonders in Sachen Tempo, Variabilität und Pressing noch stärker. "Ich finde, dass es bisher sehr gut klappt. Das heißt aber nicht, dass wir es nicht immer wieder anpassen können. Die Art und Weise, wie die Mannschaft es umsetzt, zeigt, dass sie sehr dafür ist", so Trainer Kovac, der bisher viel Anklang für seine Ideen fand.