Die Thematik Clemens Tönnies schlug in den vergangenen 24 Stunden hohe Wellen. Mit seinen Aussagen zum Klimawandel, innerhalb derer er gleich mal die gesamte afrikanische Bevölkerung als "Kindesproduzenten bei Nacht" abstempelte, sorgte der Aufsichtsratvorsitzende des ​FC Schalke 04 für einen nationalen Aufschrei. Sein Verein fordert nun Verständnis; wir fragen uns: Bitte was?!


'Wer solch ein Gedankengut nicht in sich trägt, dem rutschen solche Sätze auch nicht raus', schrieb ein User auf Twitter, nachdem Clemens Tönnies sich in einem kurzen Statement für seine Aussage entschuldigte und sich von Rassismus zu distanzieren versuchte. Ein wahres Wort. 'Aus einer Mücke einen Elefanten machen' und 'Hetze gegen Tönnies' wurden dieser Redaktion in den sozialen Medien vorgeworfen. 


"Erinnert an die Kolonialzeit"


Dass in der öffentlichen Kommunikation Fehler gemacht werden können - auch von Profis wie Clemens Tönnies - ist verständlich und menschlich. Ein Satz wie dieser, voll von beißender Niedertracht und Respektlosigkeit, ist weder ein Fehler, noch menschlich. 'Es erinnert an die Kolonialzeit', ​schrieb der Ex-Schalker Hans Sarpei. 'Tönnies hat halt auch Recht damit', schrieben etliche Nutzer im Netz. 


Der Eklat um Clemens Tönnies, er wird zum Eklat, von denen, die gutheißen, was der Mann da sagt. Die Wegschauen, wo allerhöchste Not und Sorge geboten ist. Etwas, dass der FC Schalke 04 als Reaktion aufbietet. "Unsere Gesellschaft funktioniert so, dass sich ein Mensch entschuldigen kann und es danach weitergeht", war Jochen Schneiders (Sportvorstand Schalke 04) Kommentar dazu. Getreu dem Motto 'Mund abputzen, weiter geht's.' Getreu dem Leitsatz 'Macht doch aus einer Mücke keinen Elefanten.'


Schalke führt die niedergeschriebenen Werte des Vereins ad absurdum 


Dass gleich zwei Repräsentanten des FC Schalke 04 die niedergeschriebenen Werte des Vereins nicht nur nicht respektieren oder ad absurdum führen, sondern anschließend (nach Bedenkzeit) auch noch mit Füßen treten, dürfte bei jedem Anhänger des FC Schalke 04 - nein, dürfte jedem Mitglied dieser Gesellschaft, das für Toleranz, Diversität und Menschlichkeit einsteht, sauer aufstoßen. 


Es ist ein Eklat, der ausufert. Weil die falschen Schlüsse gezogen werden. Weil um Verständnis gebeten wird. Weil eine Entschuldigung als 'Du kommst aus dem Gefängnis frei'-Garantie ausgesprochen wird. Weil es ein Verein, mit Millionen Mitgliedern, versäumt, für die Menschlichkeit einzustehen - und sich stattdessen für einen Mann einsetzt, der die Würde des Menschen nicht zu respektieren weiß und nicht mehr tragbar in seinem Amt ist. Und wir uns nur fragen können: Bitte was? Und wir uns nur in Grund und Boden schämen können.


Ach übrigens: Sollte dieser Kommentar erneut als Affront und Hetze gegen Clemens Tönnies interpretiert werden: Entschuldigung! Soll ja helfen.