Am heutigen Vormittag wurden Zitate publik, die große Wellen schlugen und für viel Aufsehen sorgten. Der Aufsichtsratsvorsitzende von ​Schalke 04, Clemens Tönnies, hatte bei einer Veranstaltung rassistische Sätze verlauten lassen, die sich gegen "Afrikaner" richteten. Über den Tag verteilt gab es mehrere Updates dazu, von einer Entschuldigung, bis hin zum mittlerweile eingeschalteten Ehrenrat von S04.


Wenn man in Afrika Kraftwerke bauen würde, "dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren." ​Ein Satz, der zurecht für mächtig Unruhe am heutigen Freitag sorgte und dabei Clemens Tönnies in einem menschlich nochmal ganz anderen Licht dastehen ließen. 


Auch Entschuldigung sorgt für weitere Kritik


Eine äußerst fragwürdige, dumme und verallgemeinernde Aussage, für die sich Tönnies wenig später in einem ersten Statement entschuldigte. Doch auch dort, wie später in der Entschuldigung über das Schalker Vereinsportal, keine entschuldigende Worte an die eigentlichen Personen, die tatsächlich beleidigt worden waren: "Die Afrikaner". Deshalb trafen auch diese Statements auf erneute Kritik. 


Im Trainingslager wurde auch Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider auf den Vorfall angesprochen. Dieser verwies auf die Entschuldigung, und dass es "danach weitergeht". Natürlich war er in diesem Fall der Gelackmeierte, da er vor laufender Kamera nicht den Rücktritt von Tönnies fordern kann. Eine Aussage dazu zu verweigern, wäre vermutlich nicht unbedingt die schlechtere Wahl gewesen.


Wenig später berichtete der Verein, dass sich der Ehrenrat des S04 mit Tönnies treffen und über mögliche Konsequenzen beraten will. Der Ehrenrat, bestehend aus fünf langjährigen Mitgliedern, besitzt die theoretische Möglichkeit, den Aufsichtsratsvorsitzenden zu entlassen. Eine Entscheidung soll es in der nächsten Woche geben.


Ein weiteres Detail, was für Unruhe sorgte, war der Meisterbrief von Tönnies' Vater, der in seinem Eingangsbereich hängen soll. Darauf auch als kleines Zeichen zusehen: Ein Hakenkreuz. Ganz wichtig anzumerken ist es hierbei, dass Meisterbriefe aus der damaligen Zeit ganz standardmäßig dieses Symbol zeigten und auch die Schriftart an vergangene Zeiten erinnert - es ist also weder das bereitwillige, eigenständige Zeigen einer Denkweise, noch das absichtliche Zeigen derartiger Symbole. Dennoch gibt es einen weiteren, komischen Geschmack zur Debatte und zu diesem Vorfall ab. 


Das Thema sollte für Schalke schnellstmöglich abgeschlossen und geklärt werden, damit man in Ruhe auf die kommende Saison gucken kann. Das Fanlager ist gespalten und diskutiert heftig. Manch einer nutzt dieses Sprungbrett, um weitere hetzerische Aussagen zu relativieren und tätigen zu können, andere sehen in Tönnies einen gemachten Rassisten. Auch möglich, dass man einen Mittelweg sehen muss oder auch kann, die (private) Person Tönnies wird zwar keiner derjenigen genau kennen - dennoch gilt es, diese Aussagen zu verurteilen und passende Konsequenzen zu ziehen.