"Die Wüste lebt!" heißt ein Dokumentarfilm von Walt Disney aus den 50er Jahren. Mittlerweile gilt das auch im Universum Fußball. Immer mehr einstige Größen des Weltfußballs wagen zum Ende ihrer aktiven Karriere das Abenteuer Wüste und heuern bei potenten Klubs auf der arabischen Halbinsel an. ​Franck Ribéry wird der nächste sein. 


Zwölf Jahre hat Franck Ribéry das Offensivspiel der Bayern maßgeblich geprägt. Mit seinem holländischen Partner Arjen Robben auf der rechten Seite formte der Franzose eine der gefährlichsten Flügelzangen im Weltfußball. Doch auch an den Größten geht die Zeit nicht spurlos vorbei. Mit nunmehr 36 Jahren ist für Ribéry das Ende seiner aktiven Karriere eingeleutet. 


Seitdem bekannt wurde, dass er den ​FC Bayern verlässt, hat der Franzose einige Anfragen erhalten. Auch aus der Bundesliga. So soll sich zum Beispiel auch die SG Eintracht Frankfurt um ihn bemüht haben. 


Gastspiel in der Bundesliga wäre riskant


Doch Ribéry zieht es, so berichtet es die Bild, in die Wüste. Wie schon so viele Spieler vor ihm. Zwar ist noch nicht bekannt, zu welchem Klub der Franzose gehen wird, aber dem Boulevard-Blatt zufolge wird es einer aus Saudi-Arabien oder Katar sein. Sportlich hält sich der Reiz der im arabischen Raum angesiedelten Ligen sicherlich in Grenzen, wenn man sie mit den europäischen Top-Ligen vergleicht. Doch einem bekannten Sprichwort zufolge, soll man ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist. 


Gut möglich, dass dieser Gedanke auch bei Ribéry eine Rolle gespielt hat. Ein Wechsel innerhalb der Bundesliga wäre für ihn mit einem gewissen Risiko verbunden gewesen: nämlich seinen über eine Dekade hinweg erarbeiteten (und vor allem erspielten) exzellenten Ruf durch ein ein-oder zweijähriges Gastspiel auf einem unter den Bayern anzusiedelnden Niveau zu verspielen. Natürlich hätte auch ein Abenteuer Frankfurt zu einer Erfolgsgeschichte werden können. Aber auch das Gegenteil liegt im Bereich des Möglichen. 


Ribery-Abschied zur rechten Zeit


Bei einem Wechsel an den arabischen Golf jedoch ist die mediale Aufmerksamkeit in jedem Fall vermindert. Ob er jetzt in Saudi-Arabien (oder Katar) Meister wird oder in den unteren Tabellenregionen dümpelt - es wird (zumindest in Europa) keinen mehr interessieren. 

Dazu würde er bei ganzjährig sommerlichen Temperaturen ein fürstliches Gehalt beziehen, ohne sich dafür ein Bein ausreißen zu müssen. Der Fußballwelt irgendwas beweisen muss Ribéry nach seinen zwölf Münchener Jahren eh nichts mehr. Von daher: alles richtig gemacht, Franck. 

Und außerdem kann er dann demnächst auch wieder ein blattgoldverziertes Steak essen, ohne damit einen medialen Aufschrei in Deutschland und Europa zu provozieren.