Im zweiten Halbfinale des Audi Cups empfing Gastgeber ​FC Bayern den türkischen Traditionsklub Fenerbahce Istanbul. Der Rekordmeister zeigte beim 6:1-Torfestival eine beeindruckende Frühform. Am Mittwochabend (20.30 Uhr) steigt das Endspiel gegen Tottenham Hotspur. ​Die Spurs konnten sich zuvor gegen Real Madrid durchsetzen. 


Mit voller Kapelle ließ FCB-Coach Niko Kovac gegen Fenerbahce beginnen. Die Elf des Rekordmeisters könnte so gut und gerne auch am Samstag im Supercup gegen den BVB auflaufen. Renato Sanches bekam das Vertrauen im zentralen Mittelfeld neben Leon Goretzka und Thiago. In der Innenverteidigung lief Jerome Boateng neben Niklas Süle auf. Nicht im Aufgebot stand dagegen Benjamin Pavard.

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Auf Seiten von Fenerbahce stand Ex-Bremer Max Kruse in der Startelf, genau wie Mehmet Ekici, der in der Jugend des FC Bayern ausgebildet wurde.


Anders als beim Duell zwischen Real und den Spurs gingen die Teams mit einer deutlich höheren Intensität zu Werke. Die Bayern wussten mit einer guten Raumaufteilung im 4-3-3-System durchaus zu gefallen - große Torchancen sprangen in der Anfangsphase aber nicht heraus.


Nach knapp 20 Minuten dann der erste kleine Schockmoment: Serge Gnabry musste angeschlagen das Feld verlassen. Für ihn kam Thomas Müller in die Partie.


Nur zwei Minuten später klingelte es dann im Fener-Kasten. Ein herrlicher Steckpass von Thiago auf Lewandowski, der frei vor dem Tor uneigennützig auf Renato Sanches quer legte. Der Portugiese musste nur noch zum 1:0 ins leere Tor einschieben.


Nach 28 Minuten erhöhte Leon Goretzka auf 2:0. Der Nationalspieler schob aus rund elf Metern mit der Innenseite ins kurze Eck ein. Kingsley Coman hatte sich zuvor stark auf der linken Außenbahn durchgesetzt und clever in den Rücken der Abwehr gelegt.


Wieder nur drei Minuten später das 3:0 durch Thomas Müller. Der kurz zuvor eingewechselte Fener-Verteidiger Dirar nahm eine Hereingabe von David Alaba in aller Seelenruhe im eigenen Sechzehner an, Müller schlich sich von hinten an in heran und spitzelte ihm den Ball vom Fuß direkt in die Maschen. Ein typischer Müller, könnte man sagen.


Und weiter ging's: Kingslex Coman trug sich in der 40. Minute in die Torschützenliste ein - 4:0.


Doch die Bayern hatten noch nicht genug. In der 44. Minute erhöhte erneut Müller per Strafstroß auf 5:0. Lewandowski war zuvor gelegt worden. Dann war aber erstmal Pause und Zeit zum Luftholen für Max Kruse und Co. Mit dem hohen Pressing der Bayern kam Fener überhaupt nicht zurecht.


Alle Tore der 1. Halbzeit im Video:


Müller und Kruse treffen in Halbzeit 2


Im zweiten Durchgang durfte dann Seven Ulreich ran, Manuel Neuer blieb in der Kabine. Wirklich in Szene setzen konnte sich der FCB-Kapitän in den ersten 45 Minuten ohnehin nicht.


Thomas Müller machte in der 58. Minute das halbe Dutzend voll. Ein langer Ball von Süle gegen die weit aufgerückten Türken reichte, Müller nahm den Ball einmal mit und schob die Kugel aus gut 40 Metern am herausgeeilten Fener-Schlussmann Harun vorbei.


Nach 64 Minuten durften sich dann auch mal die Gäste in die Torschützenliste eintragen. Max Kruse setzte sich nach einem Goretzka-Fehlpass gut gegen den eingewechselten Javi Martinez durch und schob mit rechts zum 1:6 ein.


Fener-Kapitän will Platz verlassen


Im Anschluss plätscherte die Partie nach vielen Wechseln dem Schlusspfiff entgegen. Kurios: Nabil Dirar, mittlerweile Kapitän, der beim ersten Müller-Treffer gepatzt hatte, wurde von den Fener-Fans auf der Tribüne bei jedem Ballkontakt gnadenlos ausgepfiffen. Der Marokkaner wollte daraufhin das Feld verlassen und musste von seinem Trainer und den Kollegen überredet werden.

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