Die ständigen Wasserstandsmeldungen um Leroy Sane und den ​FC Bayern nehmen immer groteskere Züge an. Jede noch so kleine Äußerung wird inzwischen zur Eilmeldung hochgepusht und für einen Großalarm in Sinne des Rekordmeisters aufgebauscht. Ein Zustand, der mehr und mehr ermüdet.


Der FC Bayern ist an einem Kauf von Leroy Sane interessiert. So weit, so normal. Was aber seit mehreren Wochen in den Gazetten und der deutschen Medienlandschaft ob der Personalie los ist, wird mit Hysterie noch charmant beschrieben. Es vergeht kein Tag, an dem eine simple Wortmeldung, ein unbedeutend gefallener Satz, eine bloße Gesichtsregung nicht zu einer Sensationsstory aufgepumpt wird.


Die Klaviatur spielen aber nicht nur die Medien, sondern auch die Bayern perfekt. Die Inszenierung hier und dort wird dabei immer grotesker. Niko Kovac äußerte kürzlich, er habe ein "gutes Gefühl", dass Sane zum FC Bayern kommen werde. Beispiele zu finden, die bei ähnlichen Transfers und ähnlichen Äußerungen ebenso breitgetreten wurden, wie dies nach dieser Äußerung der Fall war, dürfte schwer werden.


Neuestes Beispiel ist die simple Meldung, ​dass der Fototermin beim FC Bayern verschoben wurde, weil man noch warten möchte. Warten auf Sane. Verständlich. Dennoch werden nun wieder alle Experten und solche, die gerne welche wären, aus den Löchern kriechen und daraus neue Wasserstandsmeldungen kreieren, wie weit der Wechsel nun schon vollzogen ist.

Leroy Sane

Die Hysterie um Leroy Sane und den Rekordmeister nervt



Früher war zwar nicht alles besser, früher war aber alles ein wenig entspannter. Da gab es eine Meldung, dass Verein X an Spieler Y interessiert ist. Im Hintergrund wurde verhandelt, dann wurde der Wechsel als fix gemeldet, oder als gescheitert. Ja, heute geht es um weit mehr Kohle. Aber die Hysterie, die in und um den Rekordmeister herrscht, ist grotesk und hat mit Fußball inzwischen nur noch wenig am Hut. 


Es geht immer noch um Fußball


Wer sich fragen sollte, warum viele Fans inzwischen übersättigt sind, warum etliche Anhänger dem Sport immer kritischer gegenüberstehen, der bekommt mit der Posse um den Nationalspieler genau das Bild vor Augen geführt, warum. Da lobt man sich die bodenständigen Vereine wie den SC Freiburg, für die es nach wie vor um Fußball geht. Nicht um Selbstinszenierung, nicht um Medienpräsenz oder um Klicks. Es geht immer noch um Fußball. Das scheinen viele inzwischen vergessen zu haben.