Es wäre einer der Deals des Sommers gewesen. Der ​FC Barcelona wollte David Alaba vom ​FC Bayern München loseisen und bot dafür auch Innenverteidiger Samuel Umtiti an. Die Bayern und Alaba aber lehnten dankend ab, womit erst mal alles beim Alten bleibt. Der Versuch lässt aber auf weitere Kaderplanungen schließen.


Während der große Rivale in Spanien Real Madrid mehr und mehr aufrüstet in diesem Sommer, war der FC Barcelona nur dann wirklich präsent in der Presse, wenn es um die Posse mit Antoine Griezmann ging. Ansonsten hört man erstaunlich wenig aus Katalonien, was mögliche Wechselgeschichten angeht. Umso überraschender ist nun die Geschichte, die die Mundo Deportivo am heutigen Wochenbeginn veröffentlichte.


Demnach war der aktuelle spanische Meister an David Alaba vom FC Bayern dran. Alabas Ansehen bei Barca ist riesig. Denn einerseits ist man von der Vielseitigkeit des Österreichers beeindruckt – immerhin kann er neben der Position des Linksverteidigers noch im Mittelfeld oder auch der Innenverteidigung spielen. Andererseits sieht man in Alaba mit seiner Klasse eine Verstärkung für die linke Seite bei Barcelona. Daher hatte man sich wohl in den vergangenen Wochen definitiv um den 27-Jährigen bemüht.


Zudem, und jetzt kommt der Twist in der Story, hatte man dem deutschen Rekordmeister wohl auch Samuel Umtiti angeboten. Der französische Weltmeister hatte kein gutes letztes Jahr, was aber vor allem an seinen anhaltenden Knieproblemen liegt. Darüber hinaus soll der 25-Jährige unzufrieden darüber sein, wie man in Spanien seine Verletzung am Knorpel behandelt. Deshalb soll er bereits um einen Wechsel gebeten haben. Der FC Barcelona bot Umtiti daraufhin zum Tausch mit Alaba an.

Samuel Umtiti

Samuel Umtiti ist unzufrieden über seine Behandlung bei Barcelona


Alaba und auch die Bayern aber winkten dankbar ab. Dennoch ist man händeringend auf der Suche nach einem Backup für Stammverteidiger Jordi Alba. Schon in der vergangenen Saison ging man hohes Risiko, indem man ohne eine Alternative für den 30-Jährigen in die Saison ging. Das rächte sich spätestens in der Königsklasse, als man gegen den FC Liverpool ausschied.


Die Alternativen aber sind rar gesät. Mit Marc Cucurella hat man eine Möglichkeit selbst bereits nach Getafe verkauft. Als weiterer Kandidat wurde des Öfteren inzwischen Alejandro Grimaldo genannt, der aus der eigenen Jugend kommt, vor drei Jahren aber zu Benfica SL gewechselt war. In Portugal ist er inzwischen Stammspieler, zudem ging man wohl nicht unbedingt im Guten auseinander, weshalb ein Transfer eher unwahrscheinlich erscheint. Es ist kaum denkbar, dass er seinen Stammplatz bei Benfica aufgibt, um sich in Barcelona auf die Bank zu setzen.


​Ebenfalls in der Verlosung ist der 22-Jährige Junior Firpo von Real Betis. Erst vor einem Dreivierteljahr gab der 22-Jährige sein Debüt in der U21 Spaniens, zuvor war er nicht in den Jugendnationalmannschaften eingesetzt worden. Bei ihm besteht das Risiko, dass er ein "One Hit Wonder" ist. Er müsste erst mal zeigen, dass er konstant auf hohem Niveau agieren kann. Dennoch scheint er aktuell die besten Chancen auf einen Wechsel zu haben. Kostenpunkt wären bei ihm 25 Millionen Euro. 

FBL-EURO-U21-ESP-GER

Junior Firpo (m.) wurde kürzlich U21-Europameister mit Spanien


Bayern plant mit Alaba und Hernandez


Als Erkenntnis bei den Bayern wiederum dient das Alaba-Umtiti-Gerücht dazu festzustellen, wie es um die Struktur beim Rekordmeister bestellt ist. Denn ein kategorischer Ausschluss eines Wechsels von Alaba deutet daraufhin, dass der Österreicher weiterhin fest für die linke Seite eingeplant ist. Durch den Transfer von Lucas Hernandez hätte man denken können, dass der Franzose ebenfalls für links eingeplant wird oder dort zumindest eine Option wäre, Alaba damit entbehrbar(er) ist (aufgrund seines 2020 auslaufenden Vertrages) und der FC Barcelona tatsächlich einen guten Zug machen könnte.


So aber scheint Hernandez zunächst rein als Innenverteidiger angesehen zu werden. Sonst hätte der Deal mit Umtiti, einem weiteren französischen Weltmeister, durchaus Sinn ergeben. Zunächst aber wird Barca auch weiterhin ohne Alaba auskommen müssen und Umtiti wird weiterhin beim spanischen Meister bleiben. Interessant dürfte es werden, was passiert, wenn Alaba im kommenden Sommer weiterhin seinen Vertrag nicht verlängern möchte...