​Das Verhältnis zwischen Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge und Trainer Niko Kovac schien beim ​FC Bayern München nie das beste zu sein. Doch spätestens seit dieser Sommerpause lässt sich ein verändertes Bild feststellen, denn beide stehen deutlich öfter in Kontakt. Von einer wahren Freundschaft ist man trotzdem noch weit entfernt. 


Momentan herrscht beim Rekordmeister aus München eine Menge Trubel. Trotz einer zufriedenstellenden Saisonvorbereitung sorgt einer der Verantwortlichen für viel Aufsehen. Uli Hoeneß ließ nämlich durchsickern, ​dass er sich in diesem Jahr als Vorsitzender des Aufsichtsrats zurückziehen könnte. Das sorgt momentan für viel Verwirrung und einige Fragen, zwei andere Charaktere nutzen dies um ihr Verhältnis noch weiter zu verbessern.


Die Rede ist von dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge und Trainer Niko Kovac. Die Beziehung zwischen ihnen war vor wenigen Monaten noch als recht kühl einzuschätzen, daran hat sich nicht allzu viel geändert. Doch es ist klar zu beobachten, dass beide deutlich mehr Kontakt zueinander pflegen und Rummenigge ein größeres Vertrauen in Kovac steckt. Bei der USA-Reise war dies deutlich zu beobachten.

Niko Kovac

Niko Kovac konnte seinen Status im Verein noch weiter verbessern


Die Bild hakte bei Rummenigge nach und erkundigte sich nach einer aktuellen Einschätzung: "Niko Kovac und ich haben nichts auszuräumen, ganz ehrlich. Wir haben kein angespanntes Verhältnis, kein Problem miteinander. Ich gehöre nicht zu denen, die in der Öffentlichkeit das Gegenteil von dem sagen, was sie denken", so der 63-Jährige. Laut ihm ist das Verhältnis also vor allem professionell, mehr als noch in der letzten Saison.


Denn dort war die Beziehung davon geprägt, dass Rummenigge dem neuen Trainer Kovac keine Job-Garantie ausstellte. Lange Zeit taten sich die Bayern enorm schwer, mit dem Double konnte der FCB allerdings durchaus eine erfolgreiche Saison bejubeln. Viel Kredit hat Kovac dadurch aber nicht gewonnen, denn eine Job-Garantie wird es in dieser Spielzeit ebenfalls nicht geben.


Deutliche Besserung spürbar


„Ich wünsche ihm eine genauso erfolgreiche Saison wie im Vorjahr mit dem Double – und die eine oder andere Runde mehr in der Champions League. Dann wären alle hochzufrieden beim FC Bayern.“ Große Zuversicht sieht anders aus, doch für Kovac spricht immerhin der sich häufende Kontakt zu den Bossen. Dass das Verhältnis vor allem im letzten Jahr sehr angespannt war, berichtet auch Profi David Alaba.


„Im Laufe des vergangenen Jahres hat man gemerkt, wie die Beziehung besser wurde, wie wir uns als Mannschaft, aber auch unser Trainer sich entwickelt hat. In den schwierigen Zeiten hat er einen Schritt nach vorne gemacht, ein paar Schrauben gedreht. Das war ein Prozess für uns alle, der sich jetzt fortsetzen wird und Zeit braucht.“ Ein Lernprozess hat also bei allen Akteuren stattgefunden.


Fraglich ist weiterhin, inwieweit die Beziehung zwischen Kovac und Rummenigge mit dem Wirbel um Hoeneß zusammenhängt. Immerhin könnte ein Abschied des langjährigen Verantwortlich große Folgen für beide mit sich bringen. Vielleicht geht es also auch vor allem darum, näher zusammenzurücken und sich für turbulente Zeiten gemeinsam zu wappnen.