Mit dem Abgang von Mats Hummels weg vom ​FC Bayern München hin zu ​Borussia Dortmund ist die Hierarchie beim Rekordmeister im Abwehrbereich in Zukunft eine andere. Während die beiden Rivalen vor allem über die Medien ihre Wertschätzung für die einzelnen Akteure hervorhoben, hat sich Niklas Süle in der Sport Bild erstmals selbst zu Wort gemeldet und legitime Ansprüche angemeldet.


Durch den Wechsel von Mats Hummels zum BVB ist die Hierarchie beim FC Bayern in Bewegung gekommen. Mit Lucas Hernandez und Benjamin Pavard wurden zwar zwei Neuzugänge für die Mannschaft gekauft, allerdings sind sie erst seit wenigen Wochen im Verein. Zwar sagt man vor allem von Hernandez, dass er ein potenzieller Führungsspieler sei, aber es braucht eben auch erst mal seine Zeit, im neuen Verein anzukommen und die Strukturen kennenzulernen.


Und auch Benjamin Pavard, der als Weltmeister, ebenso wie Hernandez, nach München gewechselt ist, braucht noch Zeit. Ein Spieler, der hingegen keine Zeit mehr braucht und bereits in der vergangenen Saison seinen Mann stehen konnte, ist Niklas Süle. Der 23-Jährige gilt schon länger als eines der größten Talente, in dieser Saison könnte er den nächsten Schritt vom Talent hin zu einem der besten Abwehrspieler der Bundesliga, wenn nicht gar der Welt machen.


Von Bayerns Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge wurde er gar bereits als bester deutscher Abwehrspieler geadelt, was aber sogleich Kritik nach sich zog. Denn erstens wurde so mit Jerome Boateng noch ein weiterer Bayernspieler herabgewürdigt, der vor wenigen Jahren noch für seine Klasse über den Klee gelobt wurde, auf der anderen Seite wurde damit auch Mats Hummels noch mal beim Abgang ein Seitenhieb verpasst.


Süle will mehr Verantwortung übernehmen


Die Kritik mag gerechtfertigt gewesen sein, in manchen Teilen aber bestimmt auch überzogen. Denn es geht vorrangig um Eitelkeiten, im Kern aber ist Süle so weit weg von diesem Status nicht. Und nicht zuletzt deswegen, weil die Bayern eben auch früh sein Potenzial erkannten, hat der Rekordmeister ihn frühzeitig verpflichtet. Und Süle will in der kommenden Saison angreifen. Gegenüber der Sport Bild erklärte er: "Ich will mehr Verantwortung, besser spielen, noch weniger Fehler machen und torgefährlicher werden."


Einiges vorgenommen habe er sich, wie er weiter ausführt. Als Lautsprecher aber sieht er sich nicht. Vielmehr will er seine zwei Jahre Erfahrung beim FC Bayern nun mehr mit einbringen. Auch das Lob von Rummenigge will er nicht überbewerten und stattdessen den berühmten und bereits erwähnten nächsten Schritt machen. "Mein Plan ist, noch besser zu werden... Ich kam als No-Name aus Hoffenheim und möchte den Menschen, die mir geholfen haben, etwas zurückzahlen, sie nicht enttäuschen."

Niklas Suele

Niklas Süle hatte bessere Passwerte als Hummels oder Boateng in der letzten Saison, gleichzeitig ist er der sechstschnellste Spieler der Bundesliga


Mit seinem ehemaligen Konkurrenten Mats Hummels aber hat bzw. hatte er keine Probleme. Viel mehr sieht er in ihm einen Kumpel, der nun zu einem anderen Verein gewechselt ist, dessen genaue Hintergründe er nicht kennt. Das aber eröffnet ihm eben die Möglichkeit, aus dem Schatten von Hummels herauszutreten und mehr Verantwortung zu übernehmen. Süle selbst scheint dafür bereits bereit zu sein. Und will entsprechend mehr Verantwortung.


In der kommenden Saison ist er als Verteidiger Nummer eins erstmals gesetzt, daneben soll Hernandez als Nummer zwei spielen. Für Pavard und auch Boateng bliebe somit erst mal nur die Rolle der Reservisten. Es ist eine große Chance für Süle, sich zu beweisen und in die Weltklasse aufzusteigen. Ein Anspruch, den er offensichtlich schon von Hause aus mitbringt.