Mats Hummels ist zurück bei ​Borussia Dortmund. Den Jungspunden soll er das Hummels'sche Siegergen einpflanzen, damit Spiele wie das 2:2 gegen ​Werder Bremen aus der Vorsaison nicht noch mal vorkommen. Titelhunger erhofft man sich vom Innenverteidiger, die Mitspieler soll er möglichst mitziehen. Dabei war seine Rückkehr wohl intern keinesfalls unumstritten.


Mats Hummels ist so etwas wie die fleischgewordene Garantie, dass man sich mit dem zweiten Platz künftig nicht mehr zufrieden geben möchte. Wurde Borussia Dortmund jahrelang als erwartbarer Vizemeister und zweite Kraft im deutschen Fußball angesehen, will der BVB mit diesem Status nun brechen und Ansprüche auf Platz eins anmelden. Genug Vizemeisterschaften, genug zweite Plätze im Pokal. Nun soll die Vorherrschaft der Bayern mit allen Mitteln angegriffen werden.


Hohe Ansprüche an den Neuzugang


Für nichts anderes steht die Personalie Mats Hummels, der es seinerseits allen noch mal beweisen möchte: Jogi Löw, dass seine Demission aus der Nationalmannschaft zu früh kam. Karl-Heinz Rummenigge, dass Hummels und nicht Niklas Süle der beste Innenverteidiger Deutschlands ist. Und Fußballdeutschland, dass auch der BVB mal wieder eine Meisterschaft gewinnen kann. Das sind hohe Ansprüche, die aber sowohl der Spieler selbst als auch das Umfeld an ihn stellen.


Denn schließlich sei er dafür nach Dortmund geholt worden. Er hasse es zu verlieren. Ganz gleich, ob es um ein Spiel im Urlaub am Strand mit Freunden gehe, oder ob er in einem Finale bei der Weltmeisterschaft steht. Mit seiner offenen Art, in der er auch in dunkleren Momenten kein Blatt vor den Mund nimmt, soll er die Spieler in Schwarz und Gelb in der kommenden Saison mitnehmen. Er soll sie in entsprechenden Momenten wachrütteln, ihnen die Lust und die Gier aufs Gewinnen einimpfen. Und sollte es mal nicht laufen, kann Hummels auch entsprechend ungemütlich werden.


Hummels: Mehr Drecksackmentalität für den BVB


Eigenschaften, die die Bosse beim BVB von ihm sehen wollen. Dabei war seine Rückkehr wohl keinesfalls unumstritten. Denn wie der kicker berichtet, soll man intern doch einige Bedenken gegen die Rückholaktion des Innenverteidigers gehabt haben. So sollen vor allem seine Eloquenz wie auch seine Eigenschaft, einen eigenen Kopf zu besitzen, nicht bei allen Verantwortlichen auf grundsätzliche Gegenliebe gestoßen sein. Und dennoch sind es genau die Eigenschaften, die Hummels eben mit seinen Kanten zu dem Spieler machen, den Dortmund braucht. Das Brave muss abgelegt werden, es braucht mehr Drecksackmentalität.


Eigenschaften, die Hummels ohne Frage mitbringt. Inwieweit sich bei Misserfolg hingegen damit mögliche Nebenkriegsschauplätze auftun, und ob sich Hummels damit schnell auch intern in der Mannschaft Feinde macht, weil seine offene Art manchen vielleicht zu direkt wird, bleibt abzuwarten. Offenbar birgt die Zusammenstellung so aber schon ein wenig Sprengstoff. Sonst wären intern wohl keine Bedenken dagewesen.