Nach den bereits getätigten vier Transfers wäre der ​FC Schalke 04, wenn es nach Wunschvorstellungen der Verantwortlichen geht, noch nicht fertig. Man sucht weiterhin vor allem einen weiteren Linksverteidiger, auch auf dem Flügel sieht man noch etwas Bedarf. Das Budget wäre zwar da, ist jedoch nur knapp vorhanden und an noch ausstehende Verkäufe gebunden - ein Ritt auf Messers Schneide.


Mit Benito Raman (von Fortuna Düsseldorf) und Ozan Kabak (VfB Stuttgart) hat man bereits große Teile des Transferbudgets ausgegeben, Markus Schubert verstärkt die Knappen ablösefrei und Jonjoe Kenny ist für eine Saison ausgeliehen. Allein Raman und Kabak haben die S04-Verantwortlichen rund 28 Millionen Euro gekostet, was verschiedenen Berichten zufolge das zu erwartende Budget für Neuzugänge widerspiegelt. 


Durch den nicht eingeplanten Verkauf von Breel Embolo und den ausgeliehenen Ralf Fährmann konnte man das noch etwas abfangen - laut kicker soll auch noch weiteres Budget zur Verfügung stehen, doch eben deutlich weniger als eigentlich nötig. Somit bleiben weniger finanzielle Mittel für die Suche nach einem weiteren Linksverteidiger - auf der Position sieht man jedoch noch Bedarf: Bastian Oczipka fehlt das Tempo für die Rolle des Außenverteidigers und Jonas Carls hat noch keine Erfahrung sammeln können, kann zwar mehr Tempo vorweisen, ist jedoch auf dem für ihn unbekannten Terrain Bundesliga eine Art Wundertüte. 

FBL-GER-BUNDESLIGA-SCHALKE

Jonas Carls wurde in der letzten Saison vom U23-Spieler zum Profi und bestritt erst ein Bundesligaspiel - eine Alternative für den Linksverteidiger scheint er noch nicht zu sein



Innerhalb der letzten Wochen war ​Schalke mit einigen Namen für diese Position in Verbindung gebracht worden. So soll auch ​Benjamin Henrichs eine Option sein, jedoch nur, wenn man ihn von der AS Monaco ausleihen könnte. Für eine feste Verpflichtung reicht das Budget nicht. 


So oder so muss man weiterhin auf Abnehmer für das Trio um Nabil Bentaleb, Yevhen Konoplyanka und Hamza Mendyl hoffen. Verlustgeschäfte, im Falle von Verkäufen, würden niemanden überraschen, man wird sie bereits einkalkuliert haben. Dennoch ist es bislang nicht einmal klar, dass man diese drei Spieler überhaupt verkaufen kann. Während es bei Konoplyanka Kontakte zu Fenerbahce und Besiktas geben soll, hat man bei Bentaleb und Mendyl noch nichts gehört. 


Das Problem für S04: Man ist auf die Einnahmen durch diese Verkäufe noch angewiesen, um diese dann für potenzielle Verstärkungen reinvestieren zu können. Jedoch scheint man sich dabei auf Geduld einstellen zu müssen. So könnte es vor allem zum Ende der Transferphase hin, wenn der eine oder andere Klub noch in Panikkäufe verfällt, noch zu Bewegung in Sachen Abgänge kommen. Je länger es jedoch dauert, desto schmaler werden die Chancen, einen der begehrten Kandidaten für die Position des Linksverteidigers zu bekommen. Dabei ist das zweite Ziel, noch weitere Verstärkung für die Offensive zu verpflichten, noch gar nicht in Betracht gezogen worden.


Es steht also schon fast fest, dass man noch in diesem Transferfenster Abstriche im Bezug auf geplante bzw. gewollte Neuzugänge machen muss. Ein linker Verteidiger hat momentan die höchste Priorität, doch man muss versuchen, möglichst schnell noch Einnahmen zu generieren. Fraglich also, ob und wann es noch Neuzugänge geben wird, - das sagte auch S04-Sportvorstand Jochen Schneider