Zumindest für die Fans der ​zweiten Liga hat das lange Warten schon bald ein Ende. Wenige Tage vor dem Start in die kommende Saison, ist die Zeit reif, um sich einen allgemeinen Überblick über die potenziellen Aufstiegskandidaten zu verschaffen. Welches Team konnte sich am besten verstärken? Welche Elf wusste in der Saisonvorbereitung am meisten zu überzeugen? Hier gibt es alles Wissenswerte.​


Hamburger SV

Dieter Hecking,Jonas Boldt

Aktuelle Form:

Die Mannschaft des ​Hamburger SV wurde in diesem Sommer auf mehreren Positionen verändert. Da mit Dieter Hecking zudem ein neuer Cheftrainer installiert wurde, dauerte es eine Weile, bis sich Automatismen bilden konnten. Auch beim letzten Test gegen den RSC Anderlecht griffen längst nicht alle Zahnrädchen harmonisch ineinander. Fazit also: Ausbaufähig, aber auch nicht besorgniserregend.


Auftaktspiel:

In die Saison starten werden die Hamburger am Sonntag, den 28.07.2019, mit einem Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98. Eine durchaus machbare Aufgabe - allerdings ging der letzte Heimauftritt gegen die Lilien überraschend verloren.


Wichtigste Neuzugänge:

In Sachen Verpflichtungen verzichteten die Hanseaten bislang auf einen echten Knaller und konzentrierten sich vorrangig auf Spieler mit Zweitligaerfahrung und/oder einem großen Potenzial. Herauszustellen sind dabei vor allem David Kinsombi, der sich an seinem Abgang von Holstein Kiel sogar selbst finanziell beteiligt hat und der ehemalige Nürnberger Tim Leibold, der für die linke Defensivseite vorgesehen sein dürfte. Mit der ablösefreien Verpflichtung von Lukas Hinterseer, ehemals VfL Bochum, konnte man darüberhinaus einen erfahrenen Zweitliga-Knipser ins Boot holen.


Potenzielle Startelf:

Heuer Fernandes - Gyamerah, Papadopoulos, van Drongelen, Leibold - Hunt, Fein, Dudziak - Jatta, Hinterseer, Kittel 


Aufstiegschance:

75 Prozent


Hannover 96

Mirko Slomka

Aktuelle Form:

Auch ​Hannover 96 konnte bei der Generalprobe (0:1-Niederlage gegen den FC Groningen) nicht wirklich überzeugen. Bereits zuvor hatte die Mannschaft von Rückkehrer Mirko Slomka noch nicht ihr volles Potenzial auf den Rasen bringen können. Vor dem Start am Freitag schrillen bei den Niedersachsen daher so manche Alarmglocken.


Auftaktspiel:

Ein Grund für das Unbehagen einiger 96-Fans ist auch, dass zum Auftakt am Freitag ein schweres Auswärtsspiel beim Mitfavoriten VfB Stuttgart ansteht.


Wichtigste Neuzugänge:

Prominentester Neuzugang ist mit Sicherheit Ron-Robert Zieler, den es nach dem Abstieg mit dem VfB wieder in die Heimat zurück zog. In der Offensive soll Marvin Duksch für Akzente sorgen. Neben dem von Fortuna Düsseldorf losgeeisten Stürmer liegen auch auf Cedric Teuchert jede Menge Erwartungen. Umso ärgerlicher, dass sich der ehemalige Schalker beim Test gegen Anderlecht verletzt hat und mit einer womöglich schweren Muskelverletzung vorerst ausfallen wird.


Potenzielle Startelf:

Zieler - Gloster, Anton, Jung - Albornoz, Bakalorz - Maina -Muslija -Haragushi - Duksch, Weydandt


Aufstiegschance:

70 Prozent


1. FC Nürnberg

Canadi Damir

Aktuelle Form:

Der ​1. FC Nürnberg konnte zuletzt mit einem 1:1-Unentschieden gegen Paris Saint-Germain für ein Ausrufezeichen sorgen. Allzu hoch hängen sollte man das Remis gegen den französischen Serienmeister zwar nicht, dennoch war es Balsam für die Club-Seele. Zuvor hatte das Team des neuen Cheftrainers Damir Canadi nämlich ebenfalls eine eher holprige Vorbereitung hingelegt und sich so manche Niederlage abgeholt.


Auftaktspiel:

Am Samstag müssen sich die Clubberer beim Auswärtsspiel gegen Dynamo Dresden auf einen heißen Tanz vorbereiten. Am 2. Spieltag geht es dann bereits gegen den HSV.


Wichtigste Neuzugänge:


Auch bei den Franken ist nach dem Abstieg vieles im Wandel. Satte zehn Spieler, darunter auch
einige Leistungsträger, verließen den Verein und wurden durch viele der breiten Öffentlichkeit bislang eher unbekannte Profis ersetzt. Für Fans der Bundesliga dürften Robin Hack, ehemals TSG 1899 Hoffenheim und Ex-Hannoveraner Oliver Sorg noch die bekanntesten Namen sein. Ein Hoffnungsträger ist Rechtsaußen Iuri Medeios. Der 25-Jährige wechselte von Sporting Lissabon zum FCN.


Potenzielle Startelf:

Mathenia - Mühl, Erras, Sörensen - Valentini, Behrens, Petrak, Jäger, Kerk - Hack, Ishak


Aufstiegschance:

​50 Prozent


VfB Stuttgart

Tim Walter

Aktuelle Form:

Nicht zufällig geht mit dem VfB Stuttgart auch der vierte Aufstiegsfavorit mit einem neuen Cheftrainer ins Rennen. Tim Walter soll die desaströse Vor-Saison, die ihren Tiefpunkt im Aus in der Relegation fand, vergessen machen. Dabei hinterließen die Stuttgarter in der Vorbereitung einen guten Eindruck und zeigten sich deutlich spielfreudiger. Alles wollte zwar noch nicht gelingen, aber schlussendlich machte nicht nur der gelungene Test gegen den SC Freiburg, den man mit 4:2 für sich entscheiden konnte, Mut.


Auftaktspiel:

Dem VfB wird gemeinsam mit dem Gegner Hannover 96 die Ehre zu teil, die Zweitligasaison bereits am Freitag zu eröffnen. Die Stuttgarter hoffen dabei vor heimischer Kulisse auf lautstarke Unterstützung.


Wichtigste Neuzugänge:

Nachdem Sportdirektor Sven Mislintat mehrere in die Jahre gekommene Spieler vor die Tür gesetzt hatte, holten die Schwaben im Gegenzug einige aussichtsreiche Talente an den Neckar. Neben Spielern mit Zweitligaerfahrung wie etwa Philipp Klement und Hamadi Al Ghaddioui konnte man dabei auch talentierte Spieler aus dem Ausland verpflichten. Bitter jedoch, dass sich mit Angreifer Sasa Kalajdzic einer dieser Hoffnungsträger beim Test gegen die Breisgauer eine ​schwere Knieverletzung zugezogen hat. Auf der Torhüterposition konnte der Abgang von Ron-Robert Zieler durch die Verpflichtungen von Gregor Kobel und Fabian Bredlow gut kompensiert werden.


Potenzielle Startelf:

Kobel - Stenzel, Kaminski, Kempf, Insua - Karazor, Ascacibar, Castro - Didavi - Gomez, Al Ghaddioui


Aufstiegschance:

80 Prozent


1. FC Heidenheim

Frank Schmidt

Aktuelle Form:

Wie in fast jedem Jahr, könnte sich auch in dieser Saison am Ende ein Team ins Aufstiegsrennen einschalten, mit dem man aktuell kaum rechnen kann. Neben dem VfL Bochum und dem 1. FC St. Pauli, könnte auch der ​1. FC Heidenheim in diese Außenseiterrolle schlüpfen. Nach anfänglichen Problemen in der Saisonvorbereitung kam das Team von Coach Frank Schmidt zuletzt immer besser in Fahrt und unterstrich dadurch, dass mit der Elf erneut zu rechnen sein wird.


Auftaktspiel: 

Zum Auftakt müssen die Heidenheimer zwar auswärts ran, die Partie gegen den VfL Osnabrück am Samstagnachmittag, ist dennoch als verhältnismäßig sanfter Einstieg in die Saison zu bezeichnen.


Wichtigste Neuzugänge:

Mit Oliver Hüsing konnten die Heidenheimer einen der zuletzt besten Innenverteidiger der dritten Liga von Hansa Rostock loseisen. Für die Offensive konnte mit Junioren-Nationalstürmer David Otto ein großes Talent der TSG 1899 Hoffenheim ausgeliehen werden. Bei einem Blick auf die weiteren Neuzugänge wird klar, dass die Heidenheimer auch in dieser Saison über die mannschaftliche Geschlossenheit kommen wollen. Diese Eingespieltheit könnte im Vergleich zur Konkurrenz zum großen Vorteil werden.


Potenzielle Startelf:

Müller - Busch, Mainka, Beermann, Föhrenbach - Griesbeck, Dorsch - Leipertz, Thomalla, Schnatterer - Otto


Aufstiegschance:

15 Prozent