​Der ​FC Bayern München hat am Wochenende ein erstes kleines Ausrufezeichen gesetzt. Im Rahmen des International Champions Cups setzte sich der deutsche Rekordmeister gegen ​Real Madrid mit 3:1 durch und wusste dabei über weite Strecken zu überzeugen. Lobende Worte gab es im Anschluss nicht nur von Nationalspieler Toni Kroos. Auch ​BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sieht den Erzrivalen gut aufgestellt.


"In der 1. Halbzeit haben es Real und wir richtig gut gemacht. Es gab Chancen hüben wie drüben", resümierte ​Cheftrainer Niko Kovac. "Offensiv war es richtig gut, defensiv kann man noch nachlegen. Aber Stand jetzt bin ich zufrieden", so der FCB-Coach. 


Lob gab es nach der Partie auch von Kroos. "Ich finde, dass Bayern auch jetzt schon eine top erste Elf hat, zwölf, dreizehn, vierzehn Top-Spieler", wird der Ex-Münchner von der Bild-Zeitung zitiert. "Aber natürlich kann es sein, dass dir im Laufe einer Saison drei, vier Spieler wegbrechen. Und dann ist die Frage: Wie gut bist du dann noch?"

Toni Kroos,Thomas Mueller

Weltmeister unter sich: Thomas Müller (l.) und Toni Kroos



Der 29-Jährige geht davon aus, dass die Bayern noch den einen oder anderen Neuzugang an Land ziehen werden. "Gar nicht mal nur wegen der Qualität, sondern auch wegen der Größe des Kaders", so der zentrale Mittelfeldspieler, für den sein Ex-Verein der Favorit auf die Meisterschaft ist. 


Auch in der Champions League müsse man die Bayern immer auf dem Zettel haben. "Ich sehe Bayern immer vorne mit dabei, wenn sie ihr Niveau spielen", betonte der gebürtige Greifswalder, der den deutschen Rekordmeister im Sommer 2014 in Richtung Madrid verlassen hat.


Watzke spricht von "Topteam"

"Es ist egal, was die Bayern noch machen, weil sie jetzt schon ein Topteam haben", sagte der BVB-Geschäftsführer gegenüber der Bild-Zeitung. "Wenn ich mir die Bayern-Mannschaft aufschreibe, dann habe ich Probleme zu sagen, wer da alles in der ersten Elf steht und wer nicht", erklärte der 60-Jährige, der mit weiteren Bayern-Neuzugängen rechnet. "Aber von der Qualität sind sie jetzt schon sehr, sehr stark", betonte Watzke, der sich auf das direkte Aufeinandertreffen am 3. August (Supercup) freut: "Ich denke auch, dass beide Klubs das Spiel als erstes Pflichtspiel sehr ernst nehmen werden."


Rund zwei Wochen vor dem Saisonstart ist der Supercup für beide Mannschaften eine erste und wichtige Standortbestimmung. Auch wenn ​Borussia Dortmund in den letzten Wochen fleißig aufgerüstet hat, bleiben die Bayern Meisterschaftsanwärter Nummer eins. Die Münchner können zwar in der neuen Saison nicht mehr auf Mats Hummels, Arjen Robben, Franck Ribéry und James Rodriguez zurückgreifen, haben aber dennoch ausreichend Qualität und Erfahrung im Kader, um den BVB erneut in Schach zu halten.


Lediglich bei der Breite des Kaders besteht noch Handlungsbedarf, um mögliche Ausfälle adäquat zu kompensieren, was besonders in der ​Champions League wichtig werden könnte. Kovac dürfte aus dem Achtelfinal-Aus in der letzten Spielzeit die richtigen Schlüsse gezogen haben und mit seiner Mannschaft alles daran setzen, um in der kommenden Saison eine bessere Rolle zu spielen. Mit dem nötigen Quäntchen Glück auf der Seite kann der FC Bayern bei der Vergabe des Henkelpotts durchaus ein Wörtchen mitreden.