Mit zwei Siegen gegen die Seattle Sounders und dem FC Liverpool feierte Borussia Dortmund eine erfolgreiche USA-Reise. Die Mannschaft von Lucien Favre hinterließ einen guten Eindruck, perfekt ist das Spiel allerdings noch nicht; auch wenn die Tendenz in die richtige Richtung zeigt, wie die gewonnenen Erkenntnisse zeigen.


Unberechenbare Offensive, variables Spielsystem


Mit Marco Reus, Julian Brandt, Jadon Sancho, Jacob Bruun Larsen und Thorgan Hazard ist die Offensive der Dortmunder Borussia mit hochkarätigen Spielern besetzt. Die Neuzugänge finden sich immer besser in der Mannschaft zurecht, was sich auch auf das Angriffsspiel auswirkt. Der BVB wirkt kreativ, besitzt wie schon im Vorjahr viel Spielfreude und wirkt unberechenbarer als noch in der Vorsaison. Da nahezu jeder auf jeder Position spielen kann, wird während des Spiels immer wieder rotiert, wodurch es der gegnerischen Abwehrreihe schwerer fällt, sich abzustimmen. ​

Die Neuverpflichtungen wirken sich auch auf das System aus. Während Favre in der vergangenen Saison häufig auf ein 4-2-3-1 setzte, wählte der Schweizer nun ein 4-1-4-1, wodurch die Offensive einen weiteren Spieler dazu gewinnt und mehr Druck auf den Gegner ausübt.


Der Konkurrenzkampf ist groß


Viele Spieler drängen in den ersten Wochen der Vorbereitung auf eine wichtige Rolle innerhalb des Kaders. Die Neuzugänge fordern die bereits vorhandenen Spieler heraus, die Karten werden im Mittelfeld und den Außenbahnen völlig neu gemischt. 

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​Thomas Delaney begrüßt den Konkurrenzkampf. 


Doch statt Angst vor einem Platz auf der Bank zu haben, geben alle Vollgas, wie Thomas Delaney unterstrich: "Um ehrlich zu sein: Ich wäre sogar enttäuscht gewesen, wenn es keine neuen Transfers gegeben hätte, die den Konkurrenzkampf ankurbeln", wird der Däne bei ​Focus zitiert. Sein Motto lautet: "Ellenbogen raus und kämpfen."


Bekannte Defensivprobleme

Mats Hummels

   Rückkehrer Mats Hummels benötigt noch Eingewöhnungszeit.


So gut die Offensive des BVB ist, so anfällig war die Defensive in der vergangenen Rückrunde. Daran hat sich bislang wenig geändert. In der Innenverteidigung machte Mats Hummels noch nicht den Unterschied - auch nicht bei Standards. Dort wirkte Schwarz-Gelb weiterhin so anfällig wie in der Vorsaison, weshalb das Trainerteam in den übrigen Wochen an diesem Punkt ansetzen muss.


Der Kader ist zu groß


Auch wenn einige Akteure nicht mit in die USA gereist sind, ​beklagte Favre laut WAZ: ​"Mit 30 Spielern im Kader ist es unmöglich. Man braucht 22 Feldspieler." Mit Abdou Diallo wurde kürzlich erst der vierte Akteur nach Jeremy Toljan, Felix Passlack und Alexander Isak abgegeben, dennoch misst der Kader 34 Spieler. Maximilian Philipp könnte schon bald ebenso bei einem neuen Verein unterkommen wie Shinji Kagawa und André Schürrle, die extra für die Vereinssuche freigestellt wurden.