​Kai Havertz gilt bereits seit Jahren als eines der größten Talente seiner Generation. In der abgelaufenen Spielzeit machte der Mittelfeldspieler erneut einen enormen Schritt und konnte gleich mehrere Spitzenklub auf sich aufmerksam machen. In einem Interview erläuterte der Star von ​Bayer 04 Leverkusen, wieso er der Werkself dennoch ​vorerst treu bleibt, formulierte aber im gleichen Atemzug auch ambitionierte Ziele für die Zukunft.


Bei dem Gespräch mit der BILD machte der 20-Jährige auf Nachfrage gleich zu Beginn keinen Hehl daraus, dass er sich prinzipiell bereits Gedanken über einen Wechsel zu einem großen Verein mache. "Ich bin ehrlich: Irgendwann muss für mich der nächste Schritt kommen. Aber ich mache mir da jetzt keinen großen Kopf, wann genau das der Fall sein wird. Jetzt zählt erst einmal Bayer Leverkusen. Wir haben noch eine Menge vor", so der gebürtige Aachener.

Kai Havertz

Havertz hat bei sich selbst noch Mängel im Defensivverhalten ausgemacht



Als potenzieller Abnehmer wurde in den vergangenen Wochen unter anderem der ​FC Bayern München gehandelt. Noch sei sich der Youngster aber noch nicht sicher, wohin es ihn in Zukunft verschlagen werde: "Ich weiß jetzt wirklich noch nicht, ob der FC Bayern für mich der nächste und richtige Schritt ist. Ich weiß auch nicht, ob nicht eher das Ausland für mich infrage kommen würde." Prinzipiell traue er sich einen Wechsel zum Rekordmeister aber definitiv zu. "Dieses Selbstvertrauen habe ich, ja. Aber dasselbe gilt auch für andere Vereine", so der offensive Mittelfeldspieler.


"Was danach passiert, steht noch nicht fest"


Den Ausschlag für einen Verbleib in Leverkusen, zumindest für die kommende Saison, hatte nach Aussage des Offensiv-Juwels, das klare Bekenntnis seitens seines aktuellen Arbeitgebers gegeben. "Leverkusen hatte sehr schnell signalisiert, dass sie mich behalten wollen. Deswegen war das für mich kein Thema. Jetzt beginnt mein zehntes Jahr hier, vielleicht können wir es für den Klub zu einem goldenen machen. Was danach passiert, steht noch nicht fest. Es gibt keinen Verein, bei dem ich schon unterschrieben habe", so Havertz.


Seine persönliche Zielsetzung für die Spielzeit 2019/20 ist dabei klar: An das starke Niveau aus der Vorsaison anknüpfen. Keine leichte Aufgabe, schließlich legte der deutsche Nationalspieler zuletzt beeindruckende Werte auf und steuerte in 42 Pflichtspielen 20 Treffer und sieben Torvorlagen bei. Dem Druck, der sich daraus für die kommende Saison ergibt, müsse er sich nun ohne Wenn und Aber stellen.

Kai Havertz,Joachim Loew

Kai Havertz will auch Bundestrainer Joachim Löw von sich überzeugen



Auch die Prognose, dass er bei einem möglichen Wechsel womöglich der erste deutsche Spieler werden könnte, für den mehr als 100 Millionen Euro Ablöse fällig werden, verunsichert das Super-Talent nicht wirklich. Vielmehr gelte es sich von diesen Summen bestmöglich frei zu machen, auch wenn der Druck für teure Spieler mit Sicherheit höher ausfalle, als für ablösefreie Profis.


Neben einer erfolgreichen Saison mit der Werkself liegt der Fokus des offensiven Mittelfeldspielers auch auf der Nationalmannschaft. Zuletzt war er unter ​Bundestrainer Joachim Löw nicht die erste Wahl, dennoch lebt die berechtigte Hoffnung des Youngsters, bei der Europameisterschaft 2020 eine gewisse Rolle zu spielen. Auch, um sich dafür zu empfehlen, sei Leverkusen (noch) das ideale Pflaster.