Die Aussagen von Manuel Neuers Berater Thomas Kroth schlagen weiterhin hohe Wellen an der Säbener Straße. Um sich von dem Vorwurf zu befreien, der Nationaltorhüter habe die Aussagen bewusst platziert, äußerte Neuer sich nun selbst noch mal zu den Vorwürfen und bezog Stellung.


Es waren Sätze, die die Verantwortlichen beim ​FC Bayern München hart getroffen haben. "Mein Eindruck ist, dass der Abstand zu den vier englischen Top-Teams schon gravierend ist und der Münchner Kader aktuell noch nicht entsprechend - also konkurrenzfähig - aufgestellt ist, um auch die Ziele von Manuel ernsthaft anzugehen", erklärte Neuers Berater Thomas Kroth kürzlich in der Süddeutschen Zeitung. Eine Aussage, die bereits auf den ersten Blick eine Menge Sprengstoff birgt.


Und ihre Wirkung offensichtlich nicht verfehlt hat. Denn seit Tagen schon wird über die Meldung von Kroth gesprochen. Auch Manuel Neuer gerät dabei ins Kreuzfeuer, denn die Frage lautete, ob der Weltmeister von 2014 die Aussage selbst lanciert hat. Diesem Vorwurf widerspricht der 33-Jährige inzwischen. ​Nach dem Testspiel gegen den FC Arsenal, welches der Rekordmeister mit 1:2 verlor, erklärte Neuer: "Ich habe meine eigene Meinung. Ich weiß, wo ich das platzieren muss. Wir sind total im Austausch gewesen mit den Bossen. Das läuft hinter verriegelten Türen und ist nichts für die Öffentlichkeit. Wenn ich etwas zu sagen habe, sage ich es den Bossen und nicht über eine Zeitung."


Ganz im Gegensatz zu seinem Berater mache sich der Schlussmann keine großen Sorgen über die Transferpolitik beim FC Bayern. "Es ist noch nicht aller Tage Abend. Unsere Bosse wollen einen Top-Kader haben. Wir wissen, dass sie ihren Job machen. Ich bin da entspannt", fügte er an. Demnach seien die Aussagen von Kroth rein persönlicher Natur und keinesfalls mit seinem Klienten abgestimmt gewesen.

Manuel Neuer

Manuel neuer wehrt sich gegen die Vorwürfe, er habe seinen Berater Thomas Kroth bewusst zu den Aussagen über die Transferplanung angestiftet



Dass das Betriebsklima aktuell hingegen rauer und die Haut bei einigen Akteuren auch aufgrund der bislang verfehlten Transferpolitik dünner wird, ist deutlich. Denn neben den Aussagen von Kroth, die offenbar ein Stück weit ins Wespennest gestochen haben, ließ auch Goalgetter Robert Lewandowski kürzlich aufhorchen, als auch er öffentlich den Wunsch äußerte, dass der Kader nun aber doch mal verstärkt werden könne. "Ich hoffe, dass der Vorstand und die Leute, die daran arbeiten, uns als Mannschaft verstärken. Nicht nur mit jungen Spielern, sondern auch mit Spielern, die direkt top in der Welt sind. Das ist klar unser Wunsch, und ich hoffe, dass das in den nächsten Tagen passiert", so der Stürmer. 


Die Stimmung jedenfalls ist aktuell nicht wirklich gut. Die Diskussionen um verpasste Transfers und neue Spieler begleiten den Rekordmeister auch auf der USA-Reise. Das erste Testspiel ging mit 1:2 verloren und mit Daniels Ontuzans gibt es bereits einen ersten Verletzten. Auch weitere Akteure wie Corentin Tolisso sind noch weit von ihrer Form entfernt. Entspannung sieht jedenfalls anders aus.