Das Nervenkostüm beim Rekordmeister scheint bereits vor dem eigentlichen Saisonstart dünn zu sein. Während sich Coach Niko Kovac unzufrieden mit der anstehenden USA-Reise zeigt, erklärt Karl-Heinz Rummenigge die PR-Tour als alternativlos und erwartet vom Trainer, dass dieser sich fügt.


Der Haussegen hängt zwar nicht gleich schief, doch scheint man beim ​FC Bayern München langsam aber sicher nervös zu werden. Der Grund dafür dürfte in den anhaltenden Problemen auf dem Transfermarkt liegen. Denn nach wie vor warten die Bayern auf weitere Neuverpflichtungen nach den bisherigen Wechseln von Benjamin Pavard, Lucas Hernandez und Jann-Fiete Arp. ​Dagegen gab es von Ousmane Dembele die nächste Absage.


Beim jungen Franzosen hatte man sich wohl einen Wechsel erhofft, sollte der von Karl-Heinz Rummenigge erwartete Dominostein endlich fallen. Dembele ließ aber über seinen Berater ausrichten, dass er nicht an einem Wechsel nach Deutschland interessiert sei. Es ist also noch eine ganze Menge zu tun für Hasan Salihamidzic, ​der deshalb auch die Reise in die USA mit dem Rest der Mannschaft nicht antritt. Auch Brazzos Wunschspieler Callum Hudson-Odoi ist diesen Sommer auf keinen Fall zu bekommen - berichtet zumindest die Abendzeitung.


Für den Trainer ist die Reise in die Staaten offenbar eher ein Dorn im Auge. Beim Bayrischen Rundfunk wird er mit den Worten zitiert: "Man muss zwölf Stunden nach Los Angeles fliegen, man hat neun Stunden Zeitunterschied. Man muss sich akklimatisieren und versuchen, das alles zu drehen." Für den Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge aber ist die Reise über den großen Teich dagegen ein Muss.


"Alle Trainer, die in den letzten Jahren bei uns gearbeitet haben, haben da mitgespielt. Es ist wichtig, dass man die Reise ganz einfach so akzeptiert, wie sie ist. Das ist, ich kann mich da nur wiederholen, alternativlos", so der 63-Jährige. "Wir müssen das machen, wir müssen zusehen, dass wir unsere Sponsoringaktivitäten, unsere Merchandisingaktivitäten auf diese Art und Weise auch in die Welt hineinbringen."


Darüber hinaus sei auch nach dem Trip noch genug Zeit, vernünftig mit der Mannschaft zu arbeiten und diese auf die kommende Spielzeit vorzubereiten. "Ich kann mir vorstellen, das ist alles für einen Trainer nicht so einfach, zwölf Stunden Flug, es gibt eine Zeitdifferenz, aber auf der anderen Seite kommen wir wieder, haben dann noch über drei Wochen Zeit, uns auf die Bundesliga vorzubereiten, es gibt noch ein Trainingslager am Tegernsee, dementsprechend sehe ich da kein großes Problem", so Rummenigge weiter.


Bis zum 24. Juni bleiben die Münchner in den Vereinigten Staaten. Dort tritt man dann unter anderem gegen den FC Arsenal und Real Madrid an, abschließend folgt ein Spiel gegen den AC Milan. Zeit genug also, um auch noch ein paar Neuverpflichtungen unter Dach und Fach zu bringen. Zeit wird es langsam aus Sicht des Rekordmeisters.