Um die Kaderplanung in der Defensive endgültig vollenden zu können, sucht der ​FC Bayern derzeit offenbar nach einem weiteren Rechtsverteidiger als Ersatz für Stammspieler Joshua Kimmich. Neben den Spekulationen um eine Verpflichtung von Benjamin Henrichs bringt ​Sky Sports auch Kieran Trippier von Tottenham Hotspur ins Spiel. Würde sich der Transfer des englischen Nationalspielers lohnen? Und wie realistisch wären die Erfolgschancen? Das Gerücht im Check!

Kieran Trippier läuft seit vier Jahren für die Spurs auf, wurde 2015 für knapp fünf Millionen Euro vom FC Burnley verpflichtet und musste sich in seinen ersten Jahren hinter Kyle Walker einordnen. Nachdem sich dieser vor zwei Jahren gen Manchester City verabschiedete, lieferte sich Trippier ein offenes Duell mit Serge Aurier und ging als Sieger hervor, ist seither Stammspieler.

​In den vergangenen beiden Jahren spielte sich der 28-Jährige ins Blickfeld der Nationalmannschaft, war bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr im rechten Mittelfeld gesetzt und steht bei 16 Länderspielen. Sein Vertrag ist bis 2022 gültig, doch laut ​Sky Sports ist Tottenham nicht abgeneigt, sowohl Trippier als auch Aurier in diesem Sommer abzugeben.

Kieran Trippier

Seit Monaten wird über einen Abgang von Kieran Trippier berichtet. Nach dem SSC Neapel, Atlético Madrid und Juventus Turin wird nun auch der FC Bayern ins Spiel gebracht.


Demnach stehe eine Ablösesumme von 30 Millionen Euro im Raum. Trippier wurde zuletzt auch mit Atlético Madrid, Juventus Turin und dem SSC Neapel in Verbindung gebracht - doch wäre ein Wechsel zum FC Bayern realistisch?


​Name​AlterVerein​
​Kieran Trippier​28​Tottenham Hotspur
​Joao Cancelo​25​Juventus Turin
​Benjamin Henrichs​22​AS Monaco

Diese Rechtsverteidiger wurden schon mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht


Trotz aller Popularität ist Sky Sports in puncto Transfers nicht gerade die vertrauenswürdigste Quelle - ähnlich wie Sky Italia. Im Netz finden sich vor allem hämische Kommentare über die Vielzahl der verschiedenen Transfergerüchte, die während des Sommers veröffentlicht werden. Dass bislang keine weiteren Quellen über einen vermeintlichen Transfer zum FC Bayern berichten, spricht nicht gerade für konkrete Informationen. Allerdings berichtete The Independent bereits im Mai, dass Trippier als Wechselkandidat für diesen Sommer gilt. Damals wurde über einen möglichen Transfer nach Neapel berichtet. 


Die sportliche Perspektive: Vom Stammspieler zum Bankdrücker?


Sportlich betrachtet müsste sich der 28-Jährige die Frage stellen, ob sich ein Wechsel nach München wirklich lohnen würde. Joshua Kimmich ist auf der rechten Abwehrseite eine Bank, absolvierte fast alle Pflichtspiele der abgelaufenen Saison - einzig bei der 1:3-Niederlage im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Liverpool fehlte er aufgrund einer Gelbsperre. Zwar würde die Verpflichtung eines weiteren Rechtsverteidigers - der vielseitige Benjamin Pavard ist gemeinsam mit Niklas Süle und Lucas Hernandez für die Innenverteidigung eingeplant - bedeuten, dass Kimmich öfter auf seine eigentliche Position im defensiven Mittelfeld rücken könnte, doch überwiegend würde er wohl weiterhin als Rechtsverteidiger beginnen. 


Wie viel investieren die Bayern in einen Ersatzspieler?


​Für Trippier würde dies nach zwei Jahren als Stammkraft einen Rückschritt bedeuten. Auch finanziell dürfte solch ein Transfer für einen Ersatzspieler letztlich zu teuer sein, wenn das Gehalt in Betracht gezogen wird. Daher beschäftigen sich die Münchner offenbar weiterhin mit Benjamin Henrichs. Für den Ex-Leverkusener sollen die Verantwortlichen der AS Monaco angeblich 35 Millionen Euro verlangen. Im Vergleich mit der kolportierten Ablösesumme für Trippier würde der Rekordmeister mehr investieren, aber Henrichs ist sowohl auf der rechten als auch auf der linken Abwehrseite einsetzbar und besitzt aufgrund seines Alters von 22 Jahren wohl ein größeres Entwicklungspotenzial als Trippier.


Beide Akteure würden sinnvolle Verstärkungen darstellen. Allerdings ist es kaum vorstellbar, dass sich Trippier mit einem Platz auf der Bank anfreunden würde, weshalb der Transfer allerhöchstens dann ernsthaft in Betracht gezogen werden könnte, wenn eine Verpflichtung von Henrichs scheitern sollte.