Seit zwei Jahren steht der tschechische Keeper Jiri Pavlenka beim ​SV Werder Bremen unter Vertrag. Wenn es nach den Bremern geht, könnten da noch einige Jahre hinzu kommen, denn vor allem in der letzten Saison entwickelte sich der Schlussmann zu einem starken Rückhalt. Nun spricht er über die Zukunft bei Werder und seine persönlichen Ziele.


Selten konnte man beim SVW von solch einem Königstransfer sprechen. Gerade einmal drei Millionen Euro überwies man im Sommer 2017 an Slavia Prag und sicherte sich die Dienste der Nummer Eins für insgesamt vier Jahre. Heute kann er schon auf zwei sehr erfolgreiche Jahre mit Bremen zurückblicken, in der heimischen deník.cz sprach er nun über die vergangenen und kommenden Jahre.


Zu Beginn geht der Keeper erst einmal auf die abgelaufene Spielzeit ein, in der man fast das große Saisonziel erreichte. Nur ein Punkt fehlte am Ende zur Europa League, Pavlenka weiß selbst, wie bitter das war: "In den letzten fünf Jahren hätte unsere Anzahl an Punkten immer für eine Qualifikation gereicht." Doch deshalb zeigt sich der 27-Jährige nicht enttäuscht, sondern weiter kämpferisch. In Bremen fühlt er sich zudem so richtig wohl.


In Bremen ist Pavlenka glücklich, deshalb soll er bleiben


Dass er nach starken Leistungen sogar mit internationalen Top-Klubs in Verbindung gebracht wurde, interessiert ihn deshalb nicht wirklich. Anscheinend sei vor allem ​Juventus Turin lange am Tschechen interessiert gewesen, doch Pavlenka weiß wie die Absprachen mit Werder lauten: "Wir haben mit dem Manager vereinbart, dass er anruft, wenn ein bestimmtes Angebot eintrifft. Außerdem weiß ich, dass Bremen das letzte Wort hat. Der Manager möchte, dass ich mindestens noch ein Jahr bleibe", so der Profi der in Bremen gehalten werden soll.


Auch persönlich hat er in Bremen Ziele erreicht, mit Sohn Mathias hat er seine Familie zusammen mit seiner Verlobten erstmalig erweitert. Größere emotionale Momente gibt es in einem Leben kaum, das weiß der Torhüter jetzt auch. Doch seit Anfang Juli steht für ihn wie für seine Kollegen die Saisonvorbereitung an, in der er sich noch einmal steigern möchte, um das große Ziel zu erreichen. Seinen steigenden Marktwert (aktuell zwölf Millionen Euro) hat er dabei nur bedingt im Blick.


Darauf kommt es ihm nämlich keineswegs an: "Ich würde nicht so viel Geld für mich ausgeben. Jeder hat einen Wert, aber es hängt vom Verein ab, wie sehr er den Spieler schätzt. Jedenfalls verstehe ich das nicht als Handelsware", so Pavlenka. Im Bezug auf die Nationalmannschaft hat er ebenfalls große Pläne. Dort sind mit ihm, Tomáš Vaclík und Tomas Koubek drei sehr gute Torhüter eingeplant, doch die große Aufgabe für alle drei ist es, die Legende Petr Čech abzulösen.


Das ist natürlich keine einfache Aufgabe, doch der 26-Jährige möchte trotzdem angreifen und eine noch wichtigere Rolle für sein Land spielen. Im Verein will er nun endlich das europäische Geschäft erreichen, dabei ist er auch ohne den Europapokal schon stolz auf die aktuelle Entwicklung.

Jiri Pavlenka

Den Anhängern ist der Tscheche sehr dankbar



Er weiß, dass die "Grün-Weißen" vor wenigen Jahren noch als Abstiegskandidat galten, dass man sich nun auf die obere Tabellenhälfte konzentrieren kann ist ein großer Schritt. Auch genießt Pavlenka sehr großes Vertrauen, die von den Fans getaufte "Krake" erinnert sich gerne an die Kulisse im DFB-Pokal-Halbfinale: "Ich werde die Atmosphäre nicht vergessen, die sie im Halbfinale des Pokals geschaffen haben. Die fünfhundert Meter lange Fahrt zum Stadion dauerte mit dem Bus etwa 25 Minuten, 40.000 Fans waren gekommen."


All dies überzeugt den Schlussmann davon, dass er in Bremen gerade alles richtig macht. Nun will er sich mit der Mannschaft belohnen und die teils schweren vergangenen Jahre hinter sich lasen. Dass er für Werder auch in der kommenden Saison ein wahres Fest feiern will ist also klar. Der 26-Jährige wird versuchen, so viel wie möglich dazu beizutragen.