​Der ​SV Werder Bremen startete vor wenigen Tagen in die Saisonvorbereitung. Mit einem eingespielten Kader will man in dieser Spielzeit das Ziel Europa League erreichen. Doch vor allem jetzt deutet sich schon ein vermeintlich großes Problem für das nächste Jahr an. Denn die Personaldecke ist gerade in der Defensive dünn, die Innenverteidigung wird mit den Ausfällen von Milos Veljkovic und Sebastian Langkamp zur Problemzone. Trotzdem möchte man weiter auf Neuzugänge im Defensiv-Bereich verzichten.


Durch die finanzielle Situation ist der SVW auf dem Transfermarkt nicht wirklich handlunsgfähig. Um Erstliga-taugliche Verstärkung zu verpflichten fehlt einfach das Geld, trotzdem sieht sich Werder gut für die kommende Saison gerüstet. Vor allem die Stammspieler konnten sich im letzten Jahr entwickeln, viele von ihnen gehören sogar zur ​Bundesliga-Spitze. Doch ein Problem wird deutlich, was Trainer Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann große Kopfschmerzen bereiten könnte.


Die Startelf der Werderaner ist zwar gut aufgestellt, doch die zweite Grade ist vor allem in der Defensive sehr dünn besetzt. Mit den ​Ausfällen von Milos Veljkovic und Sebastian Langkamp stehen zwei etablierte Innenverteidiger nicht zur Verfügung. Wie der kicker berichtet, könnte der Serbe aufgrund einer Operation am Zeh sogar die gesamte Vorbereitung verpassen. Langkamp, der einen Faserriss in der Wade erlitt, wird für das ​Trainingslager im Zillertal ausfallen.

Florian Kohfeldt,Niklas Moisander

Florian Kohfeldt muss wohl defensiv immer wieder umplanen


Auch Marco Friedl darf nach der U21-Europameisterschaft mit Österreich noch ein paar Tage seinen Urlaub genießen und wird erst am 8. Juli zur Mannschaft stoßen. Bis dahin wird also nur Niklas Moisander als einziger Innenverteidiger aus dem Profi-Kader einsatzfähig sein. Damit steht Werder aktuell natürlich vor einem großen Problem.


Für das Trainingslager hat sich eine Lösung gefunden, denn wie üblich werden auch einige U23-Profis bei der Vorbereitung dabei sein. Kohfeldt kann im Sinne des Trainings erst einmal auf Verteidiger aus der zweiten Mannschaften zurückgreifen, auch für den Beginn der Saison könnte dies eine Option sein. Sollten die beiden Verletzten nämlich länger oder erneut ausfallen, müsste man die Positionen irgendwie besetzen.


Werder plant vorerst ohne weitere Transfers


Das ist natürlich auch durch Transfers möglich, doch von dieser Option sehen die Verantwortlichen vorerst ab. Der Fokus liege auf anderen Mannschaftsteilen: "Ich sehe eher keinen Handlungsbedarf. Langkamp und Veljkovic fallen ja nicht sechs Monate aus. Ganz ausschließen, werde ich es nicht. Das wäre nicht professionell", so Kohfeldt in der Bild.


Damit räumt er die Möglichkeit von Einkäufen zwar nicht aus dem Weg, doch im Normalfall glaubt man an die Minimallösung mit den vier Innenverteidigern im Kader. Doch es stellt sich die Frage, ob dies der richtige Ansatz für eine sehr intensive Saison sein kann. Immerhin überzeugten Veljkovic, Langkamp und Friedl in ihren bisherigen Ensätzen auch nicht durchgängig.


Doch Werder muss in gewisser Art und Weise riskieren und hoffen, dass alles glatt läuft. Denn mehr als einen weiteren Spieler in Millionenhöhe wird man wohl nicht verpflichten können. Die Defensive sieht Kohfeldt da noch am ehesten gerüstet, denn man müsse dort sowieso nicht so viel rotieren. Doch diese Herangehensweise birgt auch viel Risiko, denn die Ausfälle von Akteuren können sich natürlich auch während der Saison wiederholen.

Jadon Sancho,Marco Friedl

Auf Marco Friedl könnte im nächsten Jahr eine große Verantwortung zukommen


Sollte man dann erneut vor einem solchen Problem stehen, bietet sich keine optimale Lösung an. Denn zum einen gibt es keinen so vielversprechenden Verteidiger aus der zweiten Mannschaft, der eine Lücke füllen könnte und zum anderen, könnte man sich dann nicht mehr verstärken. Bremen hofft auf das Beste und muss im Notfall also auch improvisieren können. Denn wenn die Defensive nicht sicher steht, ist auch jegliches Star-Potential in der Offensive wirkungslos.


Auf einem schmalen Grat geht Werder also in die neue Saison, doch verständlicherweise muss man nachvollziehen, dass der SVW kaum andere Optionen hat. Nach dem Abgang von Max Kruse oder der Problematik auf der Sechs genießen die derzeitigen Abwehrsorgen nicht die höchste Priorität. Doch vielleicht bietet der Engpass nun ganz bestimmten Akteuren die Gelegenheit sich zu beweisen - Garantien findet man an der Weser aktuell aber nicht.