​​Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des​ FC Bayern München,  hat dem vereinseigenen Magazin "51" ein Interview gegeben. Darin beklagt er den Preisanstieg auf dem Transfermarkt, zieht Parallelen zum FC Barcelona und erklärt, warum der FC Bayern anders sei als viele Klubs.


Der Transfermarkt habe, so Rummenigge, mittlerweile eine ungesunde Größe erreicht. Ablösesummen in dreistelliger Millionenhöhe würden enorme Erwartungen schüren, denen man am Ende nicht gerecht werden könne. Deshalb sieht Rummenigge für "seinen" FC Bayern auch einen anderen Weg vorgezeichnet, als den der Konkurrenz. 


Dabei stellt er einen Vergleich mit dem spanischen "FCB" (dem ​FC Barcelona) an: "Der FC Barcelona hat den berühmten Slogan 'Mes que un club' - 'Mehr als ein Klub'. Das trifft genauso auf den FC Bayern zu. Auch in Zukunft werden wir Top-Spieler holen, die im FC Bayern mehr sehen als nur einen Fußballverein." Und: "Wir haben den Luxus, anders zu sein, als viele Klubs: menschlicher, ehrlicher. Die meisten Spieler zahlen das zurück." 

Menschlicher? Ehrlicher? Da muss Rummenigge von einem anderen Klub sprechen. Der FC Bayern, der sich - u.a. - von katarischen Geldgebern sponsoren lässt, der hinter dem Rücken der betroffenen Vereine mit deren Spielern Kontakt aufnimmt - dieser FC Bayern ist genau so menschlich und ehrlich wie es die finanziellen Erfordernisse zulassen. Nicht mehr und nicht weniger. Da können sie auch den ganzen Tag ihr "Mia san mia" intonieren. Am Ende, und das weiß auch Karl-Heinz Rummenigge, zählt in diesem Business das Geld. Wer gut zahlt, bekommt gute Spieler. So einfach ist das. 


Angesichts der bislang noch sehr mauen Ergebnisse auf dem diesjährigen Spielermarkt, könnte man die Worte von Rummenigge somit auch dahingehend interpretieren, dass da jemand seinen Frust ablässt, weil es mit den angekündigten Transfers (man erinnere sich der Worte von Uli Hoeneß von vor einigen Monaten!) nicht so recht klappen will. 


Spieler wie die ehemaligen Ajax-Kicker Matthijs de Ligt (Juventus Turin) oder Frenkie de Jong (FC Barcelona), die man auch in München auf dem Schirm hatte, sind längst woanders untergekommen bzw. werden unterkommen. Andere Transferziele wie Leroy Sané sind schlichtweg nicht zu kriegen. 


Da kann man sich dann schon mal vorbeugend hinstellen, etwas heuchlerisch den Kopf schütteln über derart hohe Preise - und sich somit schon im Vorfeld die passende Entschuldigung zurechtlegen, wenn den großspurigen Ankündigungen ("Wenn sie wüssten, wen wir schon alles sicher haben") dann später keine Taten folgen. 


Natürlich wird der FC Bayern irgendwann im Laufe dieser Transferperiode neue Namen präsentieren. Wahrscheinlich auch ganz brauchbare, wie z.B.Timo Werner. Aber die selbst geschürten Erwartungen bezüglich der ganz großen Deals könnten dann doch ins Leere laufen...