Die Torwart-Position bietet über das Sommer-Transferfenster bei ​Schalke 04 viele mögliche Konstellationen. Mit Ralf Fährmann und Alexander Nübel hat man zwei Anwärter auf die Nummer 1 - dazu kommt allerdings die Vertragskonstellation Nübels und mit Markus Schubert soll noch ein Torwart-Talent nachrücken. Wie plant der Verein damit umzugehen, und ist das der richtige Weg?


Fingerspitzengefühl ist gefragt, wenn die sportliche Leitung der Schalker in diesem Sommer über die Zukunft der Torhüter-Position entscheidet. Es gilt, sich bei diesen Vorgängen nicht zu verzetteln und für den Verein die bestmögliche Variante der Torwart-Konstellationen zu wählen.


Alexander Nübel, über die letzte Rückrunde die Nummer 1 im Tor, sowohl unter Domenico Tedesco als auch unter Huub Stevens, dazu U21-Nationalkeeper, S04-Vertrag bis 2020. Ralf Fährmann, jahrelanger, sicherer Rückhalt. "Echter" Schalker mit klaren Ambitionen auf den Stammplatz. Dazu vermutlich ​Markus Schubert, der kurz vor einem Transfer zu Schalke stehen soll. Auch er ist U21-Nationaltorwart, spielte zuletzt bei ​Dynamo Dresden und hat ebenfalls enormes Talent, ist zudem ablösefrei.


Nun soll ​Fährmann womöglich zu Norwich City ausgeliehen werden, aber ohne Kaufoption. Sollten sich diese Details bewahrheiten, dann spricht das für eine koordinierte Planung seitens S04. Doch was könnte überhaupt mit den Torhütern geplant werden, und wie sollte man mit der "Causa Nübel" umgehen?


Fast alles hängt an Nübels Entscheidung - Fährmann mit Einsatzzeiten in England?


Der wichtigste Punkt, der nun anlaufenden Entscheidungen und Planungen wird die mögliche Vertragsverlängerung von Alex Nübel sein. Durch vereinsinterne Versäumnisse, die vor allem Christian Heidel anzuhängen sind, hat man eine vorzeitige Verlängerung schon vor der Rückrunde verpasst. Nun sind durch die vielen Einsätze auch andere Vereine auf ihn aufmerksam geworden (u. a. der ​FC Bayern) und er steht vor seinem letzten Vertragsjahr. 

Alexander Nübel

Die Planungen auf Schalke hängen mit einen möglichen Nübel-Verbleib zusammen


Sollte er den Vertrag verlängern, was zwar nicht ausgeschlossen, aber dennoch die unwahrscheinlichste Variante ist, wäre er sicher die Nummer 1. Allerdings würde er vermutlich eine passende Ausstiegsklausel integrieren lassen, die es ihm ermöglicht, wenig später "einfacher" wechseln zu können. Dennoch könnte man so eins der zurzeit größten Torwart-Talente Deutschlands weiterhin an sich binden und das wäre sportlich gesehen meines Erachtens die beste Option. Sollte man zeitgleich Markus Schubert verpflichten, hätte man einen jungen, talentierten Torhüter als Nübel-Nachfolger, der ihn dann ersetzen könnte. Ralf Fährmann würde in dieser Variante vermutlich hinten rüberfallen. ​


Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass Nübel seinen Vertrag nicht verlängert. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Man verkauft ihn noch in diesem Sommer, damit man noch eine Ablösesumme generieren und einen erneuten ablösefreien Abgang wie bei Goretzka, Kolasinac und Co. vermeiden kann. Angesichts der angeblich bevorstehenden Leihe von Ralf Fährmann kann man jedoch vermuten, dass man nochmal in den sauren Apfel beißen wird und einen Spieler ohne Einnahmen ziehen lassen muss. 


Dann würde man mit Nübel als Nummer 1 in die erste Wagner-Saison gehen, dazu Schubert als Nummer 2 halten. Wenn Nübel dann im nächsten Jahr geht, kehrt 'Ralle' wieder zurück und kann sich dank einer Saison mit viel Einsatzzeiten dem offenen Zweikampf mit Schubert stellen. So würde man sich noch eine weitere Saison auf die Dienste von Nübel verlassen können, während Schubert nach seinem potenziellen Wechsel langsam herangeführt wird und Fährmann erhält wichtige Einsätze. Dass er diese jedoch deutlich lieber im S04-Trikot haben wollen würde, ist kein Geheimnis. 


Die Planungen seitens S04 sind richtig


Was eigentlich sicher ist: Man wird nicht mit allen drei Torhütern, Nübel, Fährmann, Schubert, in die Saison gehen. Man hat erst vor zwei Monaten den Vertrag mit dem aktuell dritten Torwart, Michael Langer, ein weiteres Jahr bis 2021 verlängert. Er ist sich seiner Rolle als Backup bewusst - die wird keiner der drei anderen akzeptieren wollen. Dementsprechend ist es wichtig und auch richtig, dass Wagner und Schneider nun die kurzfristige und langfristige Perspektive im Tor planen. Doch dabei wird nunmal viel an Nübel und seiner Entscheidung hängen. Er soll zum 18. Juli aus dem Urlaub zurückkehren und dann dürften die Gespräche starten und vermutlich schnell zu einem Ergebnis führen - welches scheint noch ziemlich offen. 


Einige Fans fordern, Nübel bei nicht erfolgreicher Verlängerung definitiv noch diesen Sommer zu verkaufen und dann Fährmann wieder als Stammtorhüter, vor Schubert, "einzustellen". Durchaus auch eine denkbares und mögliches Szenario. Wie es tatsächlich ablaufen wird, ist jedoch noch ziemlich offen. Dass die Fährmann-Leihe nun konkreter wird, spricht allerdings eher dafür, dass man mit Nübel in die Saison 2019/2020 gehen wird - ob mit VVL oder ohne wird man wohl in den nächsten Wochen sehen. Grundsätzlich bleiben die verschiedenen Optionen, die man sich erhält, aber richtig. In jedem Szenario hat man mindestens zwei sehr starke Torhüter, die in der Bundesliga in so gut wie in jedem Team die Nummer 1 sein könnten. Nun gilt es die richtigen Schlüsse zu ziehen, sodass man für die Zukunft auf der Torwart-Position zunächst ausgesorgt hat.