Der FC Bayern München ist zwar der erfolgreichste deutsche Fußballverein, gehört seit Jahren aber nicht zu den Top-Adressen, wenn es um herausragende Arbeit im Nachwuchsbereich geht. Seit 2010, als Thomas Müller, Holger Badstuber und David Alaba - der allerdings erst in der U19 zu den Münchnern stieß - der Durchbruch gelang, warten Fans und Verantwortliche auf ein neues Wunderkind aus der eigenen Jugend. In den Jahren zuvor brachte der Rekordmeister aber auch den ein oder anderen Weltklassespieler hervor, weshalb die folgende Liste die wohl größten Eigengewächse in der Vereinsgeschichte beinhaltet.


Thomas Müller

Thomas Mueller,Mark van Bommel

Im Alter von elf Jahren wechselte Thomas Müller vom TSV Pähl in die Nachwuchsabteilung des FC Bayern, durchlief zunächst sämtliche Nachwuchsmannschaften und feierte unter Jürgen Klinsmann bereits am 15. August 2008 beim Eröffnungsspiel der Bundesliga-Saison 2008/09 gegen den Hamburger SV (2:2) sein Debüt. Mittlerweile hat Müller 485 Pflichtspiele für den FC Bayern auf dem Buckel (185 Tore, 167 Assists), stand zudem 100 Mal für die Nationalmannschaft auf dem Platz (38 Tore). 


Sowohl bei den Münchnern als auch im Trikot der Nationalmannschaft hat Müller jeden erdenklichen Titel gewonnen. Der 29-Jährige feierte im Mai seine achte Meisterschaft, gewann gegen RB Leipzig zum fünften Mal den DFB-Pokal und wird sich noch heute gerne an den Erfolg in der Champions League (2013) und den WM-Titel (2014) erinnern. 


Bastian Schweinsteiger

Bastian Schweinsteiger

Von den Fans wurde Bastian Schweinsteiger jahrelang als "Fußballgott" verehrt. Der heute 34-Jährige wechselte 1998, im Alter von 14 Jahren, zum FC Bayern und feierte am 13. November 2002 im Champions-League-Spiel gegen den französischen Klub RC Lens sein Debüt unter Ottmar Hitzfeld.

​Jahrelang bemühten sich Hitzfeld, Felix Magath und Jürgen Klinsmann darum, eine geeignete Position für Schweinsteiger zu finden, doch erst Louis van Gaal traf die goldrichtige Entscheidung. Der Niederländer beorderte ihn ab der Saison 2009/10 ins defensive Mittelfeld. Von dort aus zog Schweinsteiger die Fäden, erwies sich zudem als hartnäckiger Zweikämpfer, der sich - wie er im WM-Finale von 2014 eindrucksvoll unter Beweis stellte - nicht kleinkriegen lässt. Nach 500 Pflichtspielen wechselte er im Jahr 2015 zu Manchester United, erfüllte sich zwei Jahre zuvor mit dem Titel in der Champions League seinen Kindheitstraum und wurde acht Mal Deutscher Meister sowie sieben Mal DFB-Pokalsieger.


Philipp Lahm

Philipp Lahm

Pep Guardiola betitelte Philipp Lahm einst als den "intelligentesten Spieler, den ich in meiner Karriere trainiert habe" (via ​Welt). Mit zwölf Jahren wechselte der ehemalige Außenverteidiger zum FC Bayern, wurde zunächst jedoch an den VfB Stuttgart verliehen. 


Im Sommer 2005 kehrte er zurück, war auf Anhieb Stammspieler und beackerte zunächst die linke Abwehrseite. Einige Jahre später war er Rechtsverteidiger und zwischenzeitlich sogar defensiver Mittelfeldspieler. Lahm, der in 652 Profispielen nur 49 Gelbe Karten kassierte, zählt heute noch immer zu dem wohl besten Außenverteidiger in der Geschichte der Münchner Bayern.


Owen Hargreaves

1. BUNDESLIGA 00/01 FC BAYERN MUENCHEN

1997 zog es Owen Hargreaves mit 16 Jahren nach München. 218 Mal stand der Mittelfeldspieler für den Rekordmeister auf dem Platz und wurde als eine Art Allzweckwaffe im zentralen Mittelfeld, als rechter oder linker Mittelfeldspieler sowie als Außenverteidiger eingesetzt. Für die damalige Rekordablösesumme von 25 Millionen Euro wechselte er 2007 zu Manchester United, wo er vor allem mit vielen Verletzungen zu kämpfen hatte. Hargreaves gewann in seiner Laufbahn zwei Mal die Champions League (2001, 2008), feierte je vier Meistertitel mit den Bayern und Manchester United und gewann drei Mal den DFB-Pokal.


Paul Breitner

Paul Breitner

In den 1970er Jahren war Paul Breitner einer der größten deutschen Fußballer. Udo Lattek beförderte ihn beim FC Bayern zu den Profis, wo sich der vom Stürmer zum Außenverteidiger transformierte Breitner rasch etablieren sollte, so dass er 1974 für 1,5 Millionen Euro zu Real Madrid wechselte. Der 67-Jährige ist Welt- und Europameister, gewann 1974 den Europapokal der Landesmeister sowie sieben Meisterschaften und drei nationale Pokalwettbewerbe. 


Franz Beckenbauer

Franz Beckenbauer

18 Jahre verbrachte der ehemalige Libero Franz Beckenbauer bei den Münchner Bayern. Von 1959 bis 1977 spielte er für den heutigen Rekordmeister, ehe er zu New York Cosmos und später zum Hamburger SV wechseln sollte. Der 'Kaiser', wie er 1969 getauft wurde, ist wie Breitner Welt- und Europameister, feierte den Titel-Hattrick im Europapokal der Landesmeister in den Jahren 1974, 1975 und 1976 und wurde fünffacher Deutscher Meister und vierfacher DFB-Pokalsieger. 


Georg Schwarzenbeck

Hans-Georg Schwarzenbeck

 Für Hans-Georg "Katsche" Schwarzenbeck gab es in seiner Karriere nur den FC Bayern. Von 1961 bis 1981 war der Abwehrspieler für die Münchner aktiv, am 08. Oktober 1966 feierte er sein Debüt in der Bundesliga. Im Gegensatz zu Beckenbauer war Schwarzenbeck ein schnörkelloser Verteidiger, in 416 Bundesligaspielen erwies er sich mit 21 Toren und 10 Vorlagen zudem als torgefährlich. 


Seinen wichtigsten Treffer erzielte er im Europapokalfinale von 1974, als er in der 120. Minute den Ausgleich gegen Atlético Madrid erzielte und somit das Rückspiel erzwang, das die Bayern mit 4:0 gewannen. 


Sepp Maier​

Sepp Maier

Der FC Bayern hatte schon immer herausragende Torhüter, die ihre Arbeit zwischen den Pfosten zuverlässig erledigten. Neben Oliver Kahn und Manuel Neuer zählt Sepp Maier zu den wohl besten Schlussmännern in der Vereinshistorie. Der heute 75-Jährige spielte von 1959 bis 1979 für die Bayern, schloss sich dem Klub bereits mit 15 Jahren an. In 196 seiner 633 Pflichtspiele blieb er ohne Gegentor, wurde drei Mal zum Fußballer des Jahres gekrönt und gewann insgesamt 15 Titel.