​Die aktuelle Situation um ​Gideon Jung (24) veranschaulicht auf nahezu exemplarische Weise die Folgen eines kompletten Führungswechsels auf sportlicher Ebene. Wurde dem U21-Europameister von 2017 unmittelbar nach Saisonschluss vom damaligen Sportdirektor Ralf Becker noch mitgeteilt, dass er sich nach anderen Vereinen umsehen soll, sprach Neu-Trainer Dieter Hecking (und wohl in Abstimmung mit Beckers Nachfolger Jonas Boldt)  jetzt ein Machtwort: Jung steht nicht zum Verkauf.


In der persönlichen Leistungsbilanz des Gideon Jung kann man fast prototypisch den Absturz des ​Hamburger SV in der vergangenen Saison widerspiegeln: fast zeitgleich mit seinem Kollegen Kyriakos Papadopoulos verletzte sich der Defensiv-Spezialist im vergangenen August - und fiel für die komplette Hinrunde aus. Nachdem er sich in die Mannschaft zurückgekämpft hatte, waren seine Leistungen auf dem Platz meistens alles andere als zufriedenstellend. Jung wurde zu einem Gesicht des Niedergangs. 


Doch sein neuer Chef hält trotz allem immer noch große Stücke auf ihn. Gegenüber der Mopo sagte Hecking: "Aus meiner Sicht wurde er zu Unrecht kritisiert. Gideon war sieben, acht Monate lang schwer verletzt. Er hatte einen Knorpelschaden, kam zurück, fiel dann in ein Loch und kam da aber nicht raus, weil er permanent spielen sollte und die Erwartungen hoch sind. Gideon hat sich dann sehr viele Gedanken gemacht. Das hat man ihm angemerkt." 


Hecking plant also erstmal mit Jung und wird versuchen, die Verunsicherung aus dem Spieler zu vertreiben. Sollte ihm dies gelingen, kann der HSV quasi einen weiteren "Neuzugang" vermelden.