​Die sportliche Bilanz des ​FC Bayern München in den letzten 15 Jahren kann sich wahrlich sehen lassen. Die Fans durften sich in dieser Zeit unter anderem über elf Meisterschaften, acht Siege im DFB-Pokal und den Triumph in der ​Champions League freuen. Dass auch beim deutschen Rekordmeister nicht immer alles rund läuft und die Verantwortlichen einige fatale Entscheidungen getroffen haben, zeigt die folgende Übersicht. 


8. Meisterfeier 2017

Anastacia

Unter der Regie von Cheftrainer Carlo Ancelotti standen die Münchner bereits frühzeitig als deutscher Meister fest. Am letzten Spieltag hatten die Bayern den ​SC Freiburg (4:1) zu Gast, für den es noch um den Einzug in die Europa League ging. Aufgrund der Halbzeitshow von Sängerin Anastacia verzögerte sich der Anpfiff zur zweiten Halbzeit um fast zehn Minuten, worüber die Breisgauer verständlicherweise alles andere als begeistert waren. 


"Was halt echt genervt hat, war nach der Halbzeit, dass du nicht anfangen kannst zu kicken", wurde Cheftrainer Christian Streich später im kicker zitiert. Auch bei vielen Bayern-Profis löste die völlig unnötige Halbzeitshow Kopfschütteln aus. "Es wird immer mehr Show, ich finde das nicht ganz so berauschend", betonte Mats Hummels. Für Hohn und Spott sorgten nach dem Abpfiff auch die an den Weizengläsern montierten Kameras, mit denen die obligatorischen Bierduschen noch besser eingefangen werden sollten.


7. Hoeneß-Ankündigung im Doppelpass

An Präsident Uli Hoeneß scheiden sich seit Jahrzehnten die Geister. Der 67-Jährige ist dafür bekannt, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt und auch häufig das ausspricht, was er gerade denkt. Ende Februar sorgte der gebürtige Ulmer mit einer Aussage im Sport1 Doppelpass für Aufsehen. "Wenn Sie wüssten, was wir alles schon sicher haben für die kommende Saison . . .", sagte Hoeneß mit Blick auf die Transferplanungen des deutschen Rekordmeisters. 


Rund vier Monate später warten die Fans immer noch auf die "großen" Neuzugänge. Der Präsident hat mit seiner überheblichen Ankündigung ein klassisches Eigentor geschossen, wofür er in den letzten Wochen die Quittung kassierte. Für die bislang vergeblichen Bemühungen, neue Stars zu verpflichten, mussten sich die Bayern von vielen Seiten hämische Kommentare gefallen lassen. "Ich muss ehrlich sagen, langsam geht mir das auf die Nerven, dass man sich nur noch über Käufe definiert", sagte Hoeneß vor einigen Tagen.


6. Verpasster Reus-Transfer

Marco Reus

BVB-Kapitän Marco Reus will in den nächsten Jahren alles daran setzen, um mit den Schwarz-Gelben die Meisterschaft zu gewinnen. Der "Kopf des Erzrivalen" hätte im Sommer 2011 auch in München landen können. Der 30-Jährige, damals noch in Diensten von Borussia Mönchengladbach, stand einem Wechsel an die Isar durchaus offen gegenüber. 


Der offensive Mittelfeldspieler soll sich auch mit Chefcoach Jupp Heynckes getroffen haben. Laut Informationen der Sport Bild sprachen sich jedoch Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm gegen eine Verpflichtung aus, da sie dem Nationalspieler den großen Durchbruch nicht zugetraut haben, was sich im Nachhinein als krasse Fehleinschätzung herausstellen sollte.


5. Sammer-Nachfolger Salihamidzic

Nach dem krankheitsbedingten Rücktritt von Matthias Sammer (Sommer 2016) suchten die Bayern lange Zeit nach einem passenden Nachfolger und handelten sich dabei angeblich einige Absagen ein. Als neuen Sportdirektor präsentierte der deutsche Rekordmeister rund ein Jahr später Hasan Salihamidzic, wofür man von vielen Seiten belächelt wurde. 


Die Verdienste des 42-Jährigen für den FC Bayern als Spieler (1998 - 2007) sind unumstritten. Als Sportdirektor passt Brazzo allerdings nicht wirklich ins Bild. Viele Situationen hätte der Ex-Profi deutlich souveräner und cleverer lösen können. Vor allem in der Anfangszeit entstand der Eindruck, dass Salihamidzic ohnehin nur als Marionette der Klubbosse fungiert.


4. Erneuter Hummels-Verkauf an den BVB

Mats Hummels

Dass der FC Bayern Hummels im Januar 2008 an Borussia Dortmund abgegeben hat, erwies sich im Nachhinein als großer Fehler. Beim Erzrivalen entwickelte sich der 30-Jährige zu einem der besten Innenverteidiger der Welt. Nach achteinhalb Jahren kehrte der Weltmeister wieder in die bayerische Landeshauptstadt zurück.


In der vergangenen Saison lief es für Hummels zwar nicht immer rund, in der Rückrunde wusste der Verteidiger allerdings meistens mit starken Auftritten zu überzeugen. Dass der deutsche Rekordmeister den Ex-Nationalspieler erneut nach Dortmund ziehen lässt und damit auch noch den ärgsten Konkurrenten stärkt, löste beim Großteil der Bayern-Fans Kopfschütteln aus. ​


3. Kroos-Verkauf an Real Madrid

Nach dem WM-Titelgewinn in Brasilien verkaufte der FC Bayern Kroos etwas überraschend an ​Real Madrid. Für den damals 24-Jährigen kassierten die Münchner gerade einmal 25 Millionen Euro Ablöse. 


In der Dokumentation über den Nationalspieler macht Kroos kein Geheimnis daraus, dass er sich beim deutschen Rekordmeister nie wirklich wohl gefühlt hat, was letztendlich dazu geführt hat, dass man sich nicht auf einen neuen Vertrag einigen konnte. "Ein Verein muss manchmal harte Entscheidungen treffen. Das war eine harte, vielleicht die falsche, keine Frage", sagte Hoeneß.


2. Verpflichtung von Jürgen Klinsmann

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Zumindest das Timing der Klinsmann-Verpflichtung (Sommer 2008) war gut gewählt. Wenige Wochen nach dem Karriereende von Oliver Kahn, den Klinsmann vor der WM 2006 als Deutschlands Nummer eins abgesetzt hatte, übernahm der 54-Jährige den Trainerposten beim deutschen Rekordmeister.


Der Weltmeister von 1990 krempelte viele Bereiche um und wollte auch eine neue Spielphilosophie etablieren. Das Engagement des Ex-Bayern-Profis stand allerdings von Anfang an unter keinem guten Stern. Nach gerade einmal zehn Monaten zogen die Verantwortlichen die Notbremse und beendeten das "Experiment" Klinsmann.


1. Legendäre Pressekonferenz

Im Oktober 2018 hielten die Verantwortlichen des FC Bayern eine legendäre Pressekonferenz ab, bei der Hoeneß und Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge (Salihamidzic fungierte eher als Zuschauer) zum Rundumschlag gegen die Medien ausholten. Die beiden Klubbosse echauffierten sich dabei heftig über die Berichterstattung und zitierten auch Artikel eins des Grundgesetztes, wonach die Würde des Menschen unantastbar ist. 


Dass Hoeneß im Verlauf der Pressekonferenz über Juan Bernat herzog und dessen schlechte Leistung in der Champions League als Verkaufsgrund nannte, hinterließ einen besonders faden Beigeschmack. In den sozialen Netzwerken machten viele Bayern-Fans ihrem Unmut über die völlig überflüssige Pressekonferenz, die dem Image des deutschen Rekordmeister spürbar geschadet hat, Luft. Einige Wochen später räumte Hoeneß ein, dass diese Medienschelte ein Fehler war.