​Eintracht Frankfurt ist so attraktiv wie nie. Rekord um Rekord wird bei den Hessen gebrochen, ob es Ticketabsätze für die kommende Saison sind, ob es Mitgliederneuanträge sind, oder ob es Transfereinnahmen sind. Der Verein ist gefragt wie kaum . Und hat doch Probleme auf dem Transfermarkt, wie die jüngsten Meldungen zeigen.


Die Beliebtheitswerte von Eintracht Frankfurt gehen aktuell durch die Decke. Der zusätzliche Dauerkartenverkauf war binnen 20 Minuten bereits vergriffen. Für die 40.000 Karten in der Europa League brauchte man nur drei Stunden, dann waren auch hier alle Tickets an den Fan gebracht. Hinzu kommen Logen, Business Seats, Werbebanden – alles ausgebucht. Die Eintracht boomt! Vor allem, was die marktwirtschaftlichen Kennzahlen angeht. Fredi Bobic gefällt das. Und sicher nicht nur ihm.


So sehr die Eintracht auf diesem Parkett überzeugt, so schwierig gestaltet es sich aber, neue Spieler an Land zu ziehen. ​So hat es jüngst wohl eine Niederlage im Tauziehen um Max Kruse gegeben. Der Stürmer vom SV Werder Bremen schließt sich mit großer Wahrscheinlichkeit Fenerbahce Istanbul an, wie es heißt.


"Wir haben uns sehr, sehr intensiv mit ihm beschäftigt. Aber ich sehe aktuell nicht die reelle Chance, dass wir ihn bekommen", so Fredi Bobic im Podcast Der Sechszehner. Der Spieler sei "sehr beliebt und sehr gefragt auf dem Markt". Bedauern aber wollte dies der Sportdirektor nicht wirklich, sondern lieber nach vorne schauen.


Was wird aus Hinteregger?


Denn es gibt auch andere Baustellen. Wie etwa Martin Hinteregger, der fest vom FC Augsburg nach Frankfurt wechseln soll. Dass der österreichische Innenverteidiger ein Transferziel ist, ist schon lange kein Geheimnis mehr. In Augsburg war der 26-jährige Abwehrspieler nach seiner Kritik an Ex-Coach Manuel Baum in Ungnade gefallen, verschenken will man ihn aber dennoch nicht.


Und daher ist die Ablöse ein aktueller Knackpunkt zwischen beiden Klubs. Stefan Reuter, Manager beim FCA, verlangt der Frankfurter Rundschau zufolge 15 Millionen Euro für den 37-fachen Nationalspieler. Eine Summe, die Bobic wohl zu hoch erscheint. Allerdings liegt der Marktwert von Hinteregger laut transfermarkt.de sogar noch über der verlangten Summe, nämlich bei 16 Millionen Euro. Zu Gute kommt den Hessen immerhin, dass Hinteregger unwillig ist, in Augsburg zu bleiben und in Zukunft gerne für die Eintracht spielen will.

Auch bei den anderen geplanten Investitionen stockt es aktuell. So soll der BVB für Sebastian Rode fünf Millionen Euro fordern, was aber angesichts der Vertragslage und Verletzungsmisere des Mittelfeldspielers ebenfalls als überzogen auf Frankfurter Seite empfunden wird. Und bei Kevin Trapp hakt es ebenfalls noch, auch wenn man hier von kleinen Schritten sprechen kann, weil man die Ablöseforderung von Paris Saint-Germain wohl immerhin auf acht Millionen drücken konnte.


Es ist ein zähes Ringen für Bobic und Co., die aktuell viel Geduld im Kampf um Neuverpflichtungen mitbringen müssen. Denn über allem schwebt der Verkauf von Luka Jovic und die damit verbundenen Einnahmen. Jeder in Europa weiß um die Finanzkraft der Hessen aktuell. Daher wird jeder Spieler, den die Eintracht anfragt, gleich mal ein paar Millionen Euro teurer. Daher erklärt Vorstand Axel Hellmann in der Rundschau auch, dass man Geduld haben müsse.


"Alle spekulieren darauf, dass wir erheblich beweglicher werden, aber da wird sich der eine oder andere verspekulieren", so Hellmann. "Man muss auch mal eine Sache liegenlassen, wenn man nicht davon überzeugt ist, dass es ökonomisch sinnvoll ist, selbst wenn sie sportlich total attraktiv ist." Es scheint, als sollte dies noch ein langer Transfersommer für die Eintracht werden.