Bevor ein Verein einen Spieler verpflichtet, wird sich unter anderem ganz genau angeschaut, welche Leistungen er auf dem Platz bringt und welches Potential er noch bietet. Beim ​SV Werder Bremen geht man allerdings noch einen Schritt weiter, denn auch das Verhalten abseits der Kameras ist für die Werder-Verantwortlichen enorm wichtig. Deshalb achten sie bei potentielle Neuzugängen auch auf die ganz kleinen Dinge.


Einen prominenten Neuzugang konnte der SVW in diesem Sommer schon fix machen. Niclas Füllkrug wurde für ganze 6,5 Millionen Euro aus ​Hannover verpflichtet, doch bevor man den Angreifer unter Vertrag nahm, wurde er von den Scouts intensiv beobachtet. Wie die Bild berichtet, kommt es den Grün-Weißen nicht nur auf die Leistungen, Tore oder Verletzungen an. Die Profis, die bei Werder auf der Liste stehen, müssen nämlich auch in besonderen Situationen überzeugen.


Dies verriet Geschäftsführer Frank Baumann, dabei berichtet er unter anderem darum, wie wichtig der Torjubel für einen Spieler eigentlich sein kann: "Wichtig sind auch die Eindrücke drumherum. Wie verhält sich ein Spieler in der Kabine, bei Interviews oder auch bei einem Tor seines internen Konkurrenten?“ Es wird also vor allem auch nach der Mentalität geschaut, ob sich ein Akteur über einen Treffer seiner Mitspieler freuen kann und wie er sich abseits der Kameras verhält.

Kevin Moehwald

Auch die Neuzugänge Kevin Möhwald und Davy Klaassen freuen sich stets über die Treffer der Mitspieler



Sollte ein Spieler also stets die Freude und Emotion der Kollegen teilen, ist das ein sehr gutes Zeichen. Generell sollten die Verein zum Teil öfter die Persönlichkeit einiger Profis einbeziehen. In der momentanen Fußballwelt ist zudem natürlich auch fast jeder Spieler in den sozialen Medien unterwegs, auch dort schaut Werder ganz genau hin. "Auch über seine Social-Media-Aktivitäten kann man einiges über den Spieler erfahren und abgleichen, ob er zu unseren Werten passen würde", so der 43-Jährige.


In den letzten Jahren konnte man bereits beobachten, wie sich die Transferpolitik an der Weser verändert hat. Man konzentriert sich mehr auf des Gesamtpaket, von Skandal-Profis wie zum Beispiel Marko Arnautović hält man dagegen mehr Abstand. Sollte es dann zu Verhandlungen mit Wunschspielern kommen, wird weiter analysiert - dabei hilft auch ein ehemaliger Werder-Akteur, der weiß, worauf es bei einem Transfer ankommt.

Clemens Fritz

Auch der ehemalige Werder-Kapitän Clemens Fritz hat bei Verhandlungen ein Wörtchen mitzureden



"Es kann auch sein, dass Clemens Fritz mal dabei ist, wenn wir das Gefühl haben, es ist wichtig, einen ehemaligen Werder-Profi mitzunehmen. Er kann aus eigener Erfahrung berichten, was es bedeutet, für Werder zu spielen." Durch solche Vorgehensweisen konnte man zum Beispiel den bisherigen Rekord-Einkauf Davy Klaassen nach Bremen locken, dieser hatte vorher noch keine Erfahrung in der ​Bundesliga sammeln können.


Die professionelle Arbeit auf dem Transfermarkt von Werder Bremen hat sich schon jetzt richtig bezahlt gemacht. Ohnehin ist man durch die vorbildliche Arbeit auf einem extrem guten Weg und könnte schon bald wieder in das internationale Geschäft zurückkehren. Viele Teams könnten sich an Werder ein Beispiel nehmen, denn Frank Baumann und sein Team scheinen verstanden zu haben, worauf es heutzutage ankommt.