Die Zeichen zwischen Renato Sanches und dem ​FC Bayern München stehen auf Abschied. Nach einer erneut sehr frustrierenden Saison hält den Portugiesen kaum noch etwas beim Rekordmeister. Doch beim Europameister machen sich nicht nur die Wechselgedanken, sondern auch Frust und Enttäuschung bemerkbar, seinen Abgang aus München sehnt er schon lange herbei.


Sanches spielte nach seinem Wechsel für 35 Millionen Euro ein Jahr lang beim FC Bayern München, es folgte eine Leihe auf die Insel zu Swansea City. Das eine Jahr sollte ihm helfen, wieder in die Spur zu finden, doch auch nach seiner Rückkehr kam zum Zug. In allen Wettbewerben stand er für den Rekordmeister seit seinem Wechsel nur knapp 1.800 Minuten auf dem Platz, in zwei Spielzeiten bedeutet das nicht einmal ein Viertel der gesamten Spiele.


Sanches lässt seinen Frust heraus


Deswegen will Sanches den Verein in diesem Sommer verlassen, auch wenn Präsident Uli Hoeneß weiter an dem 21-Jährigen festhalten will. Doch es scheint kaum etwas zu geben, was den Youngster in München hält - wie die Bild nun berichtet, scheint sogar das komplette Gegenteil der Fall zu sein. Bei seinem letzten Auftritt im Dress des Rekordmeisters beim Freundschaftsspiel gegen die SpVgg Lindau war ihm der Frust deutlich anzumerken.


In der Halbzeitpause soll er seiner Enttäuschung in der Kabine freien Lauf gelassen haben: "Danke Gott, noch 45 Minuten FC Bayern, dann Urlaub und dann nie, nie wieder!" So berichtet es zumindest die Bild, doch der so ehrgeizige Profi ist verständlicherweise verärgert. Denn er spürte nie das große Vertrauen, egal ob vom Trainer oder dem Verein. Seine mangelnde Spielpraxis spielte natürlich eine ebenso wichtige Rolle.

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Sein Potential konnte Sanches beim Rekordmeister kaum abrufen



Deswegen will sich Sanches eine neue Herausforderung suchen, mit dem FCB hat er bereits abgeschlossen. "Ich fühle mich hier zu Hause, aber ich will mehr spielen und meinen Fußball zeigen." Nur selten konnte er bei den Bayern sein Können zeigen, zu oft scheiterte der Europameister auch unter dem Druck. Wohin die Reise für den Portugiesen gehen wird, ist aber noch unklar. Er selbst würde sich allerdings gerne Paris Saint-Germain anschließen.


Bereits im Winter hätte es zu einem solchen Wechsel kommen können, doch damals legte Trainer Niko Kovac sein Veto ein: "Es ist schon so, dass PSG sehr interessiert war und auch ist, ich aber klipp und klar gesagt habe, dass Renato nicht geht. Ich bin davon überzeugt, dass er das nächste halbe Jahr viele Spiele machen wird." Doch in der Rückrunde folgten nur noch acht Einsätze, keiner davon über die volle Distanz.


Eine durch und durch enttäuschende Zeit wird für Renato Sanches also vermutlich bald zu Ende sein. Trotz seines noch laufenden Vertrags bis 2021 wird er sich vermutlich einem anderen Verein anschließen, um neu zu beginnen und zu alter Stärke zurückzufinden. Für ihn wird es wichtig sein nach vorne zu blicken und sich nicht an den verpassten Chancen in München aufzuhalten.