Die wohl einzige Position bei ​Hannover 96, auf der es keinen Wechsel bedurft hätte, bekommt nun wohl noch ein echtes Luxusproblem. Durch die ​Verpflichtung von Ron-Robert Zieler müsste Platz geschaffen werden auf der Position des Torhüters. Doch die vormalige Nummer Eins Michael Esser scheint keinen neuen Arbeitgeber zu finden.


Michael Esser war der wohl einzige Spieler bei Hannover 96, dem man trotz der völlig desolaten Saison kaum einen Vorwurf machen konnte. Wochenende für Wochenende zeigte der Schlussmann starke Leistungen in einer ansonsten qualitativ nicht ausreichend besetzten Hannoveraner Mannschaft. Ohne seine vielzähligen Paraden wäre wohl schon viel eher das Licht in der Hauptstadt Niedersachsens ausgegangen. Umso überraschender, dass ausgerechnet für diese Position mit Ron-Robert Zieler ein neuer Spieler verpflichtet wurde.


Man mag Zielers Vergangenheit bei 96 berücksichtigen und kann daher auch Verständnis für derlei Gedankenspiele aufbringen, einen solchen Keeper zurückholen zu wollen. Aus Essers Sicht aber ist der Transfer komplett sinnfrei. Und auch aus neutraler Sicht war die Position des Torhüters wohl die einzige im gesamten Kader, wo es keinen Wechsel bedurfte. Nun aber hat der Absteiger ein echtes Luxusproblem, welches man sich selbst eingebrockt hat. Mit Zieler und Esser stehen nun zwei Keeper im Kader, die beide den Anspruch auf die Nummer Eins haben.

Michael Esser

Michael Esser war trotz einer desolaten Abwehr ein sicherer Rückhalt


Es ist zwar kaum davon auszugehen, dass jemand wie Michael Esser Stunk macht, da sich der 31-Jährige bislang absolut korrekt verhalten und auch sonst keine Auffälligkeiten gezeigt hat. Dennoch ist die Situation verzwickt. Denn 96 will den gebürtigen Castrop-Rauxeler gerne abgeben nach der Verpflichtung Zielers. Nur, es findet sich kein Abnehmer. Und Esser selbst erklärte kürzlich er sei "natürlich auch enttäuscht" über die Verpflichtung eines neuen Konkurrenten.


Es gab wohl eine lose Anfrage von Fortuna Düsseldorf, wie die Bild-Zeitung erklärt, mehr aber ist aktuell nicht in Sicht. Daher scheint sich Esser selbst inzwischen schon damit abzufinden, zur Not seinen Vertrag auch in Niedersachsen zu erfüllen. "Ich habe von vornherein gesagt, dass ich nicht alles machen werde, weil es natürlich auch für mich passen muss", kündigte der Schlussmann bereits an. Für Hannover 96 hat der Zieler-Deal also auch in Sachen Geld noch mal ein Nachspiel, denn so hat man einen weiteren Spieler unnötig auf der Gehaltsliste, der selbst ungewollt Geld für mögliche Verstärkungen an Kaderpositionen blockt, die es mehr nötig gehabt hätten, als die Torwartposition.