Der ​Transfer von Stefan Lainer von RB Salzburg zu ​Borussia Mönchengladbach wirft einige Fragen auf. Eine Position, wo man eher weniger Bedarf sah, bekommt einen weiteren Spieler hinzu. Vor allem Michael Lang wird sich nun wohl Gedanken machen, ob er weiter am Niederrhein bleiben möchte, oder nach einer Saison bereits eine neue Herausforderung sucht.


Der Transfer von Stefan Lainer war eine typische Eberl-Nummer. Aus dem Nichts kam die Vollzugsmeldung, dass man den zwölfmaligen österreichischen Nationalspieler für gleich fünf Jahre verpflichten konnte. Der Sportdirektor der Elf vom Niederrhein erklärte danach: “In ihm bekommen wir einen dynamischen Außenverteidiger mit einer guten Mentalität und reichlich Erfahrung auf hohem und internationalem Niveau.“ Auch Lainer selbst freute sich über den Wechsel zu seinem ehemaligen Trainer Marco Rose. “Natürlich hat der Trainer bei dem Wechsel eine Rolle gespielt. Aber Borussia ist ohnehin ein toller Verein mit einem großen Potenzial. Daher bin ich sehr glücklich, jetzt für diesen Verein spielen zu dürfen.“


Lainer soll Führungsspieler werden beim VfL. Und sicher werden die Vorstellungen von Marco Rose, wie er die Borussia in der kommenden Saison ausrichten möchte, eine große Rolle gespielt haben. Doch dürfte die Position des rechten Abwehrspielers nicht oberste Priorität gewesen sein. Denn mit Michael Lang, Nico Elvedi, Tony Jantschke, Fabian Johnson und Jordan Beyer gab es gleich fünf Spieler, die die Position hätten bekleiden können. Zwar wären bis auf Lang und Beyer die anderen drei Akteure nicht unbedingt die 1A-Lösungen gewesen, aber die Tiefe im Kader war in jedem Fall gegeben.


Mit Lainer kommt nun Spieler Nummer sechs für die rechte Abwehrseite. Und er wird ganz bestimmt als Stammspieler eingeplant sein. Für Michael Lang sind die Aussichten damit nicht unbedingt besser geworden. Nach einem ordentlichen Start in die abgelaufene Saison geriet der Schweizer immer mehr ins Hintertreffen und fand sich zum Ende der Saison nur noch auf der Bank wieder. Seinen letzten Einsatz hatte er Anfang März, als er für wenige Sekunden gegen Mainz eingewechselt wurde. Zwar gab es hier und dort auch Verletzungen und muskuläre Probleme, doch gerade zum Ende der Saison hin wurde immer öfter freiwillig auf ihn verzichtet.


Und auch für Fabian Johnson wird die Luft dünner. Der Allrounder, der sowohl links offensiv als auch rechts defensiv eingeplant werden kann, verliert damit den Anspruch auf eine Position in seinem Portfolio. Nicht wenige gehen inzwischen davon aus, dass auch seine Zeit bei der Borussia ihrem Ende entgegen geht. Blieben noch Nico Elvedi, Tony Jantschke und Jordan Beyer. Während Ersterer seine Zukunft vor allem in der Innenverteidigung an der Seite von Matthias Ginter vor sich hat, ist Jantschke ein Backup für gleich drei Positionen. Jedoch ist er weder auf rechts, noch in der Zentrale oder auf der Sechs eine wirkliche Alternative, sondern eben nur Ersatz und zweite Wahl, sollte dort jemand ausfallen.

RB Salzburg v SKN St. Poelten  - Tipico Bundesliga

Stefan Lainer soll auf der rechten Bahn für mehr Tempo in Gladbach sorgen


Jordan Beyer wiederum zeigte in seiner Premierensaison sehr viele gute Ansätze und konnte nachhaltig auf sich aufmerksam machen. Allerdings wird auch bei ihm gemutmaßt, dass seine Zukunft eher im Zentrum liege und er somit erste Wahl hinter Ginter und Elvedi wäre. Ihn als Talent hinter Lainer aufzubauen, ergibt aber ebenso Sinn. Zumal er auch schon seit der Jugend eben auf der Außenseite spielt. Womit die Verhältnisse auch geklärt wären. Und ein Verkauf sowohl von Michael Lang als auch von Fabian Johnson immer wahrscheinlicher wird. Großes Manko hingegen ist, dass es an Abnehmern mangelt. Es dürfte also ein Geduldsspiel beim Verkauf der beiden Akteure werden.