Das könnte einer der heißesten Transfer-Poker des Sommers werden: ​Real Madrid ist in das Rennen um Superstar ​Neymar eingestiegen. Der hatte erst unlängst bekundet, sich bei Paris St.Germain nicht mehr wohlzufühlen und zum FC Barcelona zurückkehren zu wollen. Doch dieses Unterfangen gestaltet sich schwierig. 


222 Millionen Euro überwies Paris St. Germain vor zwei Jahren an den FC Barcelona für die Dienste des Brasilianers. Eine solche Summe gibt man eigentlich nicht aus, um nationaler Meister oder Pokalsieger zu werden. Französischer Champion wurde PSG dann auch in beiden Spielzeiten mit Neymar, und einmal auch Pokalsieger, doch der so heiß ersehnte Triumph in der Champions League blieb den Franzosen versagt. Wohl auch ein Grund, dass der Spieler anscheinend schon bereut, je den FC Barcelona verlassen zu haben. Und der Klub aus der französischen Hauptstadt sich mittlerweile Angebote für seinen Star anhört. 


Angespannte Beziehung zwischen Barça und PSG


Doch einer vom Spieler gewünschten Rückkehr nach Katalonien stehen ein paar Dinge entgegen: So ist zum einen die Beziehung auf institutioneller Ebene zwischen dem FC Barcelona und Paris St. Germain nicht die allerbeste. Die Pariser Bosse werden entsprechend einen Teufel tun, Barça dabei zu helfen, sein Projekt zu verwirklichen. Im Falle eines Preispokers werden sie dem besten Bieter den Zuschlag geben - und das könnte Real Madrid sein. 


Real treibt neues galaktisches Projekt voran


Dessen Präsident, Florentino Pérez, will in diesem Sommer ein neues Kapitel in der Geschichte der Galaktischen schreiben. Eden Hazard war da erst der Anfang. Doch um das Bernabéu-Stadion wieder regelmäßig voll zu kriegen, braucht es noch andere Namen. Mbappé, Pogba, Griezmann - oder halt Neymar. Der wird zwar von einem Großteil der Real-Fans aufgrund seiner Barcelona-Vergangenheit nicht geliebt, doch genug Trikots dürfte er auch in der spanischen Hauptstadt verkaufen. 


Wie die Mundo Deportivo berichtet, soll Pérez gewillt sein, den Spieler mit einem wahrlich königlichen Gehalt in die spanische Hauptstadt zu locken: 30 Millionen Euro jährlich (netto, versteht sich) sind durchaus schon mal ein Argument. Als Ablöse wiederum sind 130 Millionen Euro + Spieler wie Bale oder James im Gespräch. Bei einem Marktwert von um die 70 bis 80 Millionen Euro für Bale käme somit in etwa der vor zwei Jahren bezahlte Betrag zusammen. 


Neymar am Ende zwischen den Stühlen?


Ob jedoch Barça, das sich schon aus dem Wettbieten um Matthijs de Ligt verabschiedet hat, weil es die astronomische Gehaltsforderung des Holländers nicht erfüllen wollte, sich ein weiteres Mega-Gehalt (neben Lionel Messi) leisten will und kann, ist anzuzweifeln. Dafür war der sportliche Mehrwert durch den Brasilianer während seiner vier Jahre in Barcelona zu überschaubar.


Neymar könnte sich also bald zwischen den Stühlen wiederfinden: der Klub, zu dem er will, kann (oder will) ihn nicht bezahlen, und zu dem Klub, der ihn bezahlen könnte, will er nicht. Abgesehen von diesen Umständen, ist Real Madrid auch stark an einer Verpflichtung von Paul Pogba von ​Manchester United interessiert. Da sich dessen Ablösesumme ebenfalls im dreistelligen Millionenbereich bewegt, ist kaum davon auszugehen, dass der Poker um Neymar bald beendet sein wird. Ganz im Gegenteil: er hat gerade erst begonnen.