​Der ​VfL Wolfsburg legte unter Bruno Labaddia eine beeindruckende Rückrunde hin und schloss die Saison auf dem sechsten Platz ab. Da das Verhältnis zwischen dem Coach und Geschäftsführer Jörg Schmadtke dennoch äußerst angespannt war, entschied man sich für eine Trennung. Ohne den erfahrenen Coach an der Seitenlinie ​soll der Kader nun sinnvoll verstärkt werden. Diese Aufgabe gestaltet sich jedoch alles andere als einfach.


Bislang konnten die Niedersachsen drei Verstärkungen für die kommenden Spielzeit präsentieren. Als Königstransfer gilt der von den BSC Young Boys verpflichtete Rechtsverteidiger Kevin Mbabu. Für die linke Offensivseite konnte man den 25-jährigen Brasilianer Joao Vitor von Linzer ASK loseisen. ​Paulo Otavio, vormals FC Ingolstadt, ist hingegen als Back-up für die linke Abwehrseite vorgesehen.

Nadiem Amiri

Nadiem Amiri gilt als Wunschkandidat für das Mittelfeld



Da der VfL aufgrund der Qualifikation für die Europa League in der kommenden Saison wieder auf drei Hochzeiten tanzen wird, suchen Geschäftsführer Jörg Schmadtke und sein Sportdirektor Marcel Schäfer noch nach einem neuen Achter und einer echten Verstärkung für die Abwehrzentrale. Obwohl den beiden Kaderplanern viel daran gelegen ist, dem ​neuen Coach Oliver Glasner bereits zum Trainingsauftakt einen schlaGkräftigen Kader zur Verfügung zu stellen, ging die Kandidatensuche zuletzt nur schleppend voran.


Gegenüber der BILD geht Schmadtke soweit und spricht gar von einem "Stillstand auf dem Markt". Dabei haben die Wölfe mit dem offensiven Mittelfeldspieler ​Nadiem Amiri von der TSG 1899 Hoffenheim bereits eine potenzielle Verstärkung ausmachen können. Mit Bayer 04 Leverkusen hat jedoch auch ein Ligakonkurrent bereits die Fühler nach dem spielstarken 22-Jährigen ausgestreckt. Auch beim Werben um Xaver Schlager von RB Salzburg müssen sich die Niedersachsen mit Borussia Mönchengladbach einem weiteren Interessenten aus Deutschland erwehren.


Noch komplizierter stellt sich angeblich die Suche nach einem neuen Innenverteidiger dar. Insbesondere bei dieser Planstelle holen die VfL-Verantwortliche die Verfehlungen der Vergangenheit ein. So stehen mit Robin Knoche, John-Anthony Brooks, Marcel Tisserand, Felix Uduokhai und Jeffrey Bruma zwar aktuell gleich fünf zentrale Mittelfeldspieler unter Vertrag, nur wenige davon wussten bislang aber dauerhaft zu überzeugen. Bevor ein weiterer Defensivstratege verpflichtet werden kann, müssen sich die Wölfe daher von mindestens einem, besser noch zwei Abwehrrecken trennen. Die ärgsten Streichkandidaten sollen dabei ​Schalke-Rückkehrer Bruma und Brooks sein.

Jeffrey BrumaÊ

Jeffrey Bruma hat beim VfL wohl keine Zukunft mehr



Einen Einblick, inwiefern der überteuerte Kader die Transferbemühungen des Bundesligisten derzeit hemmt, gab nun auch Geschäftsführer Dr. Tim Schumacher. "Wir müssen ein Gehaltsgefüge haben, das dem sportlichen Erfolg entspricht und sind dabei, den Kader zu optimieren. Wir haben den einen oder anderen Spieler, der zu internationalen Bedingungen verpflichtet worden ist, aber vielleicht aktuell sportlich keine Rolle spielt", wird der 45-Jährige von der BILD zitiert.


Die angedachte Trennung von kaum eingesetzten Altlasten dürfte daher nicht bei Bruma enden. Neben dem niederländischen Verteidiger konnten sich auch Linksaußen Paul-Georges Ntep und der zuletzt an den FC Utrecht ausgeliehene Riechedly Bazoer keineswegs unverzichtbar machen. Da alle Drei jeweils jährlich knapp vier Millionen Euro Gehalt einstreichen und das Preis-Leistungsverhältnis längst in Schieflage geraten ist, erscheint eine vorzeitige Trennung fast schon unabdingbar.