Ein Mann mit dem Namen Daum beim ​FC Bayern München? Eigentlich unvorstellbar, wenn man sich die Fehden zwischen Christoph Daum und Uli Hoeneß aus der Vergangenheit vor Augen führt. Niko Kovac aber scheint Sohn Marcel gerne aufgrund seiner Verdienste zum Rekordmeister locken zu wollen.


Schaut man sich heutige Auseinandersetzungen zwischen Sportdirektoren, Managern und Verantwortlichen an, kann man nur gelangweilt abschalten. Was waren das für Wortgefechte, die sich Christoph Daum und Uli Hoeneß damals geliefert haben. 1989 wurde im Sportstudio Sportgeschichte geschrieben, als sich beide emotional an die Gurgel wollten. Elf Jahre später, als Daums Antritt als Nationaltrainer diskutiert wurde, gab es die Kokain-Affäre, an der auch Hoeneß erneut kräftig mitzündelte.


Inzwischen aber sind die Differenzen längst ausgeräumt, es gab viele Schlichtungsgespräche, vor wenigen Tagen noch erklärte Christoph Daum bei Sport1, wie die Versöhnung genau ablief. Und dennoch ist es nicht leicht vorstellbar, einen Mann mit dem Namen Daum beim Rekordmeister zu sehen. Doch bald könnte es soweit sein. Denn Bayern-Coach Niko Kovac hält große Stücke auf Christophs Sohn Marcel.


„Ich kann das Interesse bestätigen. Diese Anfrage hat sich aus der erfolgreichen Zusammenarbeit von meinem Sohn und Niko bei ​Eintracht Frankfurt ergeben. Dort hat er die Qualitäten meines Sohnes kennengelernt“, so Vater Christoph beim Sportsender. In Hessen arbeitete Marcel Daum unter anderem als Scout und als Videoanalyst unterm heutigen Münchner Trainer.


„Als Niko nach München kam, war die Position von Marcel bei den Bayern gut besetzt und außer seinem Bruder Robert sollte niemand Neues kommen. Der Wunsch nach Beständigkeit des Kaders - das heißt bei einem Trainerwechsel keine dauernden Veränderungen auf sechs bis sieben Positionen - ist bei Bayern vorherrschend“, so Daum senior weiter.


Nun aber will Kovac Daum-Sohn Marcel unbedingt nach München holen, da er von dessen Fähigkeiten absolut überzeugt sei und ihn als großen Gewinn für den Rekordmeister im Bereich „Analytics and Research“ sehe. Das Problem jedoch ist, dass Marcel Daum bereits für ​Bayer Leverkusen arbeitet und deren Sportvorstand Rudi Völler nicht daran denke, seinen Angestellten den Bayern zu überlassen.


„Rudi Völler bezeichnete Marcel in der Vergangenheit als einen der wichtigsten Neuzugänge im Verein“, so Christoph Daum. „Er hatte sich nach kürzester Zeit mit seiner Fachkompetenz und seiner Menschlichkeit Vertrauen und Respekt erarbeitet." Als Ergebnis gab es zur Belohnung von der Werkself einen langfristigen Vertrag, welcher schließlich unterschrieben wurde.


Daher sei die Chance auf einen Wechsel eher gering. „Ich denke, dass keine Bereitschaft aus Sicht von Leverkusen besteht, diesen Vertrag zu kündigen oder aufzulösen. Marcel fühlt sich in Leverkusen auch sehr wohl und wird dort weiterhin erfolgreich arbeiten“, schließt Vater Daum ab. Klingt nach wenig Erfolgsaussicht für die Bayern. Doch wer weiß, zwischen Daum und Bayern ist generell alles möglich.