Wenn man als einziges Team aller Turnierteilnehmer keine Wikipedia-Erwähnung vorzuweisen hat, sagt dies bereits eine Menge aus.


Egal welche Statistiken man bemüht, klar ist, dass Chameria als absoluter Außenseiter in den CONIFA Sportsbet.io European Football Cup 2019 gestartet ist. Dabei handelt es sich um eines der beiden Teams, die nie zuvor an einem CONIFA-Turnier teilgenommen haben - und zudem ist Chameria die einzige Mannschaft, die keinerlei Heimfans vorweisen hat. Kein Wunder also, dass ihnen vor dem Turnier kaum Chancen eingeräumt wurden. Dem zum Trotz nahmen sie dennoch das Semifinale in Angriff.

Foto Credit: Theo McInnes



Auffallen tun sie dabei bereits durch ihre Erscheinung auf dem Platz. Da wäre zum einen 1,98-Meter-Hüne Marco van Basten (nein, nicht der), der Seite an Seite mit seinem 1,60 Meter kleinen Teamkollegen Samet Gjoka auf Torejagd geht. Im ersten Spiel des Turniers gegen Abkhazia, das in Akeran vor rund 500 Zuschauern ausgetragen wurde, konnten sie dank des Treffers ihres Verteidigers Flavio Prendi sogar in Führung gehen. Zwar konnten die Sieger der CONIFA Weltmeisterschaft aus dem Jahre 2016 das Spiel noch auf ein 3:1 drehen, dennoch wurde dadurch das erste Ausrufezeichen gesetzt.


"Ein Tor zu erzielen, ist das wirkungsvollste, was wir tun können. Es zeigt der Welt, dass wir Gewinner sind", zeigte sich van Basten gegenüber Sportsbet.io überglücklich.


Apropos van Basten? Eine Erklärung für den prominenten Namen lieferte der Angreifer ebenfalls: "Mein Vater hat in seiner Kindheit die Seria A verfolgt und war ein großer Fan von Milan und daher auch von van Basten. Sein Bruder, also mein Onkel, war ebenfalls ein Fan und daher heißt mein Cousin Frank Rijkaard Cema."


Nur einen Tag später, im kleinen Städtchen Martuni, konnte Chameria dann sogar den ersten handfesten Erfolg verbuchen. Nach einer zurückhaltenden ersten Halbzeit gegen die Gastgeber, die am Vortag mit einer starken Leistung in ihr eigenen Turnier gestartet waren, brachte van Basten (auf dessen Trikot Markovanbasten Cema zu lesen ist) sein Team im zweiten Spiel in Folge in Führung.

Foto Credit: Theo McInnes



Danach musste Chameria aber zunächst das 1:1 und dann auch noch den Platzverweis eines ihrer Spieler verkraften. Mit nur noch fünf Minuten auf der Anzeigetafel, schaltete der Underdog aber noch mal einige Gänge hoch und konnte das Endergebnis durch Treffer von Mitzi, van Basten und Gjoka auf ein 4:1 hochschrauben.


Nach ihrem ersten Sieg bei einem CONIFA-Turnier hatte die Mannschaft Blut geleckt und konnte nur einen Tag später die Mannschaft von Martakert mit einem überzeugenden 4:0 schlagen. Da sie dabei gegen die unterlegene Mannschaft die meisten Tore aller Teams erzielen konnten, rückten van Basten und Co. bis ins Halbfinale vor.


Vor dem Turnier galt bereits ein einziger Sieg als unwahrscheinlich. Dennoch lebte der Traum vom ersten Finale beim Spiel in Askeran - wenn auch nur für 90 Minuten. Schlussendlich musste man nach einem engen 0:0 gegen Südossetien und einer anschließenden 5:6-Niederlage im Elfmeterschießen den Traum zu Grabe tragen.


Doch nachdem man bereits vor dem Anpfiff mit dem Klub-Präsidenten Arben Arkaxhiu gesprochen hatte, wirkte die Niederlage nicht mehr ganz so herzzerbrechend.


Dabei hatte Arkaxhiu im Vorfeld der Halbfinalpartie betont, dass seine Mannschaft stets "sehr gut vorbereitet" sei. "Wir haben sehr hart gearbeitet, auch während des Turniers. Wir haben alle anderen Mannschaften studiert und nach ihren Stärken Ausschau gehalten. Wir sind technisch sehr versiert, was ein großer Vorteil gegenüber vielen anderen Mannschaften ist. Wir haben eine starke Offensive, mit sehr guten und professionellen Angreifern."

Foto Credit: Theo McInnes



"Das Team hatte einen großen Einfluss auf die Bevölkerung zuhause, vor allem wenn man auf die überraschenden Erfolge blickt. Sie sind sehr stolz auf ihre Nationalmannschaft."


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