​Nach einer persönlich enttäuschenden Saison gehört Martin Harnik bei ​Werder Bremen definitiv zu den Verlierern. Der Österreicher hat nach nur sehr wenigen Einsätzen keine allzu große Perspektive mehr an der Weser - zumindest dachte man das zuletzt. Nun stehen die Zeichen beim 31-Jährigen allerdings eher auf Verbleib, denn Werder plant weiter mit Harnik. Auch der Angreifer selbst will sich noch einmal beweisen.


Es war nicht das Jahr, was sich Martin Harnik nach seinem Wechsel zum SV Werder Bremen gewünscht hätte. Nachdem er für etwas mehr als zwei Millionen Euro vom Ligakonkurrenten ​Hannover 96 an die Weser kam, erhoffte man sich vom Stürmer sehr viel - zu viel, wie sich am Ende herausstellte. Die Erwartungen konnte der nun schon 31-Jährige nicht erfüllen, nach nur einer Saison war er deswegen sofort wieder als Abgang im Gespräch.


Dem schiebt der SVW laut dem kicker aber einen Riegel vor. Denn die Grün-Weißen haben kein Interesse, den erfahrenen Harnik abzugeben, Gründe gibt es für einen Verbleib nämlich viele. Zum einen will man natürlich bestmöglich den Abgang von Kapitän Max Kruse abfangen, der eine große Lücke hinterlässt. Da nicht viel finanzieller Spielraum zur Verfügung steht, muss man deswegen auf jede Offensiv-Power zählen, die man im Kader zur Verfügung hat.

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Trotz einer durchwachsenen Saison wusste Martin Harnik wo das Tor steht



Einen Stürmer vom Kaliber Martin Harnik abzugeben, macht daher recht wenig Sinn. Immerhin konnte der Angreifer mit seiner Erfahrung und seinem Torinstinkt immer wieder wichtige Zähler retten. Das weiß auch Trainer Florian Kohfeldt, dem der Wert des Angreifers bewusst ist: "Martin hatte auch wichtige Momente für uns. Stichwort Pokalspiel in Dortmund, Stichwort Heimspiele gegen Düsseldorf oder Hertha. Da hat er Partien für uns mitentschieden."


Klar ist, dass Harnik immer noch zu den effizienteren Bremern gehört. in 18 Ligaspielen, in denen er vorrangig Kurzeinsätze verzeichnete, kam er immerhin auf vier Tore und vier Vorlagen. Und trotzdem bleiben hinter dem Torjäger viele Fragezeichen, denn es gibt verschieden Gründe für die enttäuschende Saison.


Verletzungen und Konkurrenz bringen Harnik um Einsätze


​Die wenig optimale Saison begann laut Kohfeldt schon in der Vorbereitung nicht gerade gut. "Er hat sich erstmals in der Vorbereitung verletzt, sich dann immer wieder rangekämpft und gefühlt bald wieder verletzt." Diese Rückschläge frustrierten nicht nur Harnik selbst, sondern natürlich auch seinen Trainer. Die labile Physis sorgte immer wieder für Ausfälle, ein Muskelfaserriss und eine Hüftverletzung sorgten dafür, dass auch der Angreifer selbst seine Ansprüche nicht erfüllen konnte.


Zudem sei die Konkurrenz in der Werder-Offensive nach und nach stärker geworden, an Harnik sind immer mehr Akteure vorbei gezogen. Vor allem in der Rückrunde kam er kaum noch zum Einsatz, "am Ende hatte Martin fast keine Chance mehr, weil andere sich festgespielt haben", so Kohfeldt. Nebenbei war es für Werder zudem auch wichtig, die Talente wie Johannes Eggestein und Josh Sargent zu fördern und für die nötige Spielzeit zu sorgen. 

Martin Harnik

Harnik musste immer wieder mit Rückschlägen kämpfen



Die Aussicht für die nächste Saison sieht in dieser Hinsicht auch nicht viel besser aus. Trotz des Abgangs von Kruse stehen noch viele Angreifer vor ihm, an dem für 6,3 Millionen Euro verpflichteten Niclas Füllkrug muss er sich erstmal messen. Zudem hat Milot Rashica einen Startplatz sicher, Eggestein und Sargent werden weitere Einsätze bekommen und auch mit Yuya Osako und Fin Bartels plant man wieder mehr. 


Und auch ein Claudio Pizarro wird sich des Öfteren neben Harnik auf die Bank gesellen, im Fall der Fälle würde der Peruaner aber sicherlich den Vorzug bei einer Einwechslung erhalten. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass der Österreicher mit acht Torbeteiligungen immerhin noch der fünftbeste Scorer bei den Werderanern ist und seine fußballerischen Qualitäten immer noch ​bundesligatauglich sind.


Harnik wird aber weiter kämpfen müssen, zumindest spürt er dabei den Rückhalt seines Trainers. "Momentan planen wir nicht, uns da zu verändern. Aber wir werden auch noch mal mit dem Spieler reden, wie er die Situation bewerte", hieß es vor einiger Zeit. Dieses Gespräch hat nun allerdings stattgefunden und man einigte sich auf die weiter Zusammenarbeit. Für den Österreicher gilt es also seine Rolle zu akzeptieren und das Beste aus seiner Situation herauszuholen.