Der ​FC Bayern München gab am Mittwoch die ​Trennung von James Rodriguez bekannt. Der Kolumbianer war bis zum Saisonende von ​Real Madrid ausgeliehen, hätte für eine zuvor definierte Ablösesumme von 42 Millionen Euro aber fest verpflichtet werden können.​ Wie mehrere PR-Fachleute vorrechnen, könnte der Abgang des Kolumbianers den Münchner nun in anderer Hinsicht teuer zu stehen kommen.


Rein sportlich wusste der 27-jährige Spielmacher seit seinem Wechsel im Sommer 2017 nicht dauerhaft zu überzeugen. Insbesondere in der gerade abgelaufenen Spielzeit fiel der äußerst talentierte Edeltechniker zudem auch immer wieder durch ein launisches Verhalten auf und positionierte sich deutlich gegen den neuen Cheftrainer Niko Kovac. Seit Klarheit darüber herrscht, dass der kroatische Coach auch in der kommenden Spielzeit die Geschicke der Bayern lenken darf, war eigentlich klar, dass sich die Wege trennen werden.

James Rodriguez,Niko Kovac

Kovac und sein Schützling James funkten nur selten auf einer Wellenlänge


Die Bayern-Bosse legten ihrem einstigen Hoffnungsträger daher keine Steine in den Weg und verzichteten aus Respekt gegenüber den Königlichen auch darauf die Ausstiegsklausel zu ziehen, nur um den Spieler daraufhin selbst für eine noch höhere Summe abzugeben. An möglichen Abnehmern für den südamerikanischen Superstar, der wohl auch bei den Madrilenen keine Zukunft hat, soll es schließlich nicht mangeln. Aktuell wird den beiden italienischen Klubs Juventus Turin und ​vor allem dem SSC Neapel gute Chancen zugeschrieben.


Neben der sportlichen Verstärkung, hoffen die Italiener dabei definitiv auch auf ein Statement hinsichtlich der Entwicklung ihrer Marke - vor allem auch in Südamerika. Hier wird der Ex-Münchner nämlich regelrecht verehrt und in einem Atemzug mit den ganz großen seiner Zunft genannt. Wie erfolgreich der Kolumbianer auf den Social-Media-Kanälen unterwegs ist, wird bei einem Blick auf seine kumulierte Abonnentenzahl auf den wichtigsten Portalen Facebook, Twitter und Instagram deutlich. 


Mehr als die von ihm angehäuften 92 Millionen Follower können lediglich die absoluten Superstars Cristiano Ronaldo (370 Mio), Neymar (223 Mio) und Lionel Messi (214 Mio) für sich beanspruchen. Wie die Expertin Adrienne Becker von der Online-Marketing-Agentur web-netz gegenüber der BILD vorrechnet, handelt es sich durchaus um ein aussagekräftiges Zahlenwerk, welches Auswirkungen auf den gesamten Verein hat.

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In der Netzgemeinde kommt James sehr gut an


"Wenn man annimmt, dass Promis mit einem Beitrag innerhalb ihrer Netzwerke zirka 15 Prozent ihrer Follower erreichen, erreicht James mit einem einzigen Instagram-Beitrag mehr als sechs Millionen Menschen. Nimmt man an, dass es mit herkömmlichen Medien 20 Euro kostet, 1000 Empfänger zu erreichen, haben wir hier einen Mediawert von rund 123 000 Euro pro Beitrag", so die 31-Jährige. Nicht von ungefähr beziffert die Agentur daher den Mediawert von James auf stolze 20 Millionen Euro jährlich.


PR-Fachmann Friedhelm Mienert pflichtet dieser Einschätzung bei und lässt sich daher zu dem etwas überspitzen Statement hinreißen, dass den Münchner die Trennung von James mindestes 20 Millionen Euro jährlich kosten wird. Dabei spielt auch der Verlust der Einnahmen durch den Verkauf von Bayern-Trikots mit James auf dem Rücken eine Rolle, schließlich wurden bis zuletzt von keinen anderen Version der Münchner Jerseys eine größere Anzahl abgesetzt. 


Komplett aussichtslos ist die Zukunft für die Bayern aber laut dem 53-jährigen Experten keineswegs. So könnte man bei der Verpflichtung eines ähnlich beliebten Spielers wie James die Umsatzeinbußen deutlich drücken. Auch in dieser Hinsicht wäre ein ​Transfer des deutschen Nationalspielers Leroy Sane von Manchester City hin zur Säbener Straße mehr als nur eine Überlegung wert.