Jeden Verein begleiten die typischen Klischees, Mythen und Sprüche. So ist das natürlich auch bei den Fans. Beim zweitgrößten deutschen Verein, wenn es nach gezählten Mitgliedern geht, dem ​FC Schalke 04, ist das natürlich nicht anders. Auch hier gibt es für den S04-Fan einige Stereotype und Muster.


"Wir sind Schalker, asoziale Schalker. Wir schlafen unter Brücken, oder in der Bahnhofsmission", so singen die Anhänger der Schalker häufig über sich selbst. Dem Verein und dementsprechend auch den Fans haftet - wie allen anderen Vereinen auch - ein bestimmtes, stereotypisches und abschätzendes Bild an. 


"Wir sind Schalker, keiner mag uns, scheiß egal" ist ein weiterer Text. Man kann auch über sich selbst lachen und die Vorurteile auf die Schippe nehmen. Auf Schalke ist es das Bild des sozial schwachen Ruhrpottlers, der keinen Bock auf Arbeit hat und am Spieltag morgens um 10 Uhr vor'm Stadion das vierte Veltins öffnet. Auch solche Menschen wird es vermutlich unter den Schalke-Anhänger geben und auch nicht nur beim S04, doch wie viel Wahrheit steckt da eigentlich drin? Knappen-Fans sind alles andere als eintönig. 


Die emotionale Verbundenheit


Das Verhalten eines Schalkers auf den Verein bezogen speist sich aus der großen emotionalen Verbundenheit. So kann der Klub in erfolgreichen Zeiten von den Fans quasi getragen werden, doch in Krisenzeiten macht sich auch schnell die Unzufriedenheit breit. Der S04-Fan hängt so sehr an "seinem" Verein, dass diese Emotionalität eine enorme Wucht entwickeln kann. So mancher Anhänger würde auch sein letztes Hemd geben, um Erfolge zu feiern oder auch um Schalke im hypothetischen Fall am Leben zu halten.

Kürzlich erst schwärmte der Präsident von Real Madrid von den Knappen. Sie haben die Mannschaft noch lautstark unterstützt und die traditionsreichen Gesänge angestimmt, als man zu Hause 1:6 gegen Madrid zurücklag. Das wünsche sich Pérez für seinen Verein auch, sagte er.

Diese Verbundenheit spürt man nicht nur im Stadion. Schalke kann einen auch eindrücklich im Alltag begleiten: Auf dem Weg der Hochzeit in die Kapelle in der Arena, bis hin zum letzten Weg zum S04-Friedhof in Stadion-Nähe. Das Motto "Wir leben dich" ist für viele Anhänger nicht nur ein Spruch, sondern tagtägliche Realität.
FC Schalke 04 v TSG 1899 Hoffenheim - Bundesliga

Die Nordkurve ist das Herz der Veltins-Arena



Ein Schmelztiegel an Persönlichkeiten


Schalke hat nicht diesen "einen Typ Fan". Auf Schalke kommen die verschiedensten Menschen mit den verschiedensten Persönlichkeiten zusammen, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Müsste man den klassischen S04-Anhänger malen, könnte es eigentlich nur ein Trikot des Vereins sein. Jung und alt, wohlhabend oder arm, egal woher, man kommt für Schalke zusammen.

Nach einem freundlich gemeinten "Wo kommmste denn wech?", wenn man kein gebürtiger Gelsenkirchener ist, stößt man zusammen mit einem kalten Bier an und genießt, wenn möglich, das Spiel. 

Es ist also schwer, den "typischen Schalke-Fan" zu beschreiben. Die Punkte, die man hervorheben kann und muss, sind die Emotionen, die oft vorhandene "Hassliebe" zum Verein und das familiäre Gefühl unter "Gleichgesinnten".

Das macht am Ende einen S04-Fan aus. Dass er, auch wenn es gerade den Bach runter geht (teilweise gefühlt schon nach einer Niederlage), am Ende doch nicht ohne den Verein kann. Natürlich sind Dinge wie das typische Veltins, die Gesänge die von Tradition und eben der großen Verbundenheit zeugen und die unruhige Kulisse, weil eben jeder seine ganz eigene Meinung hat, nicht wegzudenken. Doch am Ende macht das alles dann eben doch den typischen Schalker aus. Er leidet und erfreut sich am FC Schalke 04.