Als sich ​Sven Mislintat Anfang April dazu bereit erklärt hatte, den ​VfB Stuttgart zukünftig als neuer Sportdirektor wieder in ruhigere Fahrwasser zu geleiten, hatte sich der 46-Jährige mit Sicherheit insgeheim erhofft, dabei in der Bundesliga agieren zu dürfen. Am vergangenen Sonntag zeigte er sich nun aber trotzt des verpatzten Klassenerhalt keineswegs resigniert, sondern erinnerte gar an den eingeschlagenen Weg seines ehemaligen Mentors Jürgen Klopp.


Bei der Diskussionsrunde mit der Presse, bei der neben Mislintat unter anderem auch Sportvorstand Thomas Hitzlsperger und ​Klub-Präsident Wolfgang Dietrich Rede und Antwort standen, legten die Führungskräfte des VfB viel Wert darauf, eine große interne Geschlossenheit zu demonstrieren. Eben jenes Element sei dem Klub laut Dietrich in der abgelaufenen Saison vor allem im Zusammenspiel zwischen dem Ex-Sportvorstand Michael Reschke und seinen Trainern Tayfun Korkut und später Markus Weinzierl abgegangen.

Thomas Hitzlsperger

Hitzlsperger freut sich auf die Zusammenarbeit mit Mislintat


Wie sein Vorgesetzter Thomas Hitzlsperger gilt Sven Mislintat hingegen als ausgewiesener Teamplayer und konnte sich bei seinen namhaften Ex-Arbeitgebern Borussia Dortmund und zuletzt FC Arsenal einen exzellenten Ruf erarbeiten. Dass es den Stuttgartern trotz der sportlichen Misere gelungen war, einen derart anerkannten Fußballfachmann für sich zu gewinnen, kann daher per se bereits durchaus als Erfolg verbucht werden.


Doch obwohl der ehemalige Chefscout bei seinen bisherigen Klubs auf ganz andere Mittel zurückgreifen konnte, betonte Mislintat, dass er den Wechsel zum VfB keineswegs als persönlichen Rückschritt ansehe. Vielmehr bezeichnete der gebürtige Westfale seine neue Mission als eine reizvolle "Riesenaufgabe", bei der es darum gehe den "Klub wieder dahin zu bringen, wo er mal war". Auch sein persönliches Umfeld habe diese große Chance sofort erkannt und so habe seine Entscheidung auch dort keineswegs für ungläubiges Kopfschütteln gesorgt.

Jurgen Klopp

Jürgen Klopp ist bereits am Ziel seiner Träume angelangt


Diese Mentalität, nicht immer den von außen betrachtet einfachsten Weg einzuschlagen, ist seit jeher ein Teil seines Wesens. Weitere Inspiration, immer an einen positiven Ausgang zu glauben, zieht der Fußballexperte zudem aus dem Werdegang seines ehemaligen Mentors Jürgen Klopp, mit dem er beim BVB sieben Jahre lang sehr erfolgreich zusammengearbeitet hatte.


Dabei lernte Mislintat vom 'Normal One' auch stets beharrlich zu bleiben und daran zu glauben, dass sich harte Arbeit am Ende immer auszahlt. So zeige der Erfolg von Jürgen Klopp, "der gestern ​nach dreieinhalb Jahren Arbeit mit dem FC Liverpool den großen Titel gewonnen hat" auf, was für wunderbare Geschichten im Fußball möglich sind. Dass dabei beide Klubs nicht zu vergleichen sind, weiß zwar auch Mislintat, dennoch ist der unbedingte Wille mit dem VfB eine eigenen Erfolgsgeschichte schreiben zu können, eine wichtige Antriebsfeder seiner Arbeit.