​Zwischen dem ​FC Bayern München und ​Borussia Dortmund wurde zuletzt wieder so mancher Giftpfeil in Richtung des jeweiligen Gegenübers abgefeuert. Doch während der Meistertitel der Münchner bei den Borussen zurecht Enttäuschung auslöste, dürften sich die Funktionäre der Schwarz-Gelben über den DFB-Pokalsieg der Bayern gefreut haben, profitierten sie doch über Umwege selbst davon.


Insbesondere BVB-Geschäftsführer ​Hans-Joachim Watzke hatte den Bayern-Granden Uli Hoeneß und ​Karl-Heinz Rummenigge in der jüngst abgelaufenen Spielzeit häufig die Stirn geboten. Dabei hatte er er unter anderem auf die seiner Ansicht nach wenig beeindruckenden Meisterfeierlichkeiten des Rekordmeisters verwiesen und gegenüber der Sport BILD angekündigt, auch in Zukunft den "Mount Everest" FC Bayern München besteigen zu wollen.


Im Zuge des Double-Gewinns stichelte Rummenigge zurück und konterte sichtlich gut gelaunt, dass der Mount Everest höher als 8000 Meter sei. "Ich habe immer gesagt: Beim Besteigen muss man aufpassen, dass man in der Höhenluft keine Schnappatmung kriegt", so der 63-Jährige. Wie also kommt es, dass die Dortmunder Bosse den Bayern zumindest den DFB-Pokaltriumph von Herzen gönnen? Nun, im Endeffekt hat dies vorrangig wirtschaftliche Gründe.


So profitieren die Borussen indirekt davon, dass die Bayern in diesem Jahr Meister und Pokalsieger in Personalunion wurden. Zum Start der kommenden Saison wird es im Supercup, der traditionell eigentlich zwischen dem amtierenden Meister und dem Pokalsieger ausgetragen wird, nun zu dem Duell zwischen den Bayern und dem Vizemeister, also dem BVB, kommen.


Präsident Reinhard Rauball, der sich aus den Scharmützeln beider Vereine ohnehin immer heraushält, zeigte sich ob des Bayern-Sieges daher sehr zufrieden. Auch Sportdirektor Michael Zorc freut sich über die Mehreinnahmen von rund einer Million Euro, die durch das Kräftemessen der beiden deutschen Topklubs generiert werden wird. 


Gegenüber der BILD erklärte der Kaderplaner, dass man aber auch für einen Gewinn der Leipziger vorgesorgt hätte und stattdessen in diesem Zeitfenster ein internationales Freundschaftsspiel ausgerichtet worden wäre. Die Freude auf den Supercup, welcher im heimischen Signal Iduna Park ausgetragen wird, ist jedoch verständlicherweise auch beim 56-Jährigen riesig.