Wenn es beim ​SV Werder Bremen in dieser Saison eine Position gab, bei der man oft grübeln musste, dann war es sicherlich der Mittelfeld-Spieler vor der Abwehr. Dort hatte Werder eigentlich Philipp Bargfrede eingeplant, dieser fällt aber immer wieder mit Verletzungen aus. Auch Nuri Sahin ist keine Top-Alternative, nach einem Ersatz für die nächste Spielzeit will man sich trotzdem nicht unbedingt umschauen. Trainer Florian Kohfeldt setzt nämlich auch auf den Bremer Nachwuchs.


Zum Beginn des Jahres sah es bei Philipp Bargfrede sehr gut aus, über Wochen hinweg blieb der Abräumer verletzungsfrei und hatte seinen Stammplatz bei den "Grün-Weißen" sicher. Doch dann ereilten den 30-Jährigen Achillessehnenprobleme, zum Ende der Saison laborierte er an einer Oberschenkelverletzung.​ Nun stand sogar noch eine Knie-Op an, es sind also wieder die alten Probleme, die Bargfrede immer wieder aus der Bahn werfen.


In Bremen plant man aber weiterhin mit dem Eingewächs und will den Kämpfer so schnell wie möglich wieder an die Mannschaft heran führen. "Das klare Ziel ist, dass er im Laufe der Hinrunde wieder zur Mannschaft stößt“, so Trainer Florian Kohfeldt gegenüber der Deichstube. Durch die vielen Verletzungen entstanden aber immer wieder Probleme im Mittelfeld, Kohfeldt musste oft umplanen.

Florian Kohfeldt

Florian Kohfeldt musste auf der Sechser-Positon schon oft umplanen


„Für uns stellt sich in der Kaderplanung natürlich die Frage, wie wir das auffangen.“ Oftmals setzte der 36-Jährige deswegen auf Nuri Sahin als Sechser vor der Abwehr ein, eine Alternative die aber eher einer Not-Lösung gleich kommt: "Es geht auch darum, das systematisch aufzufangen. Nuri fühlt sich defensiv schon wohler auf einer Doppel-Sechs.“ Eine weitere Option fand deswegen auch vermehrt Anwendung.


Dabei zog Kohfeldt den 22-jährigen Maximilian Eggestein immer wieder auf die Bargfrede-Position, diese könnte Eggestein auch stets ordentlich bespielen. "Wir haben mit Maxi jemanden, der ein Top-Sechser sein kann“, so Kohfeldt. Eine langfristige Lösung sei dies aber ebenfalls nicht, es bleibt also die Frage, wie man die Zukunft rund um den immer wieder angeschlagenen Bargfrede plant.


Kein Transfer geplant, Mbom als Nachfolger angedacht


Auf dem Transfer-Markt möchte man jedenfalls nicht unnötig Kraft verschwenden, Kohfeldt sieht Werder nämlich "nicht unter brutalem Handlungsdruck“. Deswegen wollen sich die Werderaner lieber auf den eigenen Nachwuchs konzentrieren, der in den letzten Jahren viele veranlagte Talente in das Profi-Geschäft führte. Einer dieser Youngster könnte auch Jean Manuel Mbom werden, der momentan noch in der Regionalliga-Auswahl der "Grün-Weißen" aufläuft. 


Schon jetzt gehört der 19-Jährige zum Profi-Kader, zum Einsatz kam er in der ​Bundesliga aber noch nicht. Trotzdem planen die Werder-Verantwortlichen, das Mbom in der Zukunft der Nachfolger auf der Mittelfeld-Position werden kann. Ob dies allerdings schon nach dem Sommer geschieht ist momentan noch nicht der große Plan. "Ich will nicht ausschließen, dass er in der neuen Saison eine größere Rolle bei uns einnimmt als bisher. Die fußballerischen Qualitäten hat er. Aber es kann auch sein, dass er erstmal woanders Spielpraxis sammelt.“

Jean-Manuel Mbom

Der Jugend-Nationalspieler Mbom spielt eine wichtige Rolle in Werders-Zukunftsplänen


Kohfeldts Aussagen deuten also eher auf ein Leihgeschäft hin, die ​Zweite Bundesliga wäre da die wahrscheinlich sinnvollste Option. Konkrete Angebote oder Gespräche gab es allerdings noch nicht. Klar ist aber, dass Werder den jungen Mbom eher langsam heranführen möchte sodass er noch nicht gleich dem Leistungs- und Konkurrenzdruck ausgesetzt ist. In der übernächsten Saison könnte er dann aber endgültig zu den Profis stoßen und seine Posten einnehmen.


Auch mit Mbom bleibt also noch viel im Mittelfeld der Bremer offen. Ob Bargfrede in seiner guten Form zurückkehren kann und inwieweit er Werder noch einmal weiterhilft, bleibt offen. So oder so muss sich der SVW aber in den nächsten Jahren auch ohne Bargfrede profilieren können, den ersten Schritt hat man bereits gemacht. In wenigen Jahren könnte dann der talentierte Mbom das nächste Kapitel für Werders hervorragender Jugend-Arbeit schreiben.