Youssoufa Moukoko ist eines der verheißungsvollsten Sturmtalente Europas. Der 14-Jährige geht für die U17-Mannschaft von Borussia Dortmund auf Torejagd, überzeugt dabei wöchentlich in der höheren Altersklasse und soll künftig für die U19 auflaufen. Bis er bei den Profis eingesetzt werden darf, benötigen die Verantwortlichen Geduld, doch: Gerade wegen Moukoko sollte Sportdirektor Michael Zorc mittelfristig keinen neuen Stürmer verpflichten.


Nachdem der BVB auf den Außenverteidiger-Positionen sowie im offensiven Mittelfeld nachrüstete, dürfte sich das Hauptaugenmerk der Verantwortlichen auf den Angriff verlagern. Mit Paco Alcácer und Mario Götze stehen Lucien Favre zwei Lösungen für die Sturmspitze zur Verfügung, ein Modell mit Marco Reus scheiterte bei der 0:5-Niederlage gegen Bayern München.

Lucien Favre

  Die große Systemfrage: Wie stellt Lucien Favre den BVB in der neuen Saison auf?


Wie der Schweizer die Mannschaft nach den Transfers von Thorgan Hazard und Julian Brandt aufstellen wird, ist allerdings noch unklar. Wechselt er auf ein 4-1-4-1 mit Witsel im defensiven Mittelfeld und Reus und Brandt im aufgerückten Zentrum, oder entscheidet er sich für sein erfolgreiches Konzept aus seiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach, wo er auf einen klaren Stürmer verzichtete und stattdessen auf Spielertypen wie Raffael, Max Kruse oder zeitweise sogar Patrick Herrmann setzte?


Je nachdem, für welchen Weg er sich entscheidet, benötigt der BVB womöglich gar keinen neuen Angreifer, weshalb auch Alexander Isak weiterhin einen schweren Stand haben dürfte. Der Schwede überzeugte bei Willem II Tilburg, allerdings wird immer wieder über einen endgültigen Abschied spekuliert - der RSC Anderlecht bekundete bereits öffentlich Interesse.


Alle Augen auf Moukoko


Und ohnehin haben die Schwarz-Gelben ein Ass im Ärmel, wenngleich sich die Verantwortlichen noch in Geduld üben müssen. Youssoufa Moukoko trifft auch in seiner zweiten Saison für die U17 wie am Fließband, steht nach 23 Partien in der B-Junioren Bundesliga West bei 39 Toren und soll sich Stück für Stück in den Nachwuchsmannschaften hocharbeiten. Mittlerweile soll der 14-Jährige bereits seinen ​ersten Werbevertrag mit Ausrüster Nike unterzeichnet haben und wird zur neuen Saison in die U19 beordert, doch bis zur ersten Mannschaft ist es noch ein weiter Weg.

"Angesichts des Alters halten wir uns bei dem Spieler zurück. Man kann nur schwer eine Prognose abgeben. Er schießt Tore am Fließband - aber wir sind rechtlich gebunden, wann er in den Profibereich kommt. Wir wollen das Thema nicht anheizen", ​erklärte Zorc im April. Erst im Alter von 16 Jahren wäre er spielberechtigt und könnte bei einer erfolgreichen Entwicklung noch früher debütieren als Nuri Sahin, der am 6. August 2005 beim 2:2-Remis zwischen dem BVB und dem VfL Wolfsburg im Alter von 16 Jahren und 11 Monaten erstmals in der Bundesliga auf dem Feld stand.


Die Voraussetzung dafür ist aber, dass er auch in der U19 überzeugen kann. Sollte ihm dies gelingen, dürfen ihm die Dortmunder Verantwortlichen keine Steine in den Weg legen, um auch in der Bundesliga Fuß fassen zu können - denn dann benötigt es keinen neuen Mittelstürmer, wenn man ein solch hochgradiges Talent in den eigenen Nachwuchsreihen besitzt.