​Eins, zwei, drei - meins. Diese Woche hat ​Borussia Dortmund mit einer frenetischen Transferoffensive für Aufsehen gesorgt. ​Innerhalb einer Woche wurden mit ​​Thor​gan Hazard​Nico Schulz und ​Julian Brandt drei Hochkaräter verpflichtet. Die Botschaft ist klar: wir greifen an. 


Während die ​Bayern seit gut einem halben Jahr versuchen, Spieler wie Callum Hudson-Odoi von Chelsea London unter Vertrag zu nehmen und mit anderen Spielern wie Timo Werner noch keine endgültige Einigung erzielt haben, macht Borussia Dortmund mit Blick auf die kommende Saison weiter fleißig Nägel mit Köpfen.


Die Absicht ist klar ersichtlich: den Abstand zu den Bayern, der dieses Jahr schon so klein wie lange nicht mehr war, weiterhin zu verkürzen. Das bedeutet: kleckern statt klotzen. Für drei gestandene europäische Nationalspieler hat der BVB satte 76 Millionen ausgegeben. Nicht zuletzt schien die geringere Kadertiefe im Vergleich zum Rivalen aus München einer der Gründe gewesen zu sein, dass man über die vergangene Rückrunde hinweg einen komfortablen Neun-Punkte-Vorsprung noch aus der Hand gegeben hat. 

Um dem in der kommenden Spielzeit vorzubeugen, hat man die Zurückhaltung aufgegeben. Nico Schulz (26) wird die Zukunft auf der linken Außenbahn gehören. Seine zwei Jahre bei der TSG Hoffenheim haben dem 26-jährigen Nationalspieler nochmals einen großen Entwicklungsschub gebracht. Er kommt als einer der kommenden Leistungsträger in den Pott. Die Ankunft von Schulz könnte gleichzeitig den Abgang eines Vereinsurgesteins bedeuten: für Marcel Schmelzer (31) dürfte die Zeit bei der Borussia nach vierzehn (!) Jahren zu Ende gehen.  


Auch Julian Brandt (23) und Thorgan Hazard (26) sind ein klares Upgrade zum vorhandenen Kader. Ähnlichen Spielertyps kompensieren die beiden den Abgang von Christian Pulisic (20, zu Chelsea) mehr als genug. Eine Offensive mit Jadon Sancho, Marco Reus, Mario Götze, Julian Brandt und/oder Thorgan Hazard gehört mit Sicherheit zum Besten, was der deutsche Vereinsfußball momentan vorweisen kann. 


Bietet der BVB auch für Haller?


Gerüchten zufolge soll es aber dabei nicht bleiben: angeblich ist der BVB auch an ​Sébastien Haller (24) dran. Der ehrgeizige Franzose hatte sichtlich daran zu knabbern, dass es die Hessen am Ende nicht bis in die Champions League schafften, vermied auch in den Tagen nach Saisonschluss ein deutliches Bekenntnis zur Eintracht. 


Das Problem für Borussia: Die SGE droht mit Rebic und Jovic schon zwei Hochkaräter in diesem Transfersommer zu verlieren. Das absolute Horror-Szenario, dass die ​komplette "Büffelherde" den Main verlässt, wird sich die Eintracht, sollte es denn soweit kommen, entsprechend monetär versüßen lassen. Heißt: Haller dürfte kaum günstiger als Jovic zu bekommen sein. Und das dürfte selbst dem BVB etwas zu kostspielig werden. 

Sebastien Haller

Sebastien Haller wäre ein weiteres Upgrade - doch passt der Mittelstürmer in Favre-Konzept?


Doch auch ohne Haller hat der BVB diese Woche ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Andererseits ist nun die Zeit der Ausflüchte (junge, unerfahrene Mannschaft usw.), mit denen der diesjährige Einbruch im Winter noch etwas beschönigend hingenommen wurde, endgültig vorbei. Mit einem Kader, wie er sich bereits in diesem frühen Stadium der Saisonvorbereitung abzeichnet, ist der BVB schlichtweg gezwungen, um Titel mitzuspielen. 


Die Bayern wiederum werden gefordert sein, auf diese Transferoffensive adäquat zu kontern. Und die des diesjährigen Tabellendritten ​RB Leipzig steht ja auch noch aus. Wir Fans jedenfalls können uns wohl auf eine ähnlich spannende Saison wie die gerade abgelaufene freuen.