Im vergangenen Sommer verpflichtete Max Eberl mit Alassane Plea einen neuen Stürmer bei ​Borussia Mönchengladbach. Mit einer Ablöse von 23 Millionen Euro waren enorme Hoffnungen mit dem Franzosen verbunden, am Ende kann man von einer gelungenen Debüt-Saison sprechen - mit einigen Dellen.


Der Druck war groß. Max Eberl hatte schon öfter kein glückliches Händchen bei der Wahl eines Stürmers für Borussia Mönchengladbach bewiesen. Daher waren die Bedenken bei einem Angreifer aus Frankreich, der 23 Millionen Euro kosten würde, nicht gerade gering. Zu schwer wog noch das Missverständnis mit Luuk de Jong, der in dieser Saison in den Niederlanden erneut 28 Saisontore in 34 Spielen erzielen konnte.


In Gladbach aber klappte es für den Niederländer nach seinem Wechsel vor sieben Jahren nicht. Auch eine Leihe nach England zu Newcastle brachte keine Abhilfe. Am Ende wurde er mit einem deutlichen Wertverlust wieder nach Eindhoven verkauft. Und dort trifft er seither am Fließband. Die Angst, dass etwas ähnliches bei Alassane Plea passieren könnte, war also durchaus begründet.


Und es gab sogar einen kurzen Moment, in dem man denken konnte, das es tatsächlich ähnlich laufen wird. Es waren wenige Minuten in Hastedt in der ersten Runde des DFB-Pokals gespielt, da hatte der neue Stürmer seine erste Chance für die Borussia – und versiebte sie mustergültig. Als bereits erste Zweifel aufkamen über die Qualität des neuen Angreifers zerstreute dieser aber alle Bedenken im Nu, denn am Ende erzielte er beim 11:1 einen Dreierpack.


Wie wichtig ein guter Start bei einem neuen Klub ist, zeigte er in den Folgewochen. Beim 1:1 am zweiten Spieltag in Augsburg erzielte er seinen ersten Saisontreffer. Es war der Startschuss zu einem ganz starken ersten Saisondrittel. Vom zweiten bis zum achten Spieltag war er in jedem Spiel an einem Treffer direkt beteiligt, entweder als Vorbereiter, oder er netzte selbst ein. Nach acht Spielen hatte er bereits fünf Tore und zwei Assists auf dem Konto.


Endgültig auf dem Schirm aber hatte ihn Fußballdeutschland schließlich nach dem Spiel bei Werder Bremen am 11. Spieltag. Beim 3:1-Auswärtserfolg der Fohlen erzielte er alle drei Tore und war der absolute Matchwinner. Nach diesem Duell stand der VfL auf Rang zwei in der Bundesligatabelle, und Plea war endgültig angekommen in Gladbach. Von Druck und einem möglichen Transferflop keine Spur.


Allerdings sollte er bis zur Winterpause nur noch ein weiteres Mal treffen. Am 16. Spieltag beim 2:0-Sieg gegen Nürnberg erzielte er sein bis dato neuntes Saisontor. Aus der Winterpause kam er allerdings genau so gut, wie zu Beginn in die neue Saison. Gegen Leverkusen beim 1:0-Erfolg in der BayArena erzielte er das goldene Tor und nichts deutete darauf hin, dass es für lange Zeit sein letzter Treffer sein sollte.


So dauerte es bis zum 26. Spieltag, ehe er beim 1:1 daheim gegen Freiburg erneut den Ball über die Linie drücken konnte. Ein Moment, wo auch bei ihm der Knoten merklich festgezurrt war. Es folgte auch schlussendlich nur noch ein weiteres Tor, am 30. Spieltag gegen ​RB Leipzig erzielte er den Anschlusstreffer bei der 1:2-Niederlage.


Ein bisschen mag er das Spiegelbild einer Saison gewesen sein, die stark anfing und ebenso stark nachließ. Letztlich aber sei ihm die Zeit der Akklimatisierung in der Bundesliga gegönnt, mit zwölf Saisontreffern ist er am Ende der erfolgreichste Torschütze der Borussia gewesen, in der nächsten Spielzeit dürfte er deutlich besser wissen, was auf ihn zukommt, was gefordert wird und wie er sich durchsetzen kann. Plea hat eine erste Marke gesetzt, diese gilt es in der kommenden Saison zu übertreffen. Und ich bin überzeugt, das er es schaffen wird.