​Er war der Held des ​HSV in der Saison 2013/14. Mit 13 Toren in der regulären Spielzeit, aber vor allem mit seinem Treffer beim Relegations-Rückspiel in Fürth (1:1) schoss sich die Hertha-Leihgabe damals in die Herzen der HSV-Fans. Sechs Jahre später geht die Zeit in Hamburg für ​Pierre-Michel Lasogga (27) zu Ende. Ein Abschied mit Tränen.


Im Sommer 2014 beherrschte vor allem das Gerangel um Lasogga die Transferaktivitäten des HSV. Nach monatelangen Verhandlungen mit ​Hertha BSC und Lasoggas Beraterin (seiner Mutter) wurde der Deal endlich perfekt gemacht: 8,5 Millionen Ablöse und ein fürstliches Gehalt von 3,5 Millionen jährlich ließ sich der Dino den Angreifer kosten. Eine schwere Hypothek, von Anfang an. Zu hoch, wie sich im Nachhinein herausgestellt hat. 

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Jubel nach seinem wichtigen Tor in Fürth beim Relegations-Rückspiel 2013/14


In seiner bereits erwähnten Debüt-Saison gelangen dem bulligen Angreifer 13 Tore. In den nachfolgenden drei Spielzeiten kam er insgesamt auf diese Zahl (2014/15: vier Tore, 2015/16: acht Tore und 2016/17: ein Tor). Zwar war dieser eine Treffer im Frühjahr 2017 (zum 1:1 bei Schalke 04 in den Schlussminuten des 32. Spieltages) im Nachhinein mitentscheidend dafür, dass der HSV die Klasse hielt - und zwar ohne Relegation! - doch insgesamt hatte man sich in Hamburg mehr von ihm versprochen. 


So kam es zu der Ausleihe nach England, und Lasogga erlebte im nordenglischen Leeds den endgültigen Absturz des Dinos in Liga 2. Nach Beendigung des einjährigen Leihgeschäfts kehrte Lasogga zurück an die Elbe, und sollte ein wichtiger Bestandteil des Neuanfangs werden. Die nackten Zahlen lesen sich auch recht gut: Lasogga war in der ersten Zweitliga-Saison des HSV treffsicherster Stürmer (kurioserweise mit erneut 13 Toren), konnte aber erneut nicht die Zweifel an seinen fußballerischen Qualitäten vollständig ausräumen. Sein extrem hohes Gehalt, das auch in Liga 2 gezahlt wurde, war in diesem Zusammenhang natürlich auch nicht förderlich. 

Pierre-Michel Lasogga

Zwischen der 59. und der 67. Minute erzielte Lasogga am 6.10.2013 drei Tore beim 1. FC Nürnberg.


Jetzt ist die Trennung also beschlossene Sache. Den Fans bleiben die Erinnerungen an Fürth, an seinen Acht-Minuten-Hattrick in Nürnberg (mit prompt darauf folgenden Lasogga-Song!), an einen Doppelpack im Nordderby gegen den SVW und natürlich an seine zwei Tore im letzten Hamburg-Derby. 


Gestern verließ der gebürtige Gladbecker das Trainingsgelände des HSV am Volkspark zum letzten Mal. Mit Tränen in den Augen. Die eine oder andere werden wir Fans wohl auch verdrücken. Mach´s gut, Lasso.