Mit dem 5:1-Erfolg über Ex-Klub Eintracht Frankfurt feierte Niko Kovac in seiner ersten Saison als Trainer des FC Bayern München prompt die Meisterschaft. Für den Rekordmeister war es nach einer turbulenten Saison der siebte Titel in Serie, auf dem Weg zur Schale hat der vergleichsweise unerfahrene Trainer den Rodeo-Ritt mit der Krise im Herbst und der überwiegend erfolgreichen Rückrunde gemeistert. Vor dem Pokalfinale gegen RB Leipzig äußerte sich Kovac zu seiner Zukunft, die er weiterhin in München sieht.


Die Chancen auf das Double sind gegeben, ausschlaggebend für eine mögliche Entlassung sind die Titelgewinne beim FC Bayern in diesem Jahr aber nicht. Viel mehr steht im Vordergrund, ob Kovac der Mannschaft ein neues Gesicht verleihen und eine Ära einläuten kann, wie es zuletzt Louis van Gaal in der Saison 2009/10 gelang. Trotz der Sprechchöre aus der Südkurve pro Kovac sind die Fans nicht einer Meinung, auch aus der Führungsetage und dem Mannschaftskreis wird immer wieder über kritische Töne berichtet.


Nachdem die Verantwortlichen zunächst offen ließen, ob Kovac auch in der kommenden Saison an der Seitenlinie stehen wird, äußerte er sich nach dem Schlusspfiff bei Sky optimistisch: "Ich habe im Hintergrund andere Informationen. Ich bin davon überzeugt, dass es weitergeht. Sie können mir glauben, dass das Infos aus erster Hand sind, nicht aus zweiter oder dritter." Auf Nachfrage von Reporter Sebastian Hellmann, ob Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß ihm unmissverständlich mitgeteilt hätten, dass er Trainer bleiben wird, antwortete Kovac nebulös: "Lassen wir das mal so stehen."

Franck Ribery,Niko Kovac

  Anders als für Franck Ribéry (l.), der den FC Bayern nach zwölf Jahren verlässt, soll es für Niko Kovac (r.) nicht die erste Meisterschale sein



Wenig später erläuterte er seine Aussage auf der Pressekonferenz: "Ich rede mit meinen Chefs, ich habe ja drei. Es ist so: Wenn man redet, dann hört man auch heraus, in welche Richtung es geht. Ich glaube schon, dass ich das richtig interpretiert habe. Von daher gehe ich davon aus, dass ich meinen Vertrag, den ich hier jetzt noch zwei Jahre habe, hoffentlich in der Form auch erfüllen werde", wird ​der Kroate bei ​Bild zitiert. 


Klar ist, dass er seinen Posten keineswegs freiwillig räumen wird. Nach dem Endspiel im DFB-Pokal soll die Kaderplanung weiter vorangetrieben werden, ​abgeschlossen ist der Umbruch laut Hoeneß noch nicht. Wenn Kovac es schafft, die neue Mannschaft weiterzuentwickeln und ihr speziell in der Offensive eine ausgefeiltere Spielidee als noch in dieser Saison zu vermitteln, dürften die Münchner auch weiterhin auf allen drei Hochzeiten eine gewichtige Rolle spielen.