In unserer wöchentlichen Rubrik zeigen wir euch die verrücktesten, schrägsten und unglaubwürdigsten News und Gerüchte rund um den Fußball. Heute geht es um das Thema "Trainer". In dieser Woche wirkt es, als seien sie die Fußabtreter der Nation. Zeit, dass mal eine Lanze für die Übungsleiter gebrochen wird.


Niko Kovac, Hannes Wolf, Michael Oenning – drei Trainer, die aktuell für eine gesamte Berufsbranche stehen, die mehr und mehr mit Füßen getreten wird. Während Niko Kovac ernsthaft einen Tag vor dem wichtigen Duell gegen Eintacht Frankfurt mit seinem ​Rausschmiss von den Medien konfrontiert wird, hat Hannes Wolf diesen bereits ebenso hinter sich, wie Magdeburgs Michael Oenning.


Während Kovac noch die Chance auf das Double mit den Bayern hat, wurde Wolf der verpasste Aufstieg beim Hamburger SV zum Verhängnis, Oenning konnte den 1. FC Magdeburg nicht vor dem Abstieg in die Dritte Liga retten. Drei gänzlich unterschiedliche Gemengelagen und dennoch haben sie alle eines gemein: Den Spießrutenlauf.


Niko Kovac soll beim FC Bayern angeblich vor dem Aus stehen. Obwohl in den kommenden neun Tagen das nächste Double geholt werden kann - die siebte Meisterschaft in Folge, der 19. DFB-Pokal. Was ihm vorgeworfen wird? Taktische Fehlleisstungen, unansehnlicher Fußball. Dass er mit einer satten Mannschaft spielt, die ein knappes Durchschnittsalter von 30 Jahren aufweist, wie diverse Statistiken belegen, spielt da keinerlei Rolle. Zeit für einen Umbruch scheint es keine zu geben. Daher wird öffentlich sein Kopf gefordert.


Eine einzige Niederlage in der Bundesliga in der Rückrunde ist da auch keine Entschuldigung. Ebensowenig, wie er die Mannschaft nach der Krise in der Hinrunde wieder in die Spur bekommen hat oder wie er den Rückstand auf den BVB aufgeholt hat. So wurde sein Aus sogar bereits in den Medien verkündet, einen Tag vor dem entscheidenden Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Karl-Heinz Rummenigge musste gar vor die Presse treten und von einer "Ente" sprechen.


​Hannes Wolf hat vom Hamburger SV seine Entlassungspapiere dagegen bereits erhalten. Nach dem abschließenden Spiel gegen den MSV Duisburg wird er seinen Job an der Alster los sein. Der Trainer selbst sah die Trennung ein und sagte, dass die Entscheidung "nachvollziehbar" gewesen sei. Den Spießrutenlauf, den aber auch er seit mehreren Wochen durchmachen musste, gönnt man niemandem. Ihm wird der verpasste Aufstieg mit einem desolaten Team zum Verhängnis.


Zwar ist auch Wolf mit diversen Aufstellungen und Entscheidungen nicht unschuldig, dass beim HSV aber mehr im Argen liegt und die Talsohle offensichtlich nicht bloß mit dem Bundesligaabstieg erreicht wurde, ist offensichtlich. So ist Wolf erneut nur das nächste Bauernopfer bei den Nordlichtern, die nun noch mehr Druck haben, den Aufstieg spätestens im kommenden Jahr zu bewerkstelligen. Sonst drohen noch ganz andere Konsequenzen. Ganz nebenbei hat der Klub nun vier Trainer auf der Gehaltsliste, die allesamt nicht mehr beim Verein arbeiten: Markus Gisdol, Christian Titz, Bernd Hollerbach und Hannes Wolf. Man darf gespannt sein, wer in den kommenden Wochen hinzukommt.


Beim 1. FC Magdeburg ist die Trennung von Michael Oenning ebenso beschlossen. Sein Vertrag wird nicht verlängert, er wird den Klub nicht in die Dritte Liga mitbegleiten. Böses Blut in Form von Gerüchten oder Nachtritten gab es in diesem Fall nicht, allerdings sollte man für dieses Bild ein paar Monate zurückgehen. Damals trennte man sich von Jens Härtel, der den Klub aus der Vierten bis in die Zweite Liga geführt hatte. In solchen Momenten spricht man gerne von "Dankbarkeit" einem Übungsleiter gegenüber.


Härtel war beliebt bei den Anhängern, der Verein stand zu jenem Zeitpunkt auf Rang 17. Nun, ein halbes Jahr später, steht der Verein - siehe da – auf Rang 17. Fachkundigen Beobachtern war damals bereits aufgefallen, dass es an Qualität auf dem Platz fehlte, nicht auf der Bank. Auch wenn die Spielweise zu defensiv ausgerichtet gewesen sein mag, der Wechsel zu Oenning hat genau nichts gebracht. Außer einen unnötigen Trainerwechsel und nun einen Neuanfang, von dem man nicht weiß, wo er enden mag. Härtel aber fand schnell einen neuen Job, er trainiert nun Hansa Rostock. Mit der Spielweise gehört die Ostseekogge in der kommenden Saison zum erweiterten Favoritenkreis für einen Aufstieg in Liga zwei. Ob man das auch vom FCM behaupten kann, bleibt abzuwarten.


Trainer waren schon immer die ärmste Sau und der erste Sündenbock, wenn es darum ging, andere für Fehler verantwortlich zu machen. Das schwächste Glied in der Kette ist der Coach, er ist der erste, der gefeuert wird – so die Regel und Binsenweisheit. Wie aber inzwischen mit den Übungsleitern umgegangen wird, ist grob unsportlich und mehr als nur frech. Man sollte sich vergegenwärtigen, dass dort auch nur Menschen stehen. Ganz gleich, wie viel sie nun verdienen mögen. Als Zielscheibe persönlicher Anfeindungen, Diffamierungen und Frustablage ist kein Mensch geeignet. Diese Außendarstellung wird aber mehr und mehr von den Vereinen auch vermittelt. Es ist Zeit für ein Umdenken. Auch und gerade von den Klubs.