​Nach den wohl besten und definitiv spannendsten Halbfinalpartien der letzten Jahre, steht am 1. Juni das Finale der diesjährigen Champions League an. Mit dem ​FC Liverpool und ​Tottenham Hotspur treten dabei zwei englische Vereine gegeneinander an. Wollen die Anhänger ihre Lieblinge live im Stadion unterstützen, müssen sie tief in die Tasche greifen.


Eigentlich sind die Fans von der Insel bereits von der Premier League horrende Preise gewohnt. Wer das Finale der Königsklasse, das dieses Jahr in der spanischen Hauptstadt Madrid stattfinden wird, hautnah verfolgen möchte, muss dennoch fast schon einen Kredit aufnehmen. 


So rechnet der belgische Journalist Kristof Terreur via Twitter vor, dass selbst für ein Ticket in der kostengünstigsten Kategorie satte 60 Pfund fällig sind. Nach aktuellem Wechselkurs entspräche dies in etwa 70 Euro.

Nach oben kennen die Preise wenig überraschend keine Grenzen und so muss man für die Kategorie 1 umgerechnet fast 600 Euro hinblättern. 

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Doch damit ist das Ende der Fahnenstange für Fans die aus England anreisen noch lange nicht erreicht. Schließlich muss man erst einmal den Weg auf europäische Festland finden. Ein Flug kostet dabei in etwa 700 Euro und auch die Hotelkosten in Spaniens Landeshauptstadt werden am Finalwochenende in die Höhe getrieben. Unterm Strich wird so eine Reise nach Madrid am Ende fast teurer als ein Urlaub in der Karibik. Doch was macht man nicht alles für die schönste Nebensache der Welt?


Free-TV ohne Chance


Doch nicht nur Fans der beiden englischen Vereine werden Anfang Juni gebannt in Richtung der eigentlichen Heimspielstätte von Atletico Madrid blicken. Auch für deutsche Fußballfans hat die Partie vor allem wegen Reds-Coach ​J​ürgen Klopp einen großen Reiz. Das große Interesse ist auch den Öffentlich-Rechtlichen nicht entgangen und daher hoffte das ZDF auf die Rechte an einer Live-Übertragung.


Sowohl der Pay-TV-Sender Sky, als auch der kostenpflichtige Streamingdienst DAZN wollten aber nicht auf ihr geteiltes Monopol verzichten und pochten auf ihr Recht, dass in dieser Spielzeit kein einiges Spiel der Königsklasse im Free-TV gezeigt werden darf. Gespräche zwischen dem ZDF und den Rechte-Inhabern waren daher ohne Erfolg. Gegenüber der BILD erklärte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann, dass vor allem DAZN ein Veto eingelegt haben soll.

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Jürgen Klopp kann sich auf sein zweites Champions-League-Finale in Folge freuen



Recht auf eine Übertragung im deutschen Free-TV hätten die Öffentlich-Rechtlichen aufgrund des übergeordneten Interesses lediglich bei der Finalteilnahme eines deutschen Vereines gehabt. Der deutsche Trainer-Exportschlager Jürgen Klopp reicht hingegen nicht aus, um die Sonderklausel im deutschen Rundfunkstaatsvertrag zu aktivieren.


Wer also selbst kein Pay-TV-Abonnement hat und das Duell der beiden englischen Schwergewichte dennoch nicht verpassen will, muss sich am Finalabend wohl oder übel in die nächste Sportkneipe des Vertrauens begeben. Im Vergleich zu den englischen Fußballfans in Madrid kommt man dabei selbst bei einem feuchtfröhlichen Abend aus finanzieller Sicht glimpflich davon.