​Das Financial Fairplay ist der Bremsklotz für Paris St. Germain. Würde es die Regelung, die im Grunde ein Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben eines Klubs herstellen will, nicht geben, hätten die Franzosen dank der Unterstützung aus Katar längst die halbe Welt verpflichtet. So muss sich PSG mit Spielerverkäufen beschäftigen - und mit der Verpflichtung (relativ) günstiger Talente, wie zum Beispiel Evan N'Dicka von ​Eintracht Frankfurt.


Bis zum 30. Juni hat Paris St. Germain Zeit, die klubinterne Schatzkammer zu füllen. Aufgrund des Financial Fairplay darf ein Klub eines internationalen europäischen Wettbewerbs nur bis zu fünf Millionen Euro mehr ausgeben, als er in den drei Spielzeiten zuvor durch Spielerverkäufe, Sponsoren und TV-Gelder eingenommen hat. Ein höheres Defizit kann nur in Ausnahmefällen gedeckt werden. PSG wandelt seit Jahren an der Grenze zum Legalen, findet aber immer wieder Schlupflöcher. 


Beim Transfer von Neymar ging PSG so vor: Der Staat Katar, in dessen Besitz PSG ist, überwies Neymar 222 Millionen Euro auf sein privates Konto und gab dies aus als finanzielle Gegenleistung für Neymars Rolle als Botschafter der WM 2022. Mit diesem Geld konnte sich der Brasilianer aus seinem Vertrag beim FC Barcelona herauskaufen. PSG kam ohne Strafe davon. Auch beim dreistelligen Millionen-Deal von Kylian Mbappe ging Paris geschickt vor, indem man den jungen Stürmer zunächst von der AS Moncao auslieh und die Ablösesumme erst ein Jahr später bezahlte. 


Trotzdem muss PSG jetzt Einnahmen generieren, um die bevorstehende Shoppingtour von Trainer Thomas Tuchel auf sichere Füße zu stellen. Die beiden Außenverteidiger Layvin Kurzawa und Thomas Meunier sowie die Mittelfeldspieler Christopher Nkunku und Julian Draxler gelten als Verkaufskandidaten. Nach einer Schätzung von France Football könnte das Quartett insgesamt 90 Millionen Euro einbringen. Auch die Zukunft von Stürmerstar Edinson Cavani ist noch ungeklärt. 


Celik und N'Dicka im Gespräch


Ein Auge geworfen hat der französische Meister auf Ajax-Shootingstar Donnie van de Beek, Allan (SSC Neapel), Miralem Pjanic und Alex Sandro (beide Juventus Turin). Doch nur teure Stars kann sich PSG in diesem Transferfenster nicht leisten. Wie France Football berichtet, stehen auch der 22-jährige Zeki Celik (OSC Lille) und ​Evan N'Dicka (Eintracht Frankfurt) auf dem Einkaufszettel. 


Sportdirektor Antero Henrique soll sehr begeistert von N'Dicka sein. Der 19-jährige Innenverteidiger kam erst im vergangenen Sommer für 5,5 Millionen Euro von AJ Auxerre und besitzt bei den Hessen noch einen Vertrag bis 2023. Als potentielle Ablösesumme werden 25 Millionen Euro gehandelt. Für PSG von Vorteil wäre die Tatsache, dass N'Dicka bereits Erfahrung in einer Dreierkette gesammelt hat, auf die ​Tuchel selbst oft setzt.